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Neue Offerte für HL Komm - Dänische Firma Global Connect würde 75 Prozent übernehmen

Neue Offerte für HL Komm - Dänische Firma Global Connect würde 75 Prozent übernehmen

Bei den Verkaufsplänen für den Leipziger Kabelnetzbetreiber HL Komm werden die Karten neu gemischt. Der Stadtkonzern hat jetzt das entsprechende Bieterverfahren auf den Stand vom 15. Juli 2011 zurückversetzt.

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Bei den Verkaufsplänen für den Leipziger Kabelnetzbetreiber HL Komm werden die Karten neu gemischt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Anlass ist eine neue, recht verlockend klingende Übernahme-Offerte.

Nach LVZ-Informationen hat die in Kopenhagen ansässige Firma Global Connect unlängst bei Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) angeklingelt. Sie betreibt moderne Glasfasernetze in Dänemark, Teilen von Schweden sowie in Norddeutschland. Global Connect gehörte auch zu dem halben Dutzend Bewerbern, die sich im vergangenen Jahr auf die Verkaufsausschreibung von 49,9 Prozent der Unternehmensanteile von HL Komm gemeldet hatten. Die Dänen stiegen jedoch bald wieder aus dem Verfahren aus. Ohne Angabe von Gründen.

Stattdessen blieb am Ende nur ein Bieter übrig: die Berliner Versatel AG. Auch sie hatte aber kein echtes Interesse an einer Minderheitsbeteiligung, bot für die 49,9 Prozent nur drei Millionen Euro. Dabei erzielten die 110 Mitarbeitern der HL Komm allein im Jahr 2010 einen Umsatz von 36 Millionen Euro, lieferten 3,5 Millionen Euro Gewinn ab.

Anders sah die Versatel-Offerte für eine Komplettübernahme aus. Für diesen Fall boten die Berliner 32 Millionen Euro plus einen Bonus von fünf Millionen Euro (wenn HL Komm im laufenden Jahr bestimmte Gewinnziele erreicht). Mit einigem Bauchgrummeln sah Leipzigs Stadtkonzern diese Offerte zwar gerade noch als verhandelbar an, stellte dafür aber zwei zentrale Bedingungen. Erstens müsse der Kaufpreis (entsprechend dem Buchwert) auf mindestens 38 Millionen Euro erhöht und von allen Bedingungen befreit werden.

Zweitens brauche es belastbare Standort-. Tarif- sowie Beschäftigungsgarantien für die HL-Komm-Mitarbeiter. Spätestens bis zur Stadtratssitzung am 29. Februar 2012 müsse Versatel sein Angebot in diesen Punkten nachbessern, erklärte Jung noch vor vier Wochen. Ansonsten werde der - politisch ohnehin heftig umstrittene Verkauf - vorerst abgeblasen.

Doch inzwischen wendete sich das Blatt. Wie berichtet, ließ Jung in dieser Woche die Beschlussvorlage für den Stadtrat ändern. Statt am 29. Februar soll die Entscheidung über die Zukunft von HL Komm nun erst in der Ratsversammlung am 21. März fallen. Das Bieterverfahren werde "zurückversetzt" und zwar "zur optimalen Ausnutzung des Wettbewerbs", heißt es jetzt im geänderten Teil der öffentlichen Vorlage.

Anlass dafür war die neue Offerte der Global Connect aus Dänemark. Zwar ist sie noch unverbindlich, dafür aber höchst attraktiv. Die Dänen wollen für 75 Prozent an HL Komm einen Preis zahlen, der sich nach LVZ-Informationen in dem Bereich bewegt, den Versatel zuletzt für 100 Prozent geboten hatte. Entscheidender Vorteil aus Leipziger Sicht: Der hiesige Stadtkonzern behielte mit 25 Prozent eine Sperrminorität, könnte also auch künftig wichtige Unternehmensentscheidungen beeinflussen sowie Anteile der Gewinne kassieren.

Ob Global Connect ein rechtsverbindliches Angebot abgibt, ist derzeit aber noch offen. "Im Moment stehen wir nicht in Verhandlungen über HL Komm", sagte gestern Oliver Beck, Chef der deutschen Tochter von Global Connect, gegenüber der LVZ. Leipzigs Stadtkonzern muss nämlich alle anfangs beteiligten Bieter gleich behandeln, also nun noch mal jeden einzeln anfragen, ob er nicht auch ein neues Angebot für HL Komm einreichen will.

Jens Rometsch

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