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Neues Haftkrankenhaus in Leipzig: Baustart erfolgt im Juni 2017

Projekt mehrfach vertagt Neues Haftkrankenhaus in Leipzig: Baustart erfolgt im Juni 2017

Streit um Baupläne, Stopp wegen akuter Finanznot: Der seit einem Jahrzehnt mehrfach verschobene Bau eines neuen Haftkrankenhauses in Leipzig ist nun für 2017 geplant. Baustart für das 14,7-Millionen-Projekt ist im Juni. Laut sächsischem Finanzministerium wurde die Entwurfsunterlage „mehrfach mit dem Ziel der Kostenoptimierung überarbeitet“.

Auf diesem Areal soll die neue Haftklinik entstehen. Der Abriss alter Gebäude auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Leipzig erfolgte bereits Ende 2013/Anfang 2014.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Mal waren die Baupläne umstritten, dann wiederum die Kostenhöhe. Nun ist es definitiv: Ab Juni 2017 soll ein neues Haftkrankenhaus in Leipzig entstehen. Das bestätigte das sächsische Finanzministerium auf LVZ-Anfrage. Wie Sprecher Stephan Gößl berichtete, sei die Entwurfsunterlage „mehrfach mit dem Ziel der Kostenoptimierung überarbeitet“ worden. Bereits seit einem Jahrzehnt gibt es das Projekt, wegen akuter Finanznot legte es der Freistaat eine Zeit lang auf Eis.

2009 belief sich die angepeilte Investitionssumme auf zwölf Millionen Euro; 2012 auf knapp 15 Millionen Euro. Seither sind die Stahl- und Materialpreise allerdings enorm gestiegen. Dennoch soll es laut Ministerium bei 14,7 Millionen Euro bleiben. Eine „kompaktere Kubatur“ sowie „Flächenoptimierungen“ waren deshalb vorgenommen worden, hieß es aus Dresden.

Der Neubau wird auf dem 9,8 Hektar großen Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Leipzig-Meusdorf an der Leinestraße hochgezogen. Dort befindet sich bereits ein mehr als 100 Jahre altes Haftkrankenhaus mit 70 Betten, das aufgrund des statisch bedingten Raumschnitts längst nicht mehr den Mindestanforderungen an einen modernen Justizvollzugs- und Krankenhausbetrieb genügt. Häftlinge aus ganz Sachsen werden hier behandelt, je nach Bedarf auch aus benachbarten Bundesländern.

Die neue Klinik, so Finanzministeriumssprecher Gößl, soll eine Kapazität von 80 Betten haben. Sie setzt sich Planungen zufolge aus zwei Teilen zusammen: einem viergeschossigen Riegel und einem U-förmigen, dreigeschossigen Anbau. Das Gebäude wird auf einer Nutzfläche von rund 2470 Quadratmetern über Bettenzimmer in einem somatischen und einem psychiatrisch-psychotherapeutischen Bereich verfügen, zudem über eine ambulante Abteilung mit Eingriffsraum sowie Untersuchungs- und Behandlungsräumen für verschiedene Fachärzte.

Auf dem vorgesehenen Baufeld befanden sich kleinere Trakte wie zum Beispiel eine Apotheke und eine Wärmeübergabestation, die bereits vor einigen Jahren abgerissen worden sind.

Die Zukunft der zwei baugleichen Alt-Gebäude steht noch in den Sternen. „Für sie gibt es noch keine konkreten Festlegungen zu einer künftigen Nutzung“, so das Ministerium. Deshalb sei auch die Entscheidung zu baulichen Maßnahmen offen.

Zuletzt reichten die Planungen von Abriss bis Komplettsanierung. Angedacht war unter anderem, einen der Zwillingsbauten zur zentralen Abschiebehafteinrichtung umzubauen. Die Idee war jedoch vom Tisch, nachdem der Europäische Gerichtshof entschieden hatte, dass Abschiebehäftlinge nicht mit Strafgefangenen untergebracht werden dürfen. Grund: Abgelehnte Asylbewerber hätten nichts verbrochen und dennoch in der Vergangenheit mit Straftätern hinter Gittern gesessen.

Die Zwillingsbauten waren 1911 als Schwererziehbaren-Anstalt für den Fürsorgebund Leipzig konzipiert worden, dienten zeitweise auch als Müttergenesungsheim und Waisenhaus. 1951 wurden erstmals Inhaftierte behandelt.

Von Sabine Kreuz

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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