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Neuer Asyl-Standort in Leipzig-Dölitz soll auch nach 2017 bleiben

Eröffnung am 10. August Neuer Asyl-Standort in Leipzig-Dölitz soll auch nach 2017 bleiben

Voraussichtlich am 10. August wird die neue Erstaufnahme-Einrichtung des Freistaates in der Dölitzer Friederikenstraße den Betrieb aufnehmen. Der Freistaat will den neuen Asyl-Standort in Dölitz auch nach 2017 behalten und als „langfristige Reserve“ nutzen.

Die Friederikenstraße 37: Das Wachhäuschen für einen privaten Sicherheitsdienst steht bereits am Eingang der neuen Erstaufnahme-Einrichtung des Freistaates. Im August sollen die ersten der insgesamt 420 Plätze für Asylbewerber belegt werden.

Quelle: privat

Leipzig. Den 10. August als Eröffnungstermin gab Dietrich Gökelmann, Präsident der Landesdirektion Sachsen, bei einer Bürger-Informationsveranstaltung am Montagabend bekannt. In dem mittlerweile instandgesetzten Altbau in der Friederikenstraße, der einst als Ingenieurschule samt Wohnheim errichtet worden war, gebe es Platz für 340 Asylbewerber und die notwendigen Sozialräume. Weitere 80 Flüchtlinge sollen in einem Containerbau unterkommen, der nun schon auf dem Außengelände steht.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) sei erst bei mehr als 500 Plätzen verpflichtet, vor Ort eine Außenstelle einzurichten, fuhr Gökelmann fort. Leipzig werde aber trotzdem zeitnah eine Außenstelle zur Erledigung der Asyl-Formalitäten erhalten. „Dafür haben wir die Zusage des BaMF.“ Die Flüchtlinge müssten dann nur noch für die medizinische Erstuntersuchung per Bus in die seit langem vorhandene Einrichtung nach Chemnitz reisen. Spätestens im September wollten die Stadt Leipzig und die Landesdirektion jedoch einen gemeinsamen Vorschlag erarbeitet haben, wie die Erstuntersuchung in Zukunft durch das Leipziger Gesundheitsamt gewährleistet werden kann.

Tag der offenen Tür geplant

Die Aufenthaltsdauer in den Erstaufnahme-Einrichtungen betrage zwischen sechs Wochen und drei Monaten. Danach werden die Flüchtlinge auf Landkreise und kreisfreie Städte verteilt. In dem Dölitzer Objekt sollen sich drei Krankenschwestern und 30 Betreuer der Malteser Werke gGmbH um die Bewohner kümmern. Kurz vor der Eröffnung sei ein Tag der offenen Tür für alle Interessenten geplant, erläuterte Tassilo Metternich, der Malteser-Objektleiter.

Laut Gökelmann weist der Bund dem Land Sachsen allein im ersten Halbjahr 2015 etwa 10 500 Flüchtlinge zu. Da die weitere Entwicklung nicht absehbar sei, müsse die Einrichtung in der Friederikenstraße wahrscheinlich als „langfristige Reserve“ erhalten bleiben. Der Freistaat werde das Objekt also auch dann weiterhin anmieten, wenn im Herbst 2017 der Aufbau einer dauerhaften Leipziger Erstaufnahme-Einrichtung mit 700 Plätzen in Gohlis abgeschlossen ist. Darüber hinaus hege das Land für die Messestadt „derzeit keine weiteren Pläne“.

Neue Initiative will Flüchtlinge integrieren

Obwohl dem Bürgerverein Dölitz der Veranstaltungsort im Connewitzer Werk II nicht behagte, beteiligte er sich an der Diskussion, wies unter anderem auf Verkehrsprobleme in der Friederikenstraße hin. Zudem gehörte er zu den mehr als 20 Unterstützern einer neuen Initiative, in der auch Kirchgemeinden, die Ortsverbände von CDU, Linken, SPD und Grünen, das Haus Steinstraße oder der Fußballclub Roter Stern mitarbeiten. Der Name heißt „Offene Nachbarschaft Leipzig-Süd, Dölitz & Lößnig“. Anliegen ist die Integration und Unterstützung der Flüchtlinge. Kontakt vorerst nur per Mail unter: offenenachbarschaft@gmail.com.

Auf Anfrage aus dem Publikum sagte Leipzigs Ausländerbeauftragter Stojan Gugutschkow, dass es bei dem kommunalen Flüchtlingsheim in Dölitz (60 Plätze in der Bornaischen Straße 215) weitere Verzögerungen gebe. Es werde erst „Ende des ersten Quartals 2016“ fertig.

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