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Lokales Neues Astoria bekommt fünf Ballsäle und mehrere Restaurants
Leipzig Lokales Neues Astoria bekommt fünf Ballsäle und mehrere Restaurants
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11:51 10.02.2018
Die Leuchtreklame am früheren Grandhotel Astoria soll nicht nur ihren fehlenden Buchstaben zurückerhalten, sondern nach der Sanierung nachts wieder strahlen. Auch das geht aus dem Bauantrag hervor. Quelle: Foto: Volkmar Heinz
Leipzig

Um Leipzigs früheres Grandhotel Astoria ranken sich viele Anekdoten. Eine handelt davon, dass der berühmte Schauspieler Hans Albers 1931 ein legendäres Trinkgelage in der noblen Herberge veranstaltete. Noch fünf Jahre später habe sein Berufskollege Johannes Heesters an der Rezeption darauf bestanden, dasselbe Zimmer zu bekommen wie ehedem Hans Albers. „Da oben ist bestimmt noch eine Flasche versteckt“, sagte er.

Kein Zimmer glich dem anderen

Diese Erzählung weist auf einen Fakt hin, der nicht unwesentlich zum einzigartigen Renommee der 1915 eröffneten Herberge beigetragen haben dürfte. „Im Astoria gleicht kein Zimmer dem anderen“, schwärmten Zeitzeugen immer wieder. Verschiedene Grundrisse und eine stets individuelle Gestaltung der Zimmer und Flure riefen diesen Effekt hervor. Zu DDR-Zeiten waren dabei zahlreiche Original-Gemälde behilflich – meist Leihgaben von Museen. Das alles muss man wissen, um die Bedeutung jenes Plans zu verstehen, den der heutige Eigentümer der Immobilie bereits mit seinem Bauantrag im Dezember 2017 eingereicht hat.

Nur Küchentrakt kommt ganz weg

Nach LVZ-Informationen will der Berliner Investor Intown Property Management jetzt doch nicht weite Teile der alten Gebäudesubstanz abreißen. Gemäß dem Bauantrag sollen nur kleinere Teile und unbedeutende Anbauten im Hof wie etwa ein Küchentrakt dem Bagger weichen. Durch eine aufwendige Sanierung wollen Intown und das beauftragte Architekturbüro Wolff die historische Substanz samt der alten Zimmer- und Gebäudestruktur bewahren. Und damit wohl auch den berühmten Charme des Hauses.

Neues Astoria öffnet Ende 2020

In einer früheren Ankündigung hatte es noch geheißen, hinter der denkmalgeschützten Fassade seien ein weitgehender Abriss und Neubau geplant. Nicht nur alte Astorianer fürchteten deshalb, das seit 1996 geschlossene Hotel könnte in Zukunft nur noch den Namen mit dem Stern von einst gemeinsam haben. Stattdessen gelang es dem Leipziger Baudezernat samt dortigen Denkmalschützern offenbar, mit Intown eine aufwendige, sensible Sanierung zu vereinbaren. Sogar eine Ausstellung zur Geschichte soll es in dem künftigen „Konferenzhotel“ mit 250 Zimmern geben. Laut dem Architekturbüro Wolff wird das neue Astoria über „fünf Ballsäle für zusammen 1000 Gäste“ sowie mehrere Restaurants verfügen. „Der Beginn der Abrissarbeiten ist für Anfang 2018, der Bauarbeiten für Herbst 2018 und die Eröffnung für Ende 2020 geplant“, teilten die Architekten jetzt mit.

Kleiner Saal neben Foyer bleibt

Von der Ausgestaltung, die das Astoria zu DDR-Zeiten hatte, ist vor Ort freilich so gut wie nichts übrig geblieben. Die wenigen Ausnahmen in einem kleinen Saal neben dem Foyer oder an den Fahrstühlen sollen allerdings erhalten bleiben. Die Dachgauben und einige andere Elemente der denkmalgeschützten Fassadenteile (im Oststeil des Gebäudes – also gegenüber dem Hauptbahnhof) erhalten wieder jenes Aussehen zurück, welches sie vor den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hatten.

Über alle Details der Planungen wollen Investor und Stadt in einigen Wochen bei einer Pressekonferenz informieren.

Von Jens Rometsch

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