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Lokales Neue Leipziger Kita kriegt Zuschuss für integratives Schaukelprojekt
Leipzig Lokales Neue Leipziger Kita kriegt Zuschuss für integratives Schaukelprojekt
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00:21 03.08.2017
Noch können Geschäftsführerin Christin Freidinger (l.) und Jana Hünniger von der Zwergenland gGmbH ihre integrative Schaukelkombination nur auf dem Papier zeigen. Doch wenn erst einmal auf dieser Baustelle in der Demmeringstraße die neue Kita steht, soll sie hier auf die dazugehörige Gartenfläche kommen. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Noch prasselt Sommersonne auf die Stadt. Die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ hat jedoch schon den Weihnachtsmonat im Blick. Mit dem traditionellen Gewandhaus-Benefizkonzert – diesmal am 2. Dezember – strebt die Stiftung ihrem Jahreshöhepunkt entgegen, der Ticketverkauf hat bereits begonnen. Alljährlich profitieren vom Erlös regionale Vereine und Initiativen, die bedürftigen jungen Menschen in schwierigen Lebenssituationen beistehen. 56 000 Euro spielte allein das Vorjahres-Benefizkonzert ein. Einige Projekte, die nun in diesem Jahr von der Stiftung unterstützt werden, wird die LVZ in loser Folge bis zum Großereignis im Dezember vorstellen. Zunächst geht es um eine besondere Schaukel, die eine besondere Kita anschaffen will.

Kitas braucht das Land: In der Demmeringstraße 85 wird gerade eine namens „Seepferdchen“ gebaut. Eine „integrative“. Von den 120 Kitaplätzen und den 50 für Krippenkinder werden 24 für Steppkes mit einem gesundheitlichen Handicap vorbehalten sein. „Unser Konzept baut auf viel Bewegung, gesundheitsbewusste Ernährung, ist kurz gesagt ,ganzheitlich‘ ausgelegt“, sagt die künftige Leiterin der Einrichtung, Astrid Froß. Der zweigeschossige Neubau entsteht auf einem 4000-Quadratmeter-Areal, er selbst wird 1700 Quadratmeter dieser Fläche einnehmen. „Der Investor, die gemeinnützige Zwergenland Grundstück GmbH & Co.KG, wird in das Gesamtprojekt rund 3,9 Millionen Euro stecken“, berichtet Doris Heinze, die Prokuristin der gemeinnützigen Zwergenland GmbH, die die Einrichtung dann betreiben wird.

Wenn die Betreuungsstätte Mitte November fertig ist, werden in einem Erdgeschossbereich auch Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie für Kinder einziehen. „Dafür kooperieren wir mit niedergelassenen Praxen. So möchten wir unseren Eltern Wege – nach Feierabend etwa – in solche Praxen sparen, wenn ihre Kinder einen derartigen Behandlungsbedarf haben. Wir können ihnen dann anbieten, diese Termine gleich mit in den Kita-Alltag zu integrieren“, so Froß. Zum Highlight für alle künftigen „Seepferdchen“ könnte indes ein 30 Quadratmeter großes Bewegungsbecken werden, das in den Praxis-Bereich integriert ist.

Im Obergeschoss erhalten die Kita-Knirpse unter anderem einen 170 Quadratmeter großen Bewegungsraum. Ein Tobeplatz – auch wenn das Wetter mal mies ist. Zudem sind auf beiden Etagen im Gebäude großzügige Spielflure eingeplant. Mit den etwas größeren Kindern sollen Vesper und Frühstücksmahlzeiten in einer Kinderküche zubereitet werden. „Und unseren Garten möchten wir so gestalten, dass sich dort alle Kinder gleichermaßen tummeln können. Also auch die mit einer Beeinträchtigung. Daher soll es zum Beispiel eine integrative Schaukelkombination geben“, erzählt Froß. Allein: „Die Ausstattung für die Kita obliegt dem Betreiber, und öffentliche Mittel dafür sind sehr begrenzt. Für Extras wie so eine Schaukel ist da nichts drin“, schildert Heinze die Lage. Ein Stein vom Herzen gefallen sei ihnen daher, als die „Stiftung Leipzig hilft Kindern“ zusagte, das Ganze mit 4800 Euro zu fördern. „Mit der Summe ist die Schaukel nun fast schon eingekauft“, freut sich es die Kita-Chefin in spé.

