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Lokales Neue MDV-Fahrpreise: "Das sprengt alle denkbaren Vorstellungen"
Leipzig Lokales Neue MDV-Fahrpreise: "Das sprengt alle denkbaren Vorstellungen"
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23:59 09.12.2014
(Symbolfoto) Quelle: Andreas Döring
Leipzig

Sie kritisiert, dass die Tariferhöhung Fahrgäste besonders hart trifft, die aufgrund ihrer finanziellen Lage ohnehin schon jeden Cent dreimal umdrehen müssen.

"Die Mehrzahl der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren nutzen die Schülercard beziehungsweise die Schülermobilcard", sagt der verkehrspolitische Sprecher Jens Herrmann-Kambach. "Die Preise dieser beiden Tarife wurden schon in diesem Jahr erhöht. Auch 2015 sollen beide Produkte im Vergleich zum Produkt Abo Basis prozentual doppelt so stark gesteigert werden."

Die Erhöhung des Preises für die Monatskarte der Leipzig-Pass-Inhaber sprenge "alle denkbaren Vorstellungen", kritisiert die Linke-Ratsfraktion. "Um ganze 17 Prozent soll diese Fahrkarte nun erhöht werden", so Herrmann-Kambach. "Die Hinweise, dass diese Karte in den letzten Jahren nicht oder nur gering teurer wurde, verhöhnt die Nutzer und verkennt komplett ihre wirtschaftliche Lage." Aus seiner Sicht sollte auch die Mindestbindung an dieses MDV-Abo von zwölf Monaten abgeschafft werden. Denn diese Regelung verlangt von den Nutzern, beim Verlust ihres Anspruches auf den Leipzig-Pass in ein höherwertiges Abo-Produkt umzusteigen. Wie berichtet soll die Leipzig-Pass-Mobilcard ab August 2015 monatlich 34,50 Euro kosten - fünf Euro im Monat mehr als aktuell. Die Monatskarte für Auszubildende wird monatlich 2,90 Euro teurer. Mehr Geld müssen auch die Rentner berappen: Für die Abo-Senior-Karte verlangt der MDV im Monat drei Euro mehr - sie kostet dann monatlich 54,90 Euro. Bei der Abo-Senior-Partner-Karte beträgt der Zuwachs zwei Euro im Monat. Auch die Einzelfahrt wird teurer - um zehn Cent auf dann 2,50 Euro. Tarifexperten weisen darauf hin, dass Leipzig-Pass-Inhaber sich den aktuellen Ticketpreis sichern können, wenn sie das neu ins Angebot kommende Abonnement Leipzig-Card-MobilCard zum Preis von 29,50 Euro pro Monat erwerben - das verpflichtet allerdings dazu, dass Ticket jeden Monat zu kaufen.

"Wir erwarten, dass dieses Thema im Stadtrat intensiv beleuchtet wird", erklärte Herrmann-Kambach. "Gleichzeitig fordern wir den Oberbürgermeister auf, alles zu tun beziehungsweise sicherzustellen, dass vor einer abschließenden Behandlung des Antrages im Stadtrat keine vollendeten Tatsachen durch den MDV geschaffen werden. Den MDV bitten wir im Interesse seines Fortbestandes darum, von sich aus das Genehmigungsverfahren erst nach der Beschlussfassung im Leipziger Stadtrat zum Antrag einzuleiten."

Auch Herrmann-Kambach sieht die Gefahr, dass die hohen Ticketpreise immer mehr Leipziger davon abhalten, mit dem Nahverkehr zu fahren. "Wenn wir wollen, dass die Leipziger stärker auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, brauchen wir attraktiver Preise - also keine höheren, sondern eher geringere", meint er. Aber diese seien nur möglich, wenn alternative Finanzierungsmöglichkeiten für die Verkehrsunternehmen in der Region geschaffen würden. "Die größten Nutznießer des öffentlichen Nahverkehrs sind große Arbeitgeber wie zum Beispiel die großen Einkaufsketten", meint der Stadtrat "Sie sollten sich an der Finanzierung beteiligen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.12.2014

Tappert, Andreas

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