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Lokales LVB starten neue Nacht-Straßenbahn in Leipzig
Leipzig Lokales LVB starten neue Nacht-Straßenbahn in Leipzig
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19:01 30.03.2018
Die neue Straßenbahnlinie N17 startet am Sonntagmorgen ihre erste Tour durch Leipzig. Quelle: LVB / Baumgardt Consultants / LVZ-Montage
Leipzig

Von Lausen über Schleußig und den Hauptbahnhof nach Reudnitz-Thonberg und Paunsdorf: Ab Ostersonntag verbindet eine neue Nacht-Straßenbahn der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) den Westen und den Osten der Stadt. Die N17 – eine Streckenkombination aus den Linien 1 und 7 – fährt künftig drei- bis fünfmal pro Nacht durch die Messestadt.

Um 0.37 Uhr in der Nacht zum Sonntag startet die Premierenfahrt an der Wendeschleife in Lausen. Insgesamt 36 Stationen steuert die neue Linie bis zur Endhaltestelle in Paunsdorf-Nord an. Dort wendet die Bahn und fährt wieder denselben Weg zurück. Die N17 fährt am Hauptbahnhof – in beide Richtungen – um 1.11 Uhr, 2.22 Uhr und 3.33 Uhr los, an Samstagen und Sonntagen zusätzlich auch um 1.45 Uhr und 3 Uhr. Dort können die Fahrgäste auch in die neun Nachtbus-Linien umsteigen, die ab 1. April ebenfalls neu organisiert werden (die LVZ berichtete).

Kosten von 100.000 Euro pro Jahr

„Die neue N17 verbindet zwei prosperierende Teile von Leipzig, den Osten mit seinen zunehmend hipper werdenden Vierteln und den Westen mit seinen Kneipen und Kulturangeboten“, erklärt LVB-Sprecher Marc Backhaus die Vorzüge des neuen Nachtangebots. Etwa 100.000 Euro kostet die neue Nacht-Bimmel nach Angaben der Verkehrsbetriebe für Personal- und Fahrzeugausgaben, Strom, Instandhaltung und Reinigung jährlich.

Die Linienführung der neuen Nacht-Straßenbahn N17 der LVB. Quelle: LVB / Baumgardt Consultants

Die Erwartungen an das Fahrgastaufkommen sind dementsprechend ambitioniert. „Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre erhoffen wir uns bei den Nachtfahrten ein Wachstum um 20 Prozent“, so Backhaus. Derzeit nutzen etwa 600.000 Fahrgäste jährlich die Nightliner-Angebote der LVB, zu denen neben den neun Buslinien N1 bis N9 auch die am Wochenende zwischen Hauptbahnhof und Lößnig pendelnde Straßenbahnlinie 10 gehört (nachts: N10) sowie die Buslinie N60.

Eine Steigerung um ein Fünftel würde rund 120.000 Fahrgästen entsprechen, also etwa 300 zusätzlichen Passagieren pro Nacht. Die LVB hoffen damit die Kosten für das neue Angebot wieder einzufahren. Bei der Personalplanung für die N17 sind zwei zusätzliche Schichten notwendig. Neueinstellungen sind jedoch nicht geplant. „Den Mehraufwand können wir mit unseren 1200 Fahrern abdecken“, so Backhaus.

Auch die Nightliner-Busse der LVB ändern ihre Routen. (Archivfoto) Quelle: Andre Kempner

Auch bei den Nachtbussen haben die LVB nachjustiert. Sie fahren ab Sonntag nicht mehr kleeblattförmig durch die Stadt, also auf jeweils unterschiedlichen Routen an den Stadtrand und zurück in die City, sondern wenden künftig an den jeweiligen Endhaltestellen. „Damit verdoppelt sich punktuell das Angebot, da gewohnte Verbindungen nun auch in der jeweiligen Gegenrichtung angeboten werden“, erläutert Backhaus einen Vorteil. Für Fahrgäste, die längere Strecken zurücklegen, verkürzen sich zudem die Fahrzeiten.

Auch die Polizei soll nachts mitfahren

Bei den Planungen für die Nachtfahrten spielt auch das Thema Sicherheit eine Rolle. „In den Nachtstraßenbahnen trifft der Nachtschwärmer auf den Angestellten, der früh zur Arbeit fährt“, weiß Backhaus. Besondere Vorkehrungen, um Sachbeschädigungen oder Auseinandersetzungen zwischen Fahrgästen zu verhindern, treffen die LVB jedoch nicht. Die Erfahrungen mit der Linie N10, die bereits seit 2013 auf der Karl-Liebknecht-Straße unterwegs ist, seien positiv. Die bestehende Sicherheitskooperation mit der Polizei greife auch für das neue Nachtangebot. „Auch in der N17 werden sporadisch Beamte mitfahren, wie auf allen anderen Linien auch“, kündigte Backhaus im Gespräch mit LVZ.de an.

Von Robert Nößler

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