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Lokales Neue Straßenbahnlinie zur Herzklinik in Leipzig: Vier Trassen kommen in die engere Auswahl
Leipzig Lokales Neue Straßenbahnlinie zur Herzklinik in Leipzig: Vier Trassen kommen in die engere Auswahl
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00:59 18.11.2013
In Probstheida soll das Straßenbahnnetz ausgebaut werden. (Symbolfoto) Quelle: Andreas Doering

Es läuft immer mehr auf eine neue Gleisstrecke durch die Franzosenallee zu, wogegen dortige Anwohner protestieren.

37 Anwohner aller potenziellen Trassen sowie 19 Vertreter von Ämtern, Vereinen, Politik und Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) schlugen sich den ganzen Samstag um die Ohren, um bei dem heiß diskutierten Thema voran zu kommen. Die Teilnehmer von der Trasse durch die Franzosenallee (B4) wurden per Los ermittelt, weil es dort besonders viele Interessenten gab. Jochem Lunebach, Leiter des Stadtplanungsamtes, sowie LVB-Angebotsplaner Ekkehard Westphal fassten die Ergebnisse zusammen:

Weiterverfolgt werden nur noch die Varianten eines Abzweigs der Linie 15 durch die Etzoldsche Sandgrube (B6) oder durch die Franzosenallee (B4); bei einer Nordanbindung durch Verlängerung der Linie 4 sind nur noch die Varianten gerade übers Feld (A2) oder mit Bogen über den Südzipfel von Holzhausen (A3) im Rennen. Offiziell gibt es noch keinerlei Entscheidung, ob die neue Gleisstrecke von der Prager Straße aus oder von der Holzhäuser Straße aus zum Probstheidaer Klinikumsgelände führen soll. Im Gegenteil hätten die Planer nun eine neue Anregung aus der Bürgerschaft aufgenommen. "Es wird auf jeden Fall mindestens eine Trasse nach Norden und eine nach Süden freigehalten, um als Vision eine Durchgangslinie von Stötteritz nach Meusdorf möglich zu machen", sagte Lunebach. Das Klinikum käme damit aus seiner Sackgassen-Lage heraus. Finanzierbar sei auf absehbare Zeit aber sicher nur eine Anbindung - ob zur Linie 4 oder zur Linie 15 bleibt offiziell offen.

Da waren es nur noch vier: Bei einer Bürgerwerkstatt am Wochenende wurden die Straßenbahn-Trassen A1, B1, B2, B3 und B5 aus dem Rennen genommen.

Die Bürgerwerkstatt hat gefordert, dass bei einer Anbindung von Norden die Buslinie 76 erhalten bleiben muss. Dies könne für die LVB aber unwirtschaftlich werden. Auf jeden Fall sollen die Verkehrsbetriebe diese Buslinie zur Prager Straße noch 2013 überprüfen, um eine bessere Auslastung zu erreichen (aktuell nutzen nur sechs Prozent der Klinikumsbesucher in Probstheida öffentliche Verkehrsmittel, beim St. Georg in Wiederitzsch sind es 19 Prozent). Dies sei dringlich, weil der Krankenhaus-Betreiber angekündigt habe, die Auto-Parkplätze vor Ort "spätestens 2014" kostenpflichtig zu bewirtschaften, so Lunebach. Die Stadt begrüße dies, auch um Verkehr aus der völlig überlasteten Strümpellstraße zu nehmen.

Bei der Nord-Variante wollten die Bürger auch die A2 streichen, um über die Trasse A3 eine Anbindung von Holzhausen zu erreichen. Dies verhinderten die Vertreter von Ämtern und LVB "mit unschlagbaren Argumenten", sagte Stadtbezirksbeirätin Maren Müller (Linke). Nun solle erst in Holzhausen erkundet werden, wie das Meinungsbild dort ist. Laut Stadtbezirksbeirat Clemens Meinhardt (CDU), zugleich Vorsitzender des Bürgervereins Stötteritz, muss für jede Option zunächst die Auswirkung auf den Gesamtverkehr untersucht werden. Für Stötteritz sei eine Verbindungsstraße neben einer möglichen Gleistrasse von der Holzhäuser Straße zum Klinikum nicht akzeptabel, solange die Verkehrsprobleme im Stadtteil ungelöst sind.

Für die Süd-Variante machte Amtsleiter Lunebach deutlich, dass dem Stadtrat im nächsten Frühsommer nur eine Trasse vorgeschlagen werden soll. Gegen die B6 spreche sehr viel, unter anderem der Landschaftsschutz und dass eine Kleingartenanlage zerschnitten werden müsste. Bei der B4 liege das Hauptproblem im ersten Drittel der Strecke - nahe Prager Straße müssten die Anwohner der Franzosenallee mit erhöhtem Lärm rechnen, weil dort kein Rasengittergleis verlegt werden kann. Bis zum nächsten großen Bürgerforum - am 23. Januar im Neuen Rathaus - sollen die LVB Vorschläge bringen, wie sich der Lärm dennoch mindern lässt.

Heftige Kritik an den Ergebnissen kam von Anwohnern der Franzosenallee wie Klaus Brauer. Die Stadt habe "völlig unrealistische Alibi-Varianten" in die Debatte geworfen und nun wieder gestrichen, um ihr offenkundiges Ziel einer Trasse durch das Wohngebiet leichter zu erreichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.11.2013

Jens Rometsch

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