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Lokales Neues Konzept für Agra-Areal in Leipzig
Leipzig Lokales Neues Konzept für Agra-Areal in Leipzig
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00:21 18.11.2017
Die Agra von oben: Die Veranstaltungshallen sind marode. Die Stadt will nun rund drei Millionen Euro investieren, damit sie bis 2030 genutzt werden können. Quelle: Fotos: André Kempner
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Leipzig

Für das Agra-Areal in Dölitz gibt es ein neues Konzept: Langfristig wird das Veranstaltungsreal als „städtebauliche Reservefläche“ gesehen. Was heißt: Nach 2030 könnten dort eine Schule, Kitas sowie Wohnungen entstehen. Bis dahin fließt aber noch viel Wasser die Mühlpleiße entlang. „Der Status quo wird bis zum Auslaufen der bestehenden Mietverträge bis 2030 beibehalten“, schlagen Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) und Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) dem Stadtrat in ihrem mittelfristigen Entwicklungskonzept vor, der darüber wahrscheinlich auf seiner Dezember-Tagung befinden muss. Die Ausgangslage: Die Agra gehört Leipzig und Markkleeberg. Die Messestadt ist für das östlich des Erholungsparks gelegene Ausstellungsgelände in Dölitz mit Freiflächen und Hallen zuständig, die immer mehr verfallen. Die gute Nachricht: Das Wave-Gotik-Treffen (WGT) auf dem Areal wird langfristig gesichert. Etwa 20 000 Besucher kommen Jahr für Jahr zum WGT. Hunderte „Schwarze“ nutzen dann die Wiesen der Agra als Zeltplatz. Das ist ein ebenso konstanter Geldbringer wie der Antik- und Trödelmarkt, das Lanz-Bulldog-Treffen oder diverse Messen wie Jagd und Angeln.

Investitionen in Brandschutz

Um den Betrieb der Veranstaltungshallen abzusichern, will Leipzig in den nächsten Jahren etwa 3,3 Millionen Euro investieren – vor allem in den Brandschutz. Das Agra-Veranstaltungsgelände wird durch die Victor Immobilien Verwaltungs- und Dienstleistungsgesellschaft bewirtschaftet. Daran soll sich auch nichts ändern, heißt es in dem Papier. Geplant ist auch, den ehemaligen Agra-Club wiederzubeleben. Dabei werden zunächst Schäden und Sanierungsbedarf ermittelt, später wird für das Gebäude ein Pächter gesucht. Die als Flüchtlingsunterkunft errichteten Container im Nordwesten bleiben, um temporär Kitas, die saniert werden, auslagern zu können. Eine Flüchtlingsunterkunft auf dem Areal wird nicht mehr gebraucht.

Erst mal kein Hotel auf dem Agra-Gelände

Umstrittene Vorhaben, wie der Bau eines Hotels oder eines Campingplatzes, die vor gut zwei Jahren für viel Zündstoff sorgten, sind damit erst einmal vom Tisch. Für das Hotel, das wohl außerhalb des Wave-Gotik-Treffens zu Pfingsten nicht wirtschaftlich betrieben werden könnte, gibt es keinen Interessenten. Für einen Campingplatz müsste ins Landschaftsschutzgebiet eingegriffen werden, ein Teil der benötigten Fläche ausgegliedert sowie für Kompensationsmaßnahmen gesorgt werden – das wäre aufwendig, zeitraubend und wahrscheinlich auch teuer. Pläne, auf dem Areal an der Bornaischen Straße einen Supermarkt zu errichten, wurden vom Stadtrat bereits vorher gestoppt (die LVZ berichtete). Gänzlich ausschließen will die Verwaltung ab nicht, dort nach 2030 einen Nahversorger zuzulassen. Nach Auslaufen der Mietverträge soll entschieden werden, was aus dem Gebäudekomplex wird.

Neue Straßen sollen entstehen

Vorgesehen ist auch, neue Wege und Straßen zu bauen – gemeinsam mit der Stadt Markkleeberg wird nach Lösungen gesucht, einen Radweg parallel zur Bundesstraße 2 Richtung Markkleeberger See zu entwickeln. Geplant ist, die Helenenstraße zu entlasten – über sie soll es ebenso wie am Eingang Virchowstraße künftig keine Zufahrt für motorisierten Individualverkehr mehr geben. Der Park & Ride-Platz entlang der Bornaischen Straße bleibt erhalten. Für den Wegebau sind etwa 300 000 Euro nötig, wird prognostiziert. Jene Summe ist in der Investitionssumme von 3,3 Millionen Euro enthalten.

Wie der Erholungspark entwickelt wird, bleibt vorerst offen. Denn noch steht die Entscheidung des Freistaates Sachsen aus, ob die Bundesstraße 2 perspektivisch in einer Tunnellösung unter die Erde gelegt wird oder nicht. Der Park ist mittlerweile wieder zu einem beliebten Ausflugsziel geworden, auch die Parkgaststätte mit Freisitz zieht zuhauf Besucher an.

Von Mathias Orbeck

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