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Neue Hoffnung für Dösen - Investor aus Thüringen kauft Parkkrankenhaus-Gelände

Neue Hoffnung für Dösen - Investor aus Thüringen kauft Parkkrankenhaus-Gelände

Seit fast zehn Jahren liegt das riesige Gelände des früheren Parkkrankenhauses Leipzig-Dösen brach. Nun hat es ein Investor aus Thüringen erworben, der den nahezu 30 denkmalgeschützten Gebäuden bald neues Leben einhauchen will.

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Das Areal des ehemaligen Parkkrankenhauses Leipzig-Dösen

Quelle: André Kempner

Leipzig. Start ist 2012.

Stolze 13 Hektar umfasst das parkähnliche Areal mit seinen wunderbaren Alleen. Alle mehrgeschossigen Häuser stammen aus der Gründungszeit um 1900, sie haben gelbe Klinkerfassaden und aufwendig gestaltete Treppenanlagen. Es gibt eine Kegelbahn, Gärtnerei und sogar eine frühere Kirche. Doch seit Februar 2002 - als die Rhön-Klinikum AG die letzten 340 Patienten in ihren Neubau nach Probstheida verlegte - steht die alte Heilanstalt weitgehend leer. Nun endlich hat Rhön einen Investor gefunden, der das Areal angemessen wiederbeleben will. Und hat es an ihn mit bestimmten Auflagen verkauft.

Dabei handelt es sich um die ProWohn Immobilien AG aus Arnstadt. Ein Bau-Projektentwickler mit 43 Mitarbeitern, der in Erfurt und Arnstadt schon etliche Häuser saniert oder neu errichtet hat. Darunter waren auch zwei 30-Millionen-Euro-Vorhaben mit jeweils rund 100 Wohnungen, berichtet Vorstand Hartmut Heese. „So eine gewaltige Aufgabe wie das Parkkrankenhaus ist aber auch für uns neu. Deshalb haben wir beim Erwerb des Grundstücks einen langjährigen Kooperationspartner einbezogen, zuvor intensive Gespräche mit der Rhön-Klinikum AG und der Stadt Leipzig geführt.“ Zur städtebaulichen Begleitung der Planungen konnten die Arnstädter den Leipziger Architekten Ingo Andreas Wolf gewinnen, seines Zeichens Professor an der Hochschule HTWK. Von ihm stammt auch der gültige Entwurf zur Neugestaltung des Wilhelm-Leuschner-Platzes (die LVZ berichtete). „Bei dem Neustart in Dösen geht es einerseits um einen gefühlvollen Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz, anderseits aber auch darum, dem Areal seinen Anstaltscharakter zu nehmen“, sagt Wolf. Dafür müssten auch neue Akzente - zum Beispiel durch den beabsichtigten Bau einer Kita für Meusdorf - gesetzt werden.

Keinesfalls soll ein reines Wohngebiet entstehen, erklärt Heese. Vielmehr legten sowohl die Stadt Leipzig als auch Rhön großen Wert auf ein vielgestaltiges Viertel, zu dem soziale, medizinische oder Nutzungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung gehören könnten. „Die Rhön-Klinikum AG als ehemaliger Besitzer hat uns hierbei auch Unterstützung zugesagt.“ Konkret werde derzeit daran gedacht, im Teil südlich der zentralen Mittelachse hochwertige Wohnungen zu favorisieren. Das biete sich schon wegen der Lage neben einem großen Park an. Nördlich der Hauptallee könnten soziale Einrichtungen und nichtstörendes Gewerbe einziehen. Dort soll der „etwas erdrückende Blick“ zu den Mauern und Neubauten der Klinik für Forensische Psychiatrie des Klinikums St. Georg, wo drogensüchtige Straftäter therapiert werden, abgeschottet werden. „Zum Teil durch Grün, zum Teil durch eigene Neubauten“, erläutert Heese.

Normalerweise würde die Stadt eine so umfangreiche Wohnnutzung fernab der City heute gar nicht mehr erlauben, sagt Wolfgang Kunz, Chef des Stadtplanungsamtes. „Da es hier um besondere Baudenkmäler geht, die zu ihrer Entstehungszeit sehr fortschrittlich waren, machen wir da aber gern eine Ausnahme. Entscheidend wird sein, ob der Investor einen genügend langen Atem hat und ob es gelingt, das Image der ehemals psychiatrischen Klinik in Dösen nachhaltig zu drehen.“ Die Arnstädter sind indes sicher, dass beides gelingen wird. 2012 wollen sie das Baurecht erhalten und mit den Arbeiten beginnen.

„Die Vorzüge der Lage im Grünen - mit sehr guten Einkaufsbedingungen, ÖPNV-Anschluss und Nähe zur Seenlandschaft - werden die Hypotheken der Vergangenheit schnell vergessen lassen“,  prophezeit Heese. Auch sollen die Wohnsiedlungen ringsum durch neue Angebote wie eine kleine Gastronomie und Dienstleister auf dem Gelände ebenfalls gewinnen.

Jens Rometsch

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