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Neues Leben auf dem Leipziger Polygraph-Gelände: Krause-Villa und Co. werden saniert

Neues Leben auf dem Leipziger Polygraph-Gelände: Krause-Villa und Co. werden saniert

Nach Jahren des Verfalls wird die Villa des Industriellen Karl Krause im Leipziger Stadtteil Anger-Crottendorf saniert. In dem einstmals prachtvollen dreistöckigen Gebäude auf dem früheren Polygraph-Gelände nördlich der Zweinaundorfer Straße sollen insgesamt 14 Wohnungen und drei Gewerbeflächen entstehen, erklärten die neuen Eigentümer Karla Mork-Dörrscheidt und Arno Dörrscheidt gegenüber LVZ-Online.

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Die Krause-Villa im derzeitigen Zustand und nach den Sanierungsplänen der Dörrscheidts.

Quelle: Investor Architekturbüro Voigt

Leipzig. Zudem will das Ehepaar aus Brandenburg, das das Gelände im vergangenen Jahr bei einer Auktion in Berlin ersteigert hatte, auch das nahe Wirtschaftsgebäude der Villa sowie das direkt an der Zweinaundorfer Straße liegende Torhaus rekonstruieren lassen.

„Die Wohnungen in der Villa werden mit bis zu 200 Quadratmetern großzügig bemessen und barrierefrei sein“, erklärte Arno Dörrscheidt. Für geringere Ansprüche seien aber auch kleinere Wohnflächen ab 63 Quadratmeter eingeplant. Im zweistöckigen Wirtschaftsgebäude nebenan, auch bekannt als Remise, sehen die Pläne drei etwa 150 Quadratmeter große Vier- bis Fünfraumwohnungen vor, im Torhaus an der Straße zudem fünf Lofts und weitere Gewerbeflächen. Die Planung liegt in den Händen des Leipziger Architekten Tobias Voigt.

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Leipzig. Als 2010 ein Großfeuer auf dem früheren Polygraph-Gelände wütete, glaubten nur noch die wenigsten, dass vom industriellen Herzen Anger-Crottendorfs irgendwas zu retten wäre. Etliche Hallen und Gebäude der Buchbinderei-Maschinenfabrik - gegründet durch Unternehmerlegende Karl Krause (1823-1902) - waren bald nach der Wende abgerissen worden.

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Istzustand und Entwürfe für Wirtschaftsgebäude und Torhaus auf dem Gelände der Krause-Villa.

Quelle: Investor Architekturbüro Voigt

Derzeit werden in den mehrfach von Bränden heimgesuchten Gebäuden dringend notwendige Beräumungs- und Bestandssicherungsarbeiten durchgeführt, erklärte der Bauherr. Noch in diesem Jahr sollen aber auch die Bauarbeiten beginnen und im Fall des Wirtschaftsgebäudes bereits bis zum Frühjahr 2013 abgeschlossen werden. Die Villa selbst werde im nächsten Sommer fertiggestellt, so Dörrscheidt. Die kommunale Genehmigung für das Vorhaben liege zwar noch nicht endgültig vor, sei aber praktisch nur noch Formsache, so der Eigentümer. In der vergangenen Woche stieß das Besitzerehepaar zusammen mit dem ausführenden Leipziger Architekten Tobias Voigt bei der Präsentation im Stadtbezirksbeirat Leipzig-Ost bereits auf offene Ohren.

Unklar ist bisher noch, was auf dem gut 29.000 Quadratmeter großen und inzwischen stark bewaldeten Gelände rings um die Gebäude entstehen soll. Die Dörrscheidts können sich hier beispielsweise weitere Stadthäuser in einer Parkanlage mit kleineren Seen vorstellen. Konkrete Planungen gebe es dazu bisher aber noch nicht.

Der frühere Eigentümer, Karl Krause, gründete Mitte des 19. Jahrhunderts eine Maschinenfabrik für grafische Anlagen in Leipzig. Auf dem Firmengelände errichtete er 1906 die Familienvilla. 1948 wurde der inzwischen auch von seinem Schwiegersohn Heinrich Biagosch geführte Betrieb enteignet und als Kombinat Polygraph Leipzig Teil der Buchbindereimaschinenwerke der Messestadt.

Nach deren Ende 1994 wollte die Kommune hier ein Wohngebiet mit fünf- bis sechsgeschossigen Häusern in dichter Bebauung errichten. Zu einer Umsetzung kam es jedoch nie. Stattdessen wollte ein privater Investor die Villa sanieren, gab sein Vorhaben aber ob des Umfangs der notwendigen Arbeiten bald auf. Im März 2010 wütete ein Großfeuer in den verbliebenen Mauern, das seitdem ohne Dach ungeschützt dem Verfall preisgegeben schien.

Matthias Puppe

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