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Lokales „Neue Nachbarn willkommen heißen“: Leipziger sammeln Unterschriften für Flüchtlingshäuser
Leipzig Lokales „Neue Nachbarn willkommen heißen“: Leipziger sammeln Unterschriften für Flüchtlingshäuser
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14:31 13.06.2012
Auch im Internet kann für den Beschluss des dezentralen Flüchtlingskonzept gezeichnet werden. Quelle: dpa
Leipzig

Würdig“ initiierten Internet-Unterschriftenliste haben binnen weniger Stunden mehr als 1200 Menschen für das am 18. Juli in der Ratsversammlung zur Abstimmung stehende Konzept von Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) unterschrieben. Bis zum Ende der Zeichnungsfrist am 13. Juli hofft die Initiative auf 1300 weitere Unterstützer. Zur Stadtratsitzung sollen die Pro-Stimmen dann den Abgeordneten übergeben werden.

„Die Idee zur Unterschriftenaktion kommt ursprünglich von Bewohnern der Zollschuppenstraße in Plagwitz, in deren Nähe ja auch Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Aufgrund der Proteste in Portitz und Wahren wollten sie ein Zeichen setzen und ihre neuen Nachbarn einfach willkommen heißen“, erklärte Daniel Riedel, Sprecher des Initiativkreises, am Mittwoch gegenüber LVZ-Online und fügte an: „Schon allein dort wurden in kurzer Zeit 400 Unterschriften für die Umsiedlung gesammelt.“

Anfang Juni kamen auf einer Infoveranstaltung dann auch Bürger aus anderen Stadtteilen Leipzigs zusammen und regten eine Erweiterung der Aktion über die Stadtteilgrenzen von Plagwitz hinaus an, berichtet Riedel. Deshalb wurde nun eine Petitionswebseite eingerichtet, auf der sowohl online gezeichnet, als auch Listen für herkömmliche Unterschriften ausgedruckt werden können.

Obgleich die Initiative Fabians Umsiedlungskonzept noch nicht als zufriedenstellend empfindet, könne damit immerhin eine Verbesserung des derzeitigen Zustandes erreicht werden: „Die Verteilung Asylsuchender auf mehrere Orte verringert das Maß ihrer Ausgrenzung. Die neuen Standorte erlauben zumindest teilweise einen Austausch mit der übrigen Bevölkerung, gegenseitiges Kennenlernen oder gemeinsame Freizeitaktivitäten. Zudem soll auch der Zustand der neuen Unterkünfte durch Renovierungen verbessert werden", heißt es in einer Mitteilung der Gruppe.

Anfang Mai hatte der Sozialbürgermeister auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, ein umstrittenes Flüchtlingsheim in der Torgauer Straße mit derzeit etwa 200 Bewohnern bis November 2013 schließen und die Betroffenen in sieben Alternativunterkünfte, die deutlich bessere Lebensbedingungen bieten, umsiedeln zu wollen. Im Stadtteil Plagwitz sollen laut Fabians Planungen ab November 2013 40 Migranten leben können, an zwei Standorten in Portitz insgesamt 50, in vier Häusern in Wahren insgesamt 50, in einem Haus in Eutritzsch 30, in Schönefeld 40, in Dölitz-Dösen 35 und in Grünau in einem Plattenbau 180. Alle Gebäude gehören der Leipziger Wohnungsbaugesellschaft und werden vor dem Bezug saniert.

Die Unterschriftenliste im Internet: www.menschen-wuerdig.org

Matthias Puppe

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