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Lokales Neuer Roboter soll Brände im City-Tunnel löschen
Leipzig Lokales Neuer Roboter soll Brände im City-Tunnel löschen
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21:00 23.02.2016
Technikschau gestern vor der Hauptfeuerwache am Goerdelerring: Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr demonstrieren, wozu die neue Technik fähig ist. So kann der neue Roboter LUF 60 nicht nur Flammen bekämpfen, sondern auch auf Gleisen fahren.   Quelle: Foto: Armin Kühne
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Leipzig

Für Leipzigs Brandbekämpfer holt künftig ein roter Roboter per Fernbedienung die Kastanien aus dem Feuer. Das Multitalent für besonders heikle Jobs heißt Löschunterstützungsfahrzeug LUF 60 und ist Teil des neuen Abrollbehälters für Be- und Entlüftung, der am Dienstag an der Hauptfeuerwache in Betrieb genommen wurde.

Das neue Gerät, das vor allem für Einsätze im City-Tunnel angeschafft wurde, erklimmt auf Raupenketten Steigungen von bis zu 40 Grad und kann innerhalb von ein paar Minuten auf Gleisbetrieb umgerüstet werden. Es hat die Kraft, bei Bränden in Tiefgaragen bis zu drei Pkw wegzuschieben und mit einem Kran Lasten von bis zu 400 Kilogramm, etwa aufgeheizte Gasflaschen oder Fässer, zu bergen. Nicht zu vergessen die enorme Lüftungsleistung: Pro Stunde bewegt der Roboter 90 000 Kubikmeter Luft, was bei Bränden in Tunnelsystemen lebensrettend sein kann. Außerdem ist das Spezialfahrzeug in der Lage, einen über 50 Meter langen Wassernebel aufzubauen und damit zu kühlen oder per Wasserwerfer Flammen zu löschen.

„Es ist gedacht für schwierige Situationen in Tunneln, Tiefgaragen, Industrieanlagen“, so Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke), „für verwinkelte Objekte und Situationen, die für Einsatzkräfte schwer zu beherrschen sind, weil große Hitze oder extreme Sichtbehinderung durch Rauch herrscht.“ Angesichts dieses Einsatzspektrums sieht Karl-Heinz Schneider, der Chef der Branddirektion, in der Neuanschaffung „einen wesentlichen Meilenstein hinsichtlich der Gefahrenabwehr im City-Tunnel“. Wenn hier Feueralarm ausgelöst wird, rücken jedes Mal 16 Fahrzeuge mit rund 50 Mann aus, rechnete Schneider vor, das seien zwei Drittel der gesamten Tagesbesetzung der Berufsfeuerwehr. Deshalb sei der City-Tunnel eine besondere Herausforderung für die Branddirektion, meinte auch Rosenthal. Der längste Abschnitt zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Bayrischer Bahnhof sei immerhin 628 Meter lang. Da benötige man auch die entsprechende Technik, um in Ernstfall schnell für Belüftung, Kühlung und Brandbekämpfung sorgen zu können.

Mithin hat die Deutsche Bahn auch den Abrollbehälter zur Verfügung gestellt, Technik und Ausrüstung musste die Stadt bezahlen – Gesamtwert: rund 400 000 Euro. Dazu gehören neben dem Roboter unter anderem vier Hochleistungslüfter. Diese können Bereiche mit hoher Rauchkonzentration rasch be- oder entlüften. Außerdem können sie mit einem speziellen Schaumlöschsystem versehen werden. Durch eine luftdichte Röhre wird dieser Löschschaum an den Brandherd transportiert. Das funktioniert auch über den Rettungs- und Arbeitskorb der Drehleitern und der Teleskop-Gelenkmastbühnen bis in Höhen von 46 Metern, wie die gestrige Technikvorführung an der Hauptfeuerwache zeigte.

Ein mögliches Einatzszenario sei etwa der Brand eines Groß- oder Baumarktes, wenn bereits das Dach eingestürzt ist, erklärte Branddirektor Hans-Jochen Füssel, Technikabteilungsleiter beim Leipziger Brandschutzamt. In einem solchen Fall ließen sich die Flammen direkt von oben bekämpfen. Auch das LUF 60 sei keineswegs nur für enge Tunnel konzipiert. Brennt etwa auf der Autobahn ein Tanklastzug, müssten Einsatzkräfte bis auf rund 20 Meter ran, um zu kühlen und zu löschen, erklärte Experte Füssel. Mit dem Roboter lasse sich ein solcher kreuzgefährlicher Einsatz aus sicherer Entfernung effizient gewährleisten.

Dass der Feuerwehr-Roboter in einem Abrollbehälter verstaut wird, hat übrigens einen bestimmten Grund: Durch dieses sogenannte Wechselladesystem für feuerwehrtechnisches Gerät benötigt die Branddirektion nur ein Fahrzeug für drei Abrollbehälter.

Von Frank Döring

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