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Neuer City-Tunnel-Zug fährt zum Leipziger Flughafen – Lokführer proben scharfen Start

Neuer City-Tunnel-Zug fährt zum Leipziger Flughafen – Lokführer proben scharfen Start

Ab Sonntag sind die ersten der lang erwarteten neuen Talent-2-Züge im regulären Linienbetrieb unterwegs - Monate vor der eigentlichen Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes Mitte Dezember.

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Einer der neuen Talent-2-Züge, die bald auch bis zum Leipziger Flughafen verkehren.

Leipzig. Unter anderem deshalb läuft die notwendige Lizensierung der Lokführer auf Hochtouren.

Zu dritt sitzen und stehen sie im Führerstand des ET 442 1442 602: Karl-Heinz Stehfest (62), Frank Perlich (61) und Olaf Tönnissen (47). Ähnlich wie Flugzeugpiloten, die für jedes neue Modell eine besondere Ausbildung absolvieren müssen, stellen sie sich wie viele andere Kollegen auch dem Lizensierungsverfahren für die neuen Talent-2-Züge. Ausbildungslokführer Ralf Georgi (42) schaut ihnen dabei über die Schulter. "Erst eine Bremse kommen lassen, dann die andere", sagt er. Tönnissen, der gerade den Hut im Cockpit aufhat, führt die Anweisung gefühlvoll aus. "Wenn man nicht aufpasst, macht es gleich einen ganz schönen Ruck", erklärt er seinen beiden Kollegen. "Nächster Halt: Leipzig-Messe", schallt es vom Band durch den Zug.

"Täglich sind zwölf Leute in vier Ausbildungsgruppen unterwegs - zwei vormittags, zwei nachmittags", erläutert Thomas Beck (49), der die Ausbildung der fast 200 künftig im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz eingesetzten Lokführer plant. Acht Tage dauere der Speziallehrgang, wobei fünf auf die Theorie und zwei auf den Fahrbetrieb entfallen. Hinzu komme der Prüfungstag. "Die Vorbereitung der Ausbildung hat bereits im Dezember 2011 begonnen", so Beck. Da das Interesse sehr groß gewesen sei, habe man eine Auswahl treffen müssen. In Sachen Ausbildung liege sein Team "ein bisschen vor dem Plan". Dies sei möglich, weil einige Ausbilder von befreundeten Verkehrsbetrieben ausgeliehen werden konnten.

Der Halt Leipzig-Messe ist erreicht. "Jetzt blinkt es, jetzt kannst du die Tür freigeben", sagt Ausbilder Georgi. Tönnissen kann zwischen zwei Austritthöhen wählen. Künftig wird ihm dies auf dem Display angezeigt. Während der Talent 2 anschließend wieder Fahrt aufnimmt und mit 160 Kilometern pro Stunde gen Norden fliegt, schwärmt Karl-Heinz Stehfest: "Der Triebwagen ist sehr bedienerfreundlich - und ist auch im ökologischen Sinne vorbildlich." Warum? Vor allem beim Bremsvorgang werde die gewonnene Energie wieder als Strom ins Netz zurückgespeist, so Stehfest.

Bis Dezember wird der reibungslose Ablauf geprobt

Ab Sonntag sind nun die ersten Talent 2 zwischen Leipziger Hauptbahnhof, Flughafen und dem Hauptbahnhof in Halle auf der Linie RE 5 regulär im Einsatz. Laut Gesamtprojektleiter Christian Dubiel (37) werden zunächst zwei zusammengekoppelte Vierteiler diese Aufgabe übernehmen. Je nach Bedarf könne man dann die Länge des Zuges jederzeit anpassen. "Dieser Vorlaufbetrieb gehört zum umfangreichen Maßnahmepaket, um einen reibungslosen Betriebsstart im Dezember sicherzustellen", erklärt Frank Klingenhöfer (43), Sprecher der S-Bahn Mitteldeutschland. Mit dem Alltagseinsatz der Talent-2-Züge gebe man den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich in der Praxis mit der Technik zu befassen. Zugleich könnten Schwachstellen rechtzeitig erkannt und nachgebessert werden.

