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Neue Probleme beim Bau des Paulinums Leipzig – Universität hält an Eröffnungstermin fest

Neue Probleme beim Bau des Paulinums Leipzig – Universität hält an Eröffnungstermin fest

Leipzig. Rund 17 Meter schweift der Blick in die Höhe, entlang der Säulen mit ihren Deckenstrahlern bis zum weißen Kreuzrippengewölbe.

Am Montag gab der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) Einblick in den Andachtsraum des Paulinums, in dem ein Teil der Gerüste bereits gefallen ist. Am 2. Dezember soll das Uni-Gebäude am Augustusplatz eingeweiht werden. Doch es gibt neue Probleme.

Für rund zehn Millionen Euro läuft derzeit der Innenausbau des insgesamt 115 Millionen Euro teuren Paulinums, Teil der 250-Millionen-Investition in den Leipziger Universitäts-Campus. Im Dezember wurde der Andachtsraum baulich abgenommen, so Petra Förster, Niederlassungsleiterin beim SIB Leipzig. Im Januar konnten die Gerüste ungefähr in einem Drittel der 17 mal 20 Meter großen Halle abgebaut werden.

Muster für Säulen-Glasverkleidung gerissen

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Petra Förster, Niederlassungsleiterin SIB Leipzig, erklärt den Baufortschritt: "Ein Experimentalbau."

Quelle: André Kempner

„Wir befinden uns sozusagen im Altarraum“, erklärt Förster. An den Säulen verlaufen vertikal dünne Glasröhren, in die LED-Bänder eingelassen werden. Damit können die verschiedensten Veranstaltungen vom Gottesdienst bis zum Kongress flexibel ausgeleuchtet werden. Doch die Glasverkleidung fehlt, denn die Muster sind bei der Fertigung in England gerissen. „Und das bringt uns wieder in Verzug“, so Förster lakonisch.

Die Krux: Am Übergang vom Gewölbe zu den Säulen muss das Sicherheitsglas gebogen sein, weiter unten ummantelt es die Pfeiler in einer achteckigen Form. Dazu kommen ein weiß-grüner Farbverlauf und Muster. „Äußerst schwierig herzustellen“, so Förster. Der niederländische Architekt Erick van Egeraat baue eben niemals 08/15-Bauten. „Das ist und bleibt ein Experimentalbau“, sagt Förster.

Aufwändiges Kreuzrippengewölbe

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Am Kreuzrippengewölbe des Paulinums, Andachtsraum und Aula der Universität Leipzig, laufen die letzten Arbeiten.

Quelle: André Kempner

Auf dem Gerüst im Rest des Andachtsraums arbeiten rund 60 Leute mit Hochdruck. Allein 30 Stuckateure sind damit beschäftigt, die Rippen für das Decken-Ornament zu verschrauben und zu verspachteln. Rund 3000 Meter Stuckprofile werden in die abgehängte Decke eingebracht. Von einer selbstragenden Konstruktion hatte sich das SIB verabschiedet – und auch diese Planänderung kostete Zeit. „Die Profile sind mit einem glänzenden Lack beschichtet, das sieht sehr wertig aus“, erklärt Torsten Horst, von der Lindner AG, die den Innenausbau managt.

Gleichzeitig sind Maler, Trockenbauer und Stahlbauer am Werk. Die Wände bekommen Unterkonstruktionen aus Stahl, an denen die schweren, wertvollen Epitaphien aus der Pauliner-Kirche befestigt werden. Die SED-Führung hatte die Kirche am 30. Mai 1968 unter dem Aufschrei vieler Leipziger sprengen lassen. Kunstliebhaber bargen vorher aber noch zahlreiche Schätze, die derzeit aufwändig restauriert werden.

Deutschlandweit einmalige Epitaphiensammlung

Mehr als 20 Epitaphien sollen künftig wieder im Paulinum ihren Platz finden. „Das ist in dieser Ansammlung deutschlandweit einmalig“, sagt Petra Förster. Aus Sicht des Freistaats ist der Schutz der Kunstwerke der entscheidende Grund für die bei Kirchenleuten höchst unbeliebte Glas-Trennwand: „Der Andachtsraum ist voll klimatisiert“, erklärt Förster. Die Luft könne entfeuchtet werden, um die Holz-Epitaphien zu schützen. Die Aula, zweiter Teil des insgesamt rund 1000 Quadratmeter großen Paulinums, bekommt eine Teilklimatisierung. Dazu gehört auch eine Fußbodenheizung.

Glaswand von Teppichen verhüllt

Von der bis zu 16 Meter hohen Glaswand ist auf der Baustelle derzeit nichts zu sehen. Blaue Teppiche schützen die vier Plexiglasscheiben, die zwischen drei und vier Tonnen wiegen. Sie waren bereits im Februar 2013 installiert worden. Im April sollen im Andachtsraum überall die Gerüste abgebaut werden können. Dann folgt auf der Orgelempore gegenüber dem Altarraum der Einbau einer neuen Jemlich-Orgel aus Dresden. Das werde, so Förster, etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Und am 2. Dezember zum Dies Academicus, so hofft der Staatsbetrieb SIB, wird das „Paulinum - Aula und Universitätskirche St. Pauli“ eröffnet werden.

Evelyn ter Vehn

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