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Lokales Neue Interessengemeinschaft will mehr Einfluss auf Wassertourismus nehmen
Leipzig Lokales Neue Interessengemeinschaft will mehr Einfluss auf Wassertourismus nehmen
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00:26 07.06.2015
Der Bootstourismus in Leipzig ist im Aufwind. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der Bootstourismus auf Leipzigs Fließgewässern boomt und lockt immer mehr Akteure an. Vor allem das Geschäft mit Booten für rund 20 Passagiere wächst ständig.

Die Anbieter dieser klassischen Mehrpersonenkähne haben jetzt eine Interessengemeinschaft (IG) gegründet, die Einfluss auf die rasante Entwicklung der Gewässerlandschaft in der Region nehmen will. Der IG gehören bislang sechs Anbieter an – der Sportclub DHfK Leipzig, die Bootsverleiher Herold und Am Wildpark, der Eigner der MS Weltfrieden, die Stadthafen Leipzig GmbH und der Verein Wasser-Stadt-Leipzig, der mit der Schute Luise ebenfalls ein Boot sein Eigen nennt.

Letzter Anstoß für die Gründung der IG war die aktuelle Diskussion über eine Novellierung des sächsischen Schifffahrtsgesetzes. Je nachdem wie diese ausfällt, müssen die Betreiber der Mehrpersonenkähne damit rechnen, dass ihre Wasserfahrzeuge als „Schiffe" eingestuft werden und dann umfangreich nachzurüsten sind. Die Rede ist unter anderem von einer Gästetoilette und Kapitänspatenten für die Bootsführer.

„Die niedrige lichte Höhe der Leipziger Brücken lässt aber keine großen Aufbauten auf den Booten zu", skizziert Sabine Heymann die Situation. „Deshalb müssen wir bei den Entscheidern in Dresden deutlich machen, dass unsere Wasserfahrzeuge keine Schiffe sind, sondern Mehrpersonenkähne, für die weiter andere Regelungen gelten müssen." Geplant ist deshalb, dass die IG künftig schneller zu rechtlichen Belangen und Nutzungsbedingungen Position bezieht.

Die CDU-Stadträtin und Chefin des Vereins Wasser-Stadt-Leipzig sieht die Diskussion mit den Behörden des Freistaates auf einem guten Weg. „Es gibt Zwischenlösungen, die akzeptabel sind", sagt sie. „Aber bei einer neuen Dauerlösung müssen die Gegebenheiten in Leipzig berücksichtigt werden."

Ein heißes Thema für die Bootseigner ist auch das ehrgeizige Ziel, auf Leipzigs Fließgewässern eine fast hundertprozentige Elektromotorisierung durchzusetzen. „Die Fließgeschwindigkeit ist oft sehr unterschiedlich, aber die Antriebskraft der Boote muss bis zum letzten Kilometer reichen", so Heymann. Es komme nicht selten vor, dass normale Elektroboote hin und wieder abgeschleppt werden müssen. „Wir stellen uns der Diskussion um die Elektromotorisierung – aber nicht um den Preis der Sicherheit der Passagiere", skizziert Heymann die Position der neuen IG.

Auch in der Öffentlichkeit wollen die sechs Anbieter künftig einheitlicher auftreten. Sie wollen deshalb in den nächsten Tagen einen Sprecher wählen. Auch bei der Sicherheit auf den Gewässern wollen sie sich abstimmen. Dies reicht von abgestimmten Verhaltensregeln bei starker Strömung bis hin zur regelmäßigen Informationen an die Stadt über Störungen der Befahrbarkeit, wie durch Müllablagerungen oder Gehölzbruch.

Gleichzeitig will die IG gemeinsam neue Nutzergruppen für den Wassertourismus gewinnen. Zielgruppen sind jetzt unter anderem Seniorenheime, Schwerstbehinderte, Schulen und Kultureinrichtungen. So bietet der Bootsverleih Herold jetzt schon an, Schwerstbehinderte in Boote zu legen, damit sie das Gefühl des Fahrens auf dem Wasser erleben und die Wellen plätschern hören können. Das Theater der Jungen Welt wird bereits mit drei Booten unterstützt, damit Theaterbootsfahrten stattfinden können.

„Ein Ziel ist auch, dass Touristen künftig schneller einen fehlerfreien und lückenlosen Überblick über alle Bootsangebote erhalten", berichtet Heymann. Dafür sei ein neuer Internetauftritt im Gespräch, der mit anderen Internetseiten wie dem der Leipzig Tourismus und Marketing und des Neuseenlandes verlinkt wird. Wer sich künftig der IG anschließen oder mehr über die Anliegen der IG erfahren will, kann über die Geschäftsstelle des Vereins Wasser-Stadt-Leipzig in der Industriestraße 72 Kontakt aufnehmen.

Andreas Tappert

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