Die drei Lokführer, die auf der Strecke Leipzig-Dessau-Wittenberg-Falkenberg für die Premiere trainieren, werden vielleicht schon in den nächsten Tagen mit ihrer neuen Lizenz in der Tasche zwischen den beiden mitteldeutschen Metropolen unterwegs sein. "Der Unterschied zu einer Lok ist schon beträchtlich - es ist einfacher, das Fahren wirklich schön", schätzt Frank Perlich ein. Die lustigste Episode? "Einmal sind Leute bei einem Halt einfach eingestiegen, die mussten wir dann wieder hinausbitten", schmunzelt der Talent-2-Lokführer in spe.

 

City-Tunnel-News:

- In den Tunnel-Stationen sind auch rauchdichte Behindertenschutzräume ausgeschildert. Dorthin können sich beispielsweise Rollstuhlfahrer im Falle eines Brandes retten.

- Unter anderem in der Station "Markt" werden per Beamer Werbetafeln an den Seitenwänden mit Bildern bestückt. Kurz vor Einfahrt eines Zuges wird darauf auch optisch hingewiesen.

- An den Stationsenden sind die Fluchtweg-Schilder im Gegensatz zum sonst gewohnten Grün in Blau gehalten. Grund: Die Signale stehen zum Teil nur wenige Meter weiter - eine mögliche Irritation der Lokführer soll so vermieden werden.

Orientierung unter Tage

Endspurt für den City-Tunnel: Die Ausbauarbeiten laufen aktuell auf Hochtouren. In 22 Metern Tiefe konnte die LVZ jetzt einen exklusiven Blick auf die gerade fertiggestellte Beschilderung der S-Bahn-Station "Markt" werfen.

Diese Haltestelle wird im Dezember dieses Jahres ebenso wie die drei weiteren Tunnel-Stationen für die Öffentlichkeit freigegeben und verfügt über ein ausführliches Wegeleitsystem. "Wir wollen es Reisenden einfach machen, mit der S-Bahn zu fahren", sagt Christian Dubiel, Projektleiter für die Inbetriebnahme, und erläutert viele Details, die eine leichte und schnelle Orientierung außer- und innerhalb der Station gewährleisten sollen.

Hierbei spielen neben dem Aspekt der Wiedererkennung - beispielsweise beim traditionellen grün-weißen S-Bahn-Logo - vor allem verschiedene Farben für die Streckenführung eine Rolle: Jede künftige Linie hat ihre eigene Farbe, die nicht nur bei der Beschilderung, sondern auch auf Linienplänen für Übersichtlichkeit sorgen soll. Laut Dubiel seien gerade für den Innenstadtbereich solch optische Impulse notwendig, um die erwarteten Fahrgastströme bestmöglich zu kanalisieren.

Innerhalb der Station werden die Passagiere meist mit bekannten Schildern - Piktogramme genannt - konfrontiert: Die Bahn setzt auf bereits bewährte Motive bei der Kennzeichnung der Fluchtwege sowie der vorhandenen Ausgänge zur Hain- und zur Grimmaischen Straße.

Eine Besonderheit gibt es bei den digitalen Anzeigen an den Gleisen: Sie geben nicht nur die Wartezeiten für die nächsten Verbindungen bekannt, sondern auch die Länge der einfahrenden Züge: Unterschieden wird zwischen Einfach- und Doppeltraktion - ob ein einzelner oder ein aus zwei Teilen gekoppelter Talent-2-Zug erwartet wird. Fahrgäste können sich so darauf einstellen, in welchem Bereich der Zug hält und sich dementsprechend auf dem Bahnsteig verteilen.

Insgesamt sei die Installation eines sinnvollen Wegeleitsystems eine Gratwanderung, so Dubiel: "Es dürfen nicht zu viele und nicht zu wenige Schilder sein. Das Wichtigste sind logische Abbildungen."

Trotz der zentralen Lage des Haltepunktes "Markt" sei die Beschilderung an anderen Stationen komplizierter, denn teilweise herrsche Mischverkehr: Die Linienführung von Straßenbahnen, S-Bahnen und Bussen müsse für alle Fahrgäste schnell erkennbar sein, so Dubiel. Neben den Orientierungshilfen an den Abfahrtsplattformen wird es auch in den Zügen Anzeigen, Liniennetzpläne und Richtungsansagen geben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.08.2013

Martin Pelzl, Leonie Ebert

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