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Lokales Neues Leben im Leipziger Felsenkeller – Festsaal soll in diesem Jahr wiedereröffnen
Leipzig Lokales Neues Leben im Leipziger Felsenkeller – Festsaal soll in diesem Jahr wiedereröffnen
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14:56 08.10.2014
Demonstration im Sommer 2013 gegen die Supermarkt-Pläne im Leipziger Felsenkeller. (Archivfoto) Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Stattdessen sorgten zum Teil obskure Veranstaltungskonzepte für Schlagzeilen. Der Eigentümer zog die Reißleine und favorisierte zwischenzeitlich sogar eine Lösung für den Einzelhandel. Dieser „neobarocke Supermarkt“ ist nun offenbar aber vom Tisch. Stattdessen soll der Felsenkeller als Veranstaltungsort wiedereröffnen.  

Wie LVZ-Online erfuhr, plant Projektentwickler Ingo Seidemann künftig ein mehrstufiges Konzept. „Zuerst soll der Veranstaltungssaal zeitnah wieder nutzbar gemacht werden. Hier sind mit den Ämtern aber vor allem noch brandschutztechnische Dinge zu klären“, sagte Seidemann am Mittwoch. Er rechnet mit Investitionen im deutlich sechsstelligen Bereich und hofft auf einer Neueröffnung des Festsaals als Konzert- und Eventhalle noch in diesem Jahr.  

Entsprechende Verträge mit einer Veranstaltungsagentur seien bereits unterzeichnet, die dortigen Macher schon bei konkreten Planungen. „Dem neuen Partner ist auch sehr daran gelegen, nachhaltig im Objekt zu arbeiten“, erzählt Seidemann.  

Neuer Pächter will nachhaltig wirken – Supermarkt auf weiterem Gelände

 

Blick in den historischen Festsaal im Leipziger Felsenkeller. (Archivfoto) Quelle: Wolfgang Zeyen

Zur beauftragten Agentur gehört auch Oliver Schröter, der bisher unter anderem als Buchautor von „111 Orte, die man in Leipzig gesehen haben muss“ in Erscheinung getreten ist. Seinen Angaben zufolge ist das Team der neuen „Felsenkeller Betriebs GmbH“ kein Neuling in der Branche, habe seit Jahren in Mitteldeutschland verschiedenste Konzerte und Festivals organisiert – so wie das Ska-Festival in Rosslau, in der Orangerie in Ferropolis, im Werk II und im UT Connewitz in Leipzig sowie im Alten Theater in Dessau. „Die meisten kommen ursprