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Neue Stadtviertel in Leipzig-Nord – keine Fortschritte am Bayrischen Bahnhof

Stadtplanung Neue Stadtviertel in Leipzig-Nord – keine Fortschritte am Bayrischen Bahnhof

Nördlich des Leipziger Hauptbahnhofs sollen zwei neue Stadtviertel mit Tausenden Wohnungen, Gewerbe, Kitas und Schulen entstehen. Dabei handelt es sich um den sogenannten Eutritzscher Freiladebahnhof und um das elf Hektar große Areal vom früheren Thüringer Bahnhof.

Die Perspektive täuscht ein wenig: Das Stadtentwicklungsgrundstück der CG-Gruppe AG am früheren Magdeburger Bahnhof ist fast dreimal so groß wie das Areal des früheren Thüringer Bahnhofs, welches nun neuen Investoren aus Bremen gehört.

Quelle: Grafik: Patrick Moyé

Leipzig. Nördlich des Leipziger Hauptbahnhofs sollen in naher Zukunft zwei neue Stadtviertel mit etlichen Wohnungen, Gewerbe, Kitas und Schulen entstehen. Dabei handelt es sich einerseits um den sogenannten Eutritzscher Freiladebahnhof, welcher vor über 100 Jahren am historischen Magdeburger Bahnhof entstanden war. Das 30 Hektar große Gelände wird von der Roscher-, Eutritzscher-, Delitzscher und Theresienstraße umschlossen. „Im Grunde bedeutet das, einen ganzen Stadtteil neu zu entwickeln“, erläutert Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos).

Da es dazu kürzlich einen gemeinsamen Antrag der CDU- und SPD-Fraktion gegeben habe, wolle ihr Dezernat in die März-Sitzung des Stadtrates einen Aufstellungsbeschluss für den notwendigen Bebauungsplan einbringen. Das wäre also der offizielle Startschuss für die Entwicklung der riesigen Fläche, die nach der Wende fast nur noch in ihren Randlagen genutzt wurde. „Leipzig kann sich glücklich schätzen, über solche innerstädtischen Potenziale für ein weiteres Einwohnerwachstum zu verfügen“, so Dubrau. „Allerdings darf man auch keine falschen Erwartungen wecken.“ Bauprojekte dieser Größenordnung dauerten bis zur Fertigstellung der letzten Häuser in aller Regel zehn, 15 oder gar 20 Jahre.

Nach LVZ-Informationen war der Eutritzscher Freiladebahnhof lange Zeit im Besitz der VVBI Capital AG mit Sitz in Berlin. Dieser Gesellschaft gehört auch das prachtvollste Leipziger Barockgebäude: das Romanushaus in der Katharinenstraße. Im Dezember 2015 konnte die ebenfalls in Eutritzsch ansässige CG-Gruppe AG einen Kaufvertrag für das Gewerbe-Areal abschließen, bestätigt deren Vorstandsvorsitzender Christoph Gröner. „Die Abwicklungsprozedur ist noch im vollen Gange.“ Kernidee der vorgesehenen Projektentwicklung sei eine vielfältige Nutzungsmischung auf einem landschaftlich anspruchsvoll gestalteten Grundstück.

An Wohn- und Gewerbeflächen ließen sich gemäß erster Schätzungen zwischen 290 .000 und 350. 000 Quadratmeter gewinnen. Auch öffentliche und soziale Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen benötige der neue Stadtteil, erläutert Gröner. Nach LVZ-Berechnungen geht es außer dem „nicht störenden Gewerbe“ um mehrere Tausend Wohnungen. Die CG-Gruppe AG, nach ihren Angaben inzwischen deutscher Marktführer beim Mietwohnungsbau für institutionelle Investoren, will der Stadt anbieten, etwa ein Viertel davon zu besonders günstigen Mietkonditionen bereitzustellen. Baustart der ersten Häuser: frühestens Ende 2017.

Noch etwas schneller könnte es auf der Brachfläche unmittelbar nordwestlich des Hauptbahnhofs gehen. 2012 hatte die frühere Bahntochter Aurelis dort den „ersten Spatenstich“ für ein Viertel mit Wohnhäusern, Hotel, Gewerbe und einem Gymnasium zelebriert. Doch bald darauf legte der Entwickler das Projekt auf Eis. Gestern teilte Aurelis auf LVZ-Anfrage mit, dass die elf Hektar an eine GmbH verkauft wurden, hinter der die Immobilienfirmen Buhlmann und Imotegra aus Bremen stehen. Die neuen Besitzer seien voller Elan, so Bürgermeisterin Dubrau. „Die Aktualisierung der Planungen läuft auf Hochtouren.“

... aber beim Bayerischen Bahnhof hakt’s

Vor fünf Jahren hatten die Stadt Leipzig und der Grundstückseigentümer Deutsche Bahn AG große Pläne für ein weiteres neues Stadtviertel präsentiert: das riesige Gelände hinter dem Bayerischen Bahnhof. Eines Tages sollten dort bis zu 10 .000 Menschen wohnen. Doch vor Ort geschehen ist bislang fast nichts.

Das Problem liegt darin, dass eine Rahmenvereinbarung zu den Planungsleitlinien vom Juli 2014 bis heute nicht in Kraft gesetzt werden konnte. Denn dieser Vertrag zwischen der Stadt und den Grundstückseigentümern war an die Bedingung geknüpft, dass die Eigentümer zuvor die Bauflächen für Schulen und Kitas an die Stadt verkaufen. „Im Oktober 2014 lagen alle Kaufverträge unterschriftsreif vor“, so Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Ihr Dezernat bedauere es sehr, dass sie noch nicht unterzeichnet wurden. Mittlerweile seien sogar die avisierten Fördermittel für den Abriss der ruinierten Gurkenfabrik Schumann wieder verfallen.

2014 war die private Stadtbau AG zum Miteigentümer des Bahnareals geworden. „Wir mussten dann feststellen, dass etliche Teile des Siegerentwurfs des städtebau- lichen Wettbewerbs aus dem Jahr 2011 so nicht umsetzbar waren“, erklärt dort Sebastian Jagiella. Die Kommune wolle inzwischen deutlich größere Flächen erwerben, andererseits aber nur einen „sehr niedrigen Preis“ zahlen. Zudem seien sich die verschiedenen Dezernate im Rathaus bei weiteren offenen Punkten nicht immer einig. „Sollten sich die notwendigen Regelungen in absehbarer Zeit nicht treffen lassen, dann wollen wir erste Projekte in den Randbereichen des Geländes außerhalb der Rahmenvereinbarung umsetzen“, kündigt Jagiella an.

Von Jens Rometsch

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