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Lokales Neues Café in Lindenau
Leipzig Lokales Neues Café in Lindenau
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06:00 11.09.2015
Neue berufliche Herausforderung: Conny Hilbert (rechts) und Markus Bölike stehen für die Gastfreundschaft in der Demmeringstraße 18.  Quelle: André Kempner
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Lindenau

Für derzeit 16 Menschen mit Behinderungen bietet das von der Diakonie Leipzig eröffnete integrative Lindencafé in der Demmeringstraße 18 seit Juni Arbeit. Conny Hilbert gehört dazu. „Die Gäste zu bedienen, das macht mir Freude. Manchmal komme ich auch ein bisschen mit ihnen ins Gespräch“, erzählt sie über ihren neuen Job. Vorher war die 30-Jährige im Bereich Papier der im Hinterhaus beheimateten Lindenwerkstätten tätig, die gleichfalls eine Diakonie-Einrichtung sind.

„Unser Café gibt Menschen mit und ohne Behinderung die Möglichkeit, ohne Berührungsängste und Vorurteile miteinander umzugehen“, sagt Steffi Hennings, die Leiterin des Serviceteams. „Und unseren Mitarbeitern bietet es vielleicht sogar die Chance, sich hier für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren“, fügt sie hinzu. „Ich war erstaunt, wie schnell sie wussten, welche Tasten sie für die verschiedenen Kaffeearten drücken müssen und was wo nachzufüllen ist“, erzählt die ausgebildete Betriebswirtin.

Auf der Speisekarte stehen frische und gesunde Speisen, die aus regionalen und saisonalen Zutaten zubereitet werden. Auch Vegetarier und Veganer kommen auf ihre Kosten. Das verarbeitete Fleisch stammt zum Teil sogar aus der Zweigstelle der Lindenwerkstätten in Panitzsch, die artgerechte Tierhaltung betreiben. Und für das Geschirr können die Neu-Gastronomen auf die Produkte aus der hauseigenen Keramikwerkstatt zurückgreifen. Die selbstgetöpferten Tassen und Teller, die im Lokal erworben werden können, verbreiten eine gemütliche Atmosphäre.

Die Preise für Essen und Getränke sind durchaus marktüblich. „Wir legen Wert auf die Qualität unserer Produkte. Und gute, frische Zutaten sind eben nicht billig“, erläutert Steffi Hennings die Küchenphilosophie. Dabei sei das Café nicht darauf ausgerichtet, Gewinne zu erwirtschaften, sondern gute integrative Arbeitsplätze zu bieten und Begegnungsstätte zu sein für die Menschen im Viertel, die Eltern, deren Kinder in der benachbarten Kita betreut werden, oder die Mitarbeiter der Lindenwerkstätten. Diese wurden 1990 gegründet und gehören ebenfalls zur Leipziger Diakonie. Neben dem Standort in Lindenau gibt es inzwischen auch Zweigstellen in Panitzsch und Schkeuditz. In den Bereichen Metall, Papier, Holz, Keramik und Dienstleistungen sind 156 Menschen mit Behinderungen beschäftigt.

Seit dem Ende der anderthalbjährigen Umbaumaßnahmen im gesamten Haus stehen nun auch drei Säle für Veranstaltungen zur Verfügung. Private Feiern, Seminare oder Firmenveranstaltungen können mit dem hauseigenen Catering ausgerichtet werden. Im größten Saal gibt es eine Bühne, einen Flügel und eine Orgel. Und Pläne für die Zukunft haben die Café-Betreiber auch: So soll es wechselnde Ausstellungen geben, ab Oktober Lesungen oder Musiknachmittage und spätestens im nächsten Sommer einen Freisitz im Hof.

Geöffnet ist montags bis freitags, 11 bis 17.30 Uhr, im Haus der Stadtmission, Demmeringstraße 18.

Von Katrin Kleinod

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