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Lokales Neuer Fluss durch die Aue geplant - Gewässer soll Wald-Austrocknung verhindern
Leipzig Lokales Neuer Fluss durch die Aue geplant - Gewässer soll Wald-Austrocknung verhindern
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11:08 28.01.2010
Für die nordwestliche Auenlandschaft zwischen Leipzig, Schkeuditz und Sachsen-Anhalt plant der Grüne Ring Leipzig ein neues Fließgewässer, das gut 20 Kilometer lang sein soll. Quelle: Grüner Ring

Dafür sollen alte, teilweise ausgetrocknete Flussläufe genutzt beziehungsweise miteinander verbunden werden und in Kombination mit dem vorhandenen Luppewildbett eine Länge von 40 Kilometern erreichen. Die Kosten für Planung und Bau beziffert Angela Zábojník vom Amt für Stadtgrün und Gewässer auf etwa zehn Millionen Euro.

"Das Vorhaben ist für uns ein Schlüsselprojekt", sagt Zábojník. Seit Jahren wird es innerhalb des Grünen Rings Leipzig vorbereitet, als ein Teil der Sicherung der Flussauenlandschaft von Elster, Pleiße und Luppe. Zur Finanzierung sollen unter anderem Naturschutz-Förderprogramme angezapft werden - vom Bund, vom Land, von der Europäischen Union sowie von Stiftungen. Weiterhin werde geprüft, ob die Maßnahme "als Sammelausgleich für verschiedene Eingriffe ausgewiesen werden kann". Für 2010 ist die Erarbeitung der Planungsunterlagen vorgesehen, für 2011 das Planfeststellungsverfahren, für 2012 der Baubeginn.

"Ziel ist die Förderung auentypischer Wasserverhältnisse und Biotopstrukturen sowie eine integrierte Gesamtentwicklung von Natur-, Erholungs- und Bildungslandschaft. Dafür brauchen wir ein durchgängiges, naturnahes Fließgewässer, unabhängig von Neuer und Alter Luppe", so Zábojník.

Naturwissenschaftlicher und ökologischer Hintergrund des umfangreichen Projektes sei "die Gefährdung des Hartholzauenwaldes durch Austrocknung", erläutert Jörg Putkunz vom Büro BGMR Landschaftsarchitekten. "Es geht darum, wieder Wasser in die Aue zu bringen."

Mit den Jahren hätten sich aufgrund der begradigten Luppe etliche Probleme eingestellt: der schnelle Abfluss des Wassers durch technisch beherrschte Fließgewässer, ein abgesenkter Grundwasserspiegel durch den Ausbau der Alten und Neuen Luppe, ausbleibende Überflutungen bei Hochwasser, Austrocknung historischer Fließgewässer, Lachen und Senken, Gefährdung des Waldes und Schmutzwasserzufuhr aus Siedlungen.

Aber es gebe, so Putkunz, auch Lösungen. Und zwar folgende: Wiederbelebung eines auentypischen Flusslaufs als "Lebensader der Aue", dauerhafte Wasserführung "mit Fischdurchgängigkeit", Grundwasseranreicherung, Revitalisierung weiterer Biotopstrukturen der Aue, Steuerung der Wasserzuführung und Vermeidung von Abwassereinleitungen.

Über Nahle und Burgauenbach sowie eine neue Wasserzuführung aus Kleiner Luppe und Zschampert kann laut Putkunz eine fünf- bis sechsfache Wassermenge erreicht und ein größeres Gewässer mit einer Breite von fünf bis zehn Metern geschaffen werden, das sich durch den nördlichen Auwald schlängelt. "Das wäre die Idealvariante. Was wir mindestens erreichen müssen, ist eine Vernässung der Aue. Sonst verlieren wir ein Stück wertvolle Natur."

Peter Krutsch

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