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Lokales Neue Route für Buslinie 70 im Gespräch
Leipzig Lokales Neue Route für Buslinie 70 im Gespräch
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13:42 14.05.2016
„Geldvernichtung“ oder „unverzichtbar“? – das ist hier die Frage. Der Stopp in der Richard-Lehmann-Straße (links) spaltet die Experten. Einige wollen die Linie 70 lieber neu trassieren (rechts).  Quelle: Foto: Wolfgang Zeyen / Grafik: Patrick Moye
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Leipzig

 Der Fahrgastverband Pro Bahn schenkt den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) nichts: Deren gerade beendeter Ausbau der Bushaltestelle „Altenburger Straße/MDR“ sei eine „vermeidbare Geldvernichtung“ gewesen, schreibt Carsten Schulze, Vorsitzender des Landesverbandes Mitteldeutschland, in einer Presseerklärung. Die dort verkehrende Buslinie 70 fahre durch eine weitgehend „menschenleere Richard-Lehman-Straße“; sein Verband habe deshalb „schon vor zwei Jahren“ Vorschläge für eine „finanziell neutrale aber deutlich besser ausgelastete neue Linienführung“ der 70 unterbreitet. Doch geschehen sei nichts. „Der Weg des Ignorierens und des Schaffens entgegengesetzter baulicher Tatsachen kann nicht der richtige sein“, wettert Schulze.

Pro Bahn hat den LVB vorgeschlagen, die 70 nicht mehr durch die Richard-Lehmann-Straße fahrt zu lassen, sondern durch die Straße an der Tabaksmühle (siehe Skizze). Damit würde die angrenzende Gartenvorstadt Marienbrunn erstmals seit über 100 Jahren direkt in östliche Richtung angebunden, heißt es. Gleichzeitig bekomme der Stadtteil eine schnelle direkte Anbindung an den S-Bahnhof Völkerschlachtdenkmal als adäquaten Ersatz für den im Jahre 2012 entfallenen früheren Halt Marienbrunn. Unter anderem werde auch das Seeburgviertel erstmals direkt angebunden und der zentrale Bereich der Universitätskliniken bekomme die lang ersehnte Station vor der Tür. „Überschläglich sind mehrere Tausend Fahrgäste auf dem neuen Verlauf zu erwarten, davon geschätzt mehrere 100 bis über 1000 Neu-Fahrgäste“, rechnet Schulze vor. „Mehr Fahrgäste bedeuten auch mehr Einnahmen.“

Die LVB reagieren verschnupft auf den Vorschlag. Die heutige Führung der 70 sei ein Ergebnis des Markkleeberger Verkehrskonzeptes, das 2015 gemeinsam mit dem MDV, dem Landkreis Leipzig sowie den Städten Leipzig und Markkleeberg erarbeitet wurde, heißt es dort. Dabei sei die Verlängerung der 70 als bestmöglicher Ersatz für die eingestellte Straßenbahnverbindung nach Markkleeberg-West angesehen worden. „Die Linie 70 bindet Markkleeberg-West nicht nur an den Umsteigeknoten am Connewitzer Kreuz an, sondern schafft darüber hinaus zahlreiche Direktverbindungen in den Leipziger Osten“, betont Sprecherin Katja Gläß.

Auch die Haltestelle Altenburger Straße, an der täglich 200 bis 300 Fahrgäste einsteigen, sei „unverzichtbar“. Sie erschließe neben zahlreichen Wohngebäuden den MDR mit über 2000 Beschäftigten sowie die Sehenswürdigkeit Panometer. Deshalb müsste für eine Erschließung im Seeburgviertel, in der Straße des 18. Oktober sowie in Marienbrunn eine neue, zusätzliche Linie geschaffen werden. „Sicher können dadurch – wie bei jeder Angebotsausweitung – neue Fahrgäste gewonnen werden“, so Sprecherin Gläss. „Allerdings entstehen auch höhere Betriebskosten und die zusätzlich zu erwartenden Fahrgeldeinnahmen reichen bei Weitem nicht aus, um die zusätzlichen Betriebskosten zu decken, selbst wenn die von Pro Bahn angenommenen 1000 Neu-Fahrgäste pro Tag erreicht werden sollten.“ Über Vorschläge für eine verbesserte Erschließung werde im Rahmen des neuen Leipziger Nahverkehrsplans diskutiert.

Von Andreas Tappert

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