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Lokales Neue Südamerika-Welt: Baustellenbesuch mit Zoochef Junhold
Leipzig Lokales Neue Südamerika-Welt: Baustellenbesuch mit Zoochef Junhold
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09:22 16.05.2018
Jörg Junhold inmitten der neuen Themenwelt im Leipziger Zoo. Quelle: André Kempner
Leipzig

 Es sieht hier noch ganz schön nach Baustelle aus. Aber der Chef freut sich. „Es ist eigentlich alles fertig“, sagt Jörg Junhold. Der Rasen sprießt, nur noch Feinschliff braucht es. Südamerika ist bloß noch ein paar Baggerschaufeln weit weg. Der Direktor will die neue Themenwelt am 17. Mai eröffnen.

Neue Flächen und neue Tiere

Junhold ist Herr über 26 Hektar mit mehr als 4000 Tieren am Leipziger Rosental. In ein paar Wochen sind es nochmal 20 Tiere und 1,6 Hektar mehr. 4,8 Millionen Euro werden dann hier neu investiert sein. Der Zoo-Direktor ist sicher: Das ist gut investiertes Geld.

Amazonas-Dampfer und Pampas-Hasen

„Wir bekommen hier einen sehr schönen Ausschnitt aus Südamerika“, erzählt Junhold und lehnt sich über die Brüstung der langen Brücke. Sie führt den Besucher durch das neue Dorf im Zoo. Es beginnt am 2001 eröffneten Schweizerhaus, das heute Hacienda Las Casas heißt. „Jetzt steht sie wirklich in Südamerika“, sagt Junhold. Das Spielschiff, einem Amazonasdampfer nachempfunden, ist sinnvollerweise hierher umgezogen. Und die Bauarbeiter haben den Freisitz der Hacienda erweitert. Wer dort sein Bierchen schlürft, blickt bald direkt auf den ersten Teil des Geländes, kann die Pampas-Hasen herumhüpfen sehen oder den Guanakos zuschauen - das ist eine spezielle Lama-Art. Mähnenwölfe werden hier ihr Zuhause finden und vier Capybaras, südamerikanische Wasserschweine, die aus München nach Leipzig ziehen.

Am 17. Mai eröffnet die neue Südamerika-Themenwelt im Leipziger Zoo. Wir haben die Baustelle mit Zoochef Jörg Junhold besucht.

Ameisenbären werden die neuen Stars

Neben dem Biergarten ist das neue Dorf in kleinerer Variante nachempfunden - im Meerschweinchen-Gehege. Denn, ja klar, Meerschweine kommen auch aus Südamerika. Ihr kleines Zuhause ist fertig, die Tierchen sind schon da. Einige andere übrigens auch. Tierpfleger Christoph Urban (34) passt auf wie ein Luchs, damit niemand die Quarantäne des ersten Großen Ameisenbärs stört, der vor ein paar Tagen aus einem französischen Zoo angekommen ist. Das Ameisenbär-Pärchen wird sicher einer der neuen Publikumsmagneten. Im rückwärtigen Bereich, da wo früher mal die alten Tigerkäfige standen, rennen auch schon die fünf Darwin-Nandus rum, die zu den Straußenvögeln gehören und gerade aus Tschechien nach Sachsen umgezogen sind.

Nasenbären klettern über den Köpfen

Überall wühlen noch die Bagger, aber die Konturen der Themenwelt zeichnen sich ab. Von der Hacienda schlängelt sich ein hölzerner Steg bis zur Flamingolagune und zum Marktplatz. Der Weg ist rustikal gehalten; im ersten Brückenposten wurden urige Holzbalken von Abrisshäusern verbaut. Patina überall. Ein paar Meter weiter dient ein alter Viehtransporter als Ausguck. An mehreren Stellen gibt es solche Buchten, von denen sich der Blick auf das Gelände erstreckt, das großzügig und lebensnah gestaltet ist. Rhododendren wurden angepflanzt und Bambus. Es gibt mehrere Gräben, die in den kommenden Tagen gewässert werden. Dicke Wurzeln liegen überall herum, der Baumbestand wurde weitestgehend erhalten. An einer Lernstation werden die Besucher mit Südamerika vertraut gemacht. Ein paar Meter weiter klettern ihnen die Nasenbären über die Köpfe - auf einer kleinen Hängebrücke, die den Holzsteg quert.

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Unternehmen aus Großpösna gestaltet die Landschaft

Mittendrin in der Baustelle steht Dirk Kirsten. Der 50-Jährige ist Polier bei der Krahnstöver&Wolf GmbH. Das Unternehmen aus Großpösna ist mit dem Zoo gewachsen, hat an vielen Erweiterungen der vergangenen Jahre mitgewirkt. „Man muss immer wieder auf die verschiedenen Tiere eingehen, spezielle Holzarten verbauen und Sprungweiten berücksichtigen“, sagt Dirk Kirsten. „Die denken wie wir“, sagt Jörg Junhold.

Südamerika wächst weiter

Und so wird Krahnstöver&Wolf sicher weiter mitbauen am Zoo der Zukunft. Der Masterplan sieht den ersten Teil der Südamerika-Welt bloß als Auftakt vor für etwas viel Größeres: Südamerika II - ein Mega-Projekt, 20 Millionen Euro. Die Besucher werden in einem 360-Grad-Tunnel durch eine neue Wasserwelt spazieren können, umschwommen von Pinguinen und Robben. Ende dieses Jahres starten die Planungen, 2020 oder 2021 ist Südamerika dann wirklich komplett. Mitten in Leipzig.

Von Björn Meine

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