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Lokales Neuer Wagenplatz im Leipziger Osten: Bahn duldet Nutzung – Demo am Samstag geplant
Leipzig Lokales Neuer Wagenplatz im Leipziger Osten: Bahn duldet Nutzung – Demo am Samstag geplant
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15:40 29.05.2014
Die Wagenleute fordern einen festen Platz in der Leipziger Stadtentwicklung. (Archivbild) Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Linke-Stadträtin Juliane Nagel fordert Gespräche mit der Stadt Leipzig.

Das Areal sei schon länger als Ausgleichsfläche für die Kommune vorgesehen, so Nagel am Donnerstag. Die stockenden Kaufverhandlungen könnten durch die Aktion der Wagenleute einen neuen Impuls erhalten, so Nagel weiter: „Ich denke, dass ein Wagenplatz mit der avisierten Nutzung als Grünfläche durchaus vereinbar ist.“ Gespräche von Stadt, der Gruppe Trailerpark und der Deutschen Bahn sollen „eine Räumung verhindern“ und Perspektiven schaffen.

Die Deutsche Bahn habe die Nutzung an diverse Bedingungen geknüpft. Nach Angaben der Gruppe Trailerpark behält die DB Netz AG das Hausrecht und sichert ihre Gebäude auf dem Gelände. Eine Sicherheitsfirma des Unternehmens will auch regelmäßig den Zustand des Geländes kontrollieren. Unterdessen sehen die Wagenburgleute neue Probleme auf sich zukommen: In einem Telefonat habe die Deutsche Bahn die getroffenen Vereinbarungen in Frage gestellt.

Bundesweites Wagenleute-Treffen 2013

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Demo für das „Recht auf Stadt“

Am Samstag (31.5.) wird das Thema „Wagenplätze“ deutlicher ins Stadtbild rücken: Das linke Basisnetzwerk „Bundeskoordination Internationalismus“ (BUKO) ruft unter dem Motto „Recht auf Stadt“ zu einer „bunten und kreativen“ Demonstration auf. Die startet um 16 Uhr am Augustusplatz, führt durch die Stadt am Verwaltungsgericht vorbei bis zur Abschlusskundgebung auf dem Südplatz.

Die BUKO fordert eine stärkere Berücksichtigung alternativer Wohnformen in der Stadtentwicklung. „Aus Aufwertung und Ausverkauf von Stadtvierteln resultieren Mieterhöhungen und die Verdrängung der dort lebenden Menschen“, so die Initiative, und nennt zum Beispiel den Streit um die Elsterwerke in der Holbeinstraße.

Streit um „Focke80“

Die Plagwitzer Wagenburg zwischen Karl-Heine-Kanal und Jahrtausendfeld sorgte im vergangenen Jahr für Diskussionen. Quelle: Andreas Döring

Aktueller Anlass für die Demo ist auch der Konflikt um den von der Stadt geduldeten Wagenplatz „Focke80“ im Leipziger Südwesten. Die Wagenleute fürchten das Aus, weil die Stadt den Abriss von Gebäuden und die Entsiegelung des Geländes plane. Das Ordnungsdezernat schildert den Konflikt anders. Es gehe um die Möglichkeit der Kommune, überhaupt Zugang zu ihrem Gelände zu bekommen, um die Sicherheit der Bausubstanz zu prüfen. Baumaßnahmen würden mit den Wagenleuten besprochen.

Laut Auskunft der Behörde auf eine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen sind derzeit in Leipzig 102 Personen gemeldet, die auf geduldeten Wagenplätzen leben. Für diese Wohnform genutzt würde derzeit die Gelände am Lauerschen Weg, in der Fockestraße, am Karl-Heine-Kanal und Am Lindenhof. Der Stadt sei ein weiterer Standort in der Klingenstraße bekannt.

Die Aussichten für die Wagenleute, einen festen Platz in der Stadtentwicklung zu bekommen, sind laut Verwaltung nicht gerade rosig: Baurechtlich und stadtplanerisch sei das durch den Gesetzgeber nicht vorgesehen.

Wohnblog Spezial: Ein Leben in der Wagenburg

Evelyn ter Vehn

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