Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Neuer Masernfall in Leipzig – Experten warnen vor Krankheit
Leipzig Lokales Neuer Masernfall in Leipzig – Experten warnen vor Krankheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:29 06.06.2018
Zwei Impfungen schützen vor Masern. Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

In Leipzig ist ein neuer Fall von Masern aufgetreten. Nach Angaben des Gesundheitsamtes ist ein 2003 geborenes Mädchen erkrankt. Sie sei zuvor nicht gegen das Virus geimpft gewesen. Angesteckt habe sich das Mädchen in einer anderen deutschen Großstadt. Zuletzt hatte Köln im Mai von zahlreichen Masernfällen berichtet.

Die Behörde kontrolliere jetzt bei Personen, die Kontakt mit der Schülerin hatten, ob sie immun gegen Masern sind. Gefährdete Personen dürfen nach einer Vorschrift des Infektionsschutzgesetzes keine öffentlichen Einrichtungen besuchen.

Das Gesundheitsamt betonte erneut, dass es sich bei Masern nicht um eine harmlose Kinderkrankheit handelt. Auch Erwachsene können sich infizieren. Besonders gefährdet seien Säuglinge. Sie könnten in den ersten Monaten noch nicht geschützt werden.

Masern sind in den vergangenen Jahren in Sachsen immer wieder aufgetreten. Mit 68 Erkrankungen haben die Behörden 2017 doppelt so viele registriert wie 2016. In zwei Drittel der ausschließlich im ersten Halbjahr registrierten Fälle hat es Kinder bis neun Jahren getroffen, darunter sechs Babys, wie aus einer Statistik des Sozialministeriums hervorgeht.

Abiprüfungen verschoben

Im gesamten Jahr 2016 waren es nur 35 Fälle, nachdem 2015 mit 271 Erkrankungen ein Höhepunkt erreicht worden war. Unter anderem mussten wegen der Maserninfektion einer Schülerin an einem Gymnasium in Hohenstein-Ernstthal (Landkreis Zwickau) mündliche Abiturprüfungen verschoben werden. In Leipzig ist die jüngste Erkrankung die dritte Ansteckung in diesem Jahr.

Bei mindestens 95 Prozent der Bevölkerung gelte die Krankheit als ausgerottet, sagte der Infektiologe und Vorsitzende der Sächsischen Impfkommission, Dietmar Beier. Sachsen liege bei der ersten Impfung zwar deutlich darüber, die zweite aber sei mit 90 Prozent nicht ausreichend.

„Ignoranz und Unkenntnis“

„Alle Jugendlichen und Erwachsenen, die noch gar keinen Schutz haben oder diesen nicht dokumentiert, müssen zwei Mal geimpft werden und alle, die eine Impfung haben, müssen die zweite bekommen.“ Laut Beier wird die Impfung für gefährlicher gehalten als die Krankheit, „aus Ignoranz und Unkenntnis“. Dabei gebe es jährlich auch in Europa Tote - „und es kann zu Hirn- und schwerer Lungenentzündung kommen“. Laut Robert-Koch-Institut überlebt einer von tausend Patienten die Krankheit nicht.

Von mro

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund 18.000 Läufer von knapp 1000 Firmen sind angemeldet – der Leipziger Firmenlauf stellt damit am Mittwochabend einen neuen Rekord auf. Kurz vor dem Start geben die Veranstalter bei LVZ.de letzte Tipps für Teilnehmer.

06.06.2018

In der Bornaischen Straße soll im nächsten Jahr der letzte große unsanierte Abschnitt umgestaltet werden. Bis die Trasse im November 2020 fertig wird, kommt auf die Anwohner einiges zu. Auch Autofahrer müssen weiträumige Umleitungen einplanen.

06.06.2018

Der Leipziger SPD-Politiker Jens Katzek hat mit einem verwirrenden Facebook-Post für Proteste gesorgt. Zu einem Foto, das sein lächelndes Gesicht zeigte, stellte er den Satz: „Auch ich bin ein Rassist!“ Wenig später löschte er die Veröffentlichung wieder, sprach von Satire und einem misslungenen Experiment.

05.06.2018
Anzeige