„Das neue Projekt der Zwergenland gGmbH, die Errichtung einer inklusiven Kita, ist eine wirklich gute Sache. Und natürlich braucht eine solche Kita bedarfsgerechte Spielmöglichkeiten für alle Kinder“, stimmt Stiftungsvorstandsvorsitzende Claudia Nerius zu. „Die geplante integrative Schaukelkombination bietet genau das, denn mit ihr können Kinder mit und ohne Teilhabeeinschränkung gemeinsam spielen. Bei ihrer Anschaffung haben wir daher gern unterstützt.“

Dabei verspricht das „Seepferdchen“ nicht nur ein kleines Paradies für den dort betreuten Nachwuchs zu werden. Zugleich birgt es auch das Potenzial für ein richtiges „Kinder- und Familienzentrum“. Und Froß versichert: „Um diesen Status werden wir uns bemühen!“ Aus ihr und Heinze sprudeln schon Pläne: Zig Veranstaltungen wären möglich – etwa für Teenager-Mütter, für diverse Vortragsangebote… Auch eine kleine Bücherei. „Dinge, die natürlich in erster Linie unseren Eltern, aber genauso anderen Leuten offen stehen“, wie Froß betont. Und während die eingangs erwähnten medizinischen Praxen eh für jedermann in Kinderschuhen und mit eigenen Öffnungszeiten arbeiten, würden beispielsweise Bewegungsbecken und -halle teils für weitere Nutzer geöffnet. „Natürlich ist so etwas nicht allein zu stemmen. Daher haben wir uns vertraglich mit dem Gesundheitssportverein Leipzig zusammengetan. Er wird das Becken mieten und betreut alles professionell, was dort geschieht. Angedacht ist etwa Babyschwimmen für junge Mütter“, so Froß. Die Chance bestünde, dass sich Tagesgruppen aus anderen Kitas für die Vereinskurse anmelden. Immerhin könnten Knirpse da auch das „Seepferdchen“ ablegen. „Nachmittags werden wir unter der Woche teils auch unsere Bewegungshalle dem Verein überlassen, der dort unter anderem Kampfsport für Groß und Klein anbieten will“, so die Kita-Leiterin in spé.

P.S.: Für die neue Kita „Seepferdchen“ sind noch ein paar Plätze für Kinder ab vier Jahren zu vergeben.

Die Stiftung Leipzig hilft Kindern wurde 2009 auf Initiative des Gewandhauses gegründet. Zu den Stiftungsmitgliedern gehören aktuell Gewandhaus, Leipziger Volkszeitung, Porsche und Sparkasse Leipzig sowie VNG-Verbundnetz Gas AG. Seit Stiftungsgründung wurden mit fast 780 000 Euro nahezu 200 Projekte unterstützt. Im Vorjahr stellte die Stiftung fast 140 000 Euro für insgesamt 19 Projekte bereit. Damit werden beziehungsweise wurden unter anderem Therapieangebote für psychisch labile Kinder finanziert, Projekte zur Suchtprävention gefördert und Freizeitangebote unterstützt, um Kindern erholsame Augenblicke in schwierigen Lebensphasen zu ermöglichen. Außerdem wird ein neues taktiles Buch für sehbehinderte Kinder produziert und ein Baby-Notarztwagen in Dienst genommen.

Beim Benefiz-Event am 2. Dezember 2017, um 20 Uhr im Großen Saal des Gewandhauses, wird ein außergewöhnliches „Großes Concert“ mit dem Multi-Perkussionisten Martin Grubinger und dem Gewandhausorchester unter Leitung von Andrés Orozco-Estrada zu erleben sein. Die Tickets kosten im Freiverkauf zwischen 69 und 5 Euro.

Von Angelika Raulien

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