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Lokales Neuer Termin, neuer Ort: Plötzlich wieder Bewegung beim Leipziger Freiheitsdenkmal
Leipzig Lokales Neuer Termin, neuer Ort: Plötzlich wieder Bewegung beim Leipziger Freiheitsdenkmal
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16:29 16.02.2017
Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) schlägt nun als möglichen Standort für einen „Campus der Demokratie“ samt Denkmal den Matthäikirchhof vor. Zu DDR-Zeiten residierte dort die Staatssicherheit. Vor über 1000 Jahren stand dort eine slawische Burg, aus der später die Stadt Leipzig erwuchs. Quelle: Andreas Döring
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Leipzig

In Leipzig hat die Entscheidung zum Bau des Berliner Denkmals viel Optimismus ausgelöst. „Wir als Stiftung Friedliche Revolution begrüßen einen baldigen Beginn der Arbeiten in der Hauptstadt sehr“, sagte DDR-Bürgerrechtlerin Gesine Oltmanns. Allerdings müsse nun auch der zweite Teil des Bundestagsbeschlusses von 2008 zügig aufgegriffen werden und ein neuer Anlauf für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig ermöglicht werden. In der Stadt der Montagsdemonstrationen und Friedlichen Revolution vom Herbst 1989 war vor drei Jahren ein künstlerischer Wettbewerb zur Gestaltung eines Erinnerungsortes auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz gescheitert. Ein neues Verfahren müsse viel stärker „in der Zivilgesellschaft verankert sein“, wobei die Stiftung gern eine aktive Rolle übernehmen wolle, kündigte Oltmanns an. „Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft in Berlin sind wir als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Leipzig bereit, uns intensiv an der Konzeption und Realisierung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig intensiv zu beteiligen“, bekräftigte das der Vorstandsvorsitzende Rainer Vor in einer Pressemitteilung am Abend. Vor ist Professor für Rechtswissenschaft an der Hochschule HTWK.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) brachte als möglichen Standort für das Freiheitsdenkmal ein früheres Stasi-Areal an der Fleischergasse und im Matthäikirchhof ins Gespräch. Die Kommune schlage dort einen „Campus der Demokratie“ vor, auf dem die Bürger ins Gespräch kommen können und verschiedene Akteure – vom Leipziger Stasi-Museum in der „Runden Ecke“ über die Stiftung Friedliche Revolution bis zum Schulmuseum – Angebote zu Diskussionen, Dialog und Bildung unterbreiten. „Die Entscheidung aus Berlin gibt uns dabei Rückenwind“, sagte Jung. Er hoffe, dass das Denkmal, welches der Bund nicht der Stadt Leipzig, sondern allen Deutschen und Europäern schenke, bis zum 30. Revolutionsjubiläum im Jahr 2019 zumindest als fertige Entwurfsplanung „greifbare Realität“ ist. Die Diskussion über die Art des Denkmals müsse diesmal aber völlig offen geführt werden. „Von der Lichtinstallation über ein Objekt, das zum Beteiligen einlädt, bis zum klassischen Monument ist aus meiner Sicht alles vorstellbar.“ Einer der wesentlichen Gründe dafür, dass der erste künstlerische Wettbewerb im Jahr 2014 vom Stadtrat abgebrochen wurde, sei die Aufgabenstellung für eine Flächengestaltung gewesen. „Hinzu kam, dass ein historischer Bezug des Ortes beim Wilhelm-Leuschner-Platz von den Leipzigern nicht akzeptiert wurde.“ Der Matthäikirchhof biete bessere Voraussetzungen, meinte Jung. „Dieses Areal hat die Chance, zu einem ganz wunderbaren Ort für das Gespräch über Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte zu werden.“

Bundestagsabgeordneter Thomas Feist (CDU) versicherte, dass der Bund zu seinen Finanzzusagen über fünf Millionen Euro für das Vorhaben in Leipzig stehe. „Sobald sich da vor Ort etwas Konkretes bewegt, wird der Bund selbstverständlich nicht abseits stehen.“ Er habe den Eindruck, dass die Stadtverwaltung nun gewillt ist, tatsächlich aus den Fehlern des gescheiterten ersten Anlaufs zu lernen, so Feist: „Das alles sind positive Anzeichen.“

Von Jens Rometsch

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