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Lokales Neuer Stadtelternrats-Chef Pier Meier: "Tempo beim Schulausbau reicht nicht"
Leipzig Lokales Neuer Stadtelternrats-Chef Pier Meier: "Tempo beim Schulausbau reicht nicht"
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13:51 19.05.2015
Stadtelternrats-Vorsitzender Pier Meier Quelle: Wolfgang Zeyen

Meier beerbt damit den alten Vorsitzenden Andreas Geisler, dessen Stellvertreter er zuvor gewesen war. Schon vor der Wahl hatte Meier, dessen Kinder das Reclam-Gymnasium besuchen, seine Ziele für das kommende Schuljahr erläutert. "Elternmitbestimmung ist möglich, sie ist vor allem sinnhaft. Beim Bau und bei Sanierungen ist sie ein großes Plus für die Schüler und die Schule." Der 48-Jährige wolle vieles fortsetzen, das sein Vorgänger Geisler bereits angestoßen hatte. Der Schulausbau sei dabei "das A und O", betonte Meier. "Ich weiß, dass das Tempo nicht reicht. Es muss noch mehr gebaut werden." Auch bei der Versorgung der Schulen mit Schulsozialarbeitern möchte der neue Vorsitzende sich weiterhin einsetzen. Außerdem sagte Meier, er wolle sich für ein Mitspracherecht der Schüler auch an den Grundschulen einsetzen.

Dass dem Stadtelternrat die brennenden Themen so schnell nicht ausgehen werden, verdeutlichte die Fragestunde vor dem offiziellen Teil im Neuen Rathaus, in der Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), Ralf Berger von der Leipziger Bildungsagentur und Bauamtsleiter Raimund Krell den Eltern Rede und Antwort standen. "Wir stehen vor großen Herausforderungen in den nächsten Jahren", sagte Jung. Alle bisherigen Prognosen zur Entwicklung der Schülerzahlen hätten sich im Nachgang als falsch herausgestellt, Klassen mit 31 Schülern seien keine Seltenheit mehr - und eine Entspannung der Situation sei nicht in Sicht. Der Bedarf an Schulsanierungen und -neubauten sei ebenfalls enorm, gestand der Oberbürgermeister ein. 40 bis 50 Millionen Euro will die Stadt in den kommenden Jahren dafür ausgeben. Dennoch betonte Jung mit Blick auf die anstehenden Aufgaben: "Aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln werden wir das nicht alles schaffen." Man brauche eigentlich mehr Geld und mehr Personal, als es der Haushalt hergibt.

Frustriert zeigte sich das Stadtoberhaupt vor allem von den bürokratischen Hürden, die das Budget der Stadt immer wieder auffressen würden. "Aus meiner eigenen Erfahrung als Schulleiter weiß ich: So eine Schule bekommen Sie in zehn Minuten evakuiert. Und da geben wir Hunderttausende Euro für Brandschutztüren aus - und das Kind hat immer noch keine Toilette."

Ralf Berger sprach anschließend die Herausforderungen an, die in Sachen Lehrerversorgung künftig auf Leipzig und Umgebung zukommen werden. "Ab 2016 werden jährlich 1500 Lehrkräfte in Sachsen in Rente gehen", erklärte der Behördenchef. Und schon jetzt gebe es Probleme bei der Verteilung auf dem Stellenmarkt. "70 Prozent der Lehramtsstudenten entscheiden sich für Lehramt Gymnasium", sagte der Leiter der Bildungsagentur in Leipzig. Selbst dort sei aber der Bedarf nicht in allen Fächern gedeckt - insbesondere in den Naturwissenschaften gebe es zu wenig Lehrer. Bei Förderschulen sei die Situation am schwierigsten: Hier habe der Bedarf in den vergangenen fünf Jahren nicht einmal gereicht, um den Stundenplan voll abzudecken - inzwischen habe sich das aber gebessert. Was ihn neben der Lehrerversorgung besonders umtreibe, sei die hohe Quote von Abbrechern, die die Schule ohne Abschluss verlassen. Die sei noch immer viel zu hoch.

Abschließend bedankten sich die Verantwortlichen der Stadt beim Altvorsitzenden Andreas Geisler. Die Gespräche mit dem Stadtelternrat in den letzten zwei Jahren seien "keine Kuschelrunden" gewesen, sagte Burkhard Jung. "Da kriegte man schon deutlich die Meinung gesagt." Im Kern aber seien die Gespräche trotzdem immer konstruktiv und im Sinne der Kinder gelaufen. Eine Atmosphäre, die der neue Vorsitzende mit seinen Stellvertretern nun fortführen will. Einen Ratschlag gab ihm Andreas Geisler noch mit auf den Weg: Der Stadtelternrat müsse für die Verantwortlichen in Stadt und Land "permanent wie ein Stachel sein, und den Bürgermeistern bewusst machen: Bildung ist eine Pflichtaufgabe".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.11.2014
Stefan Lehmann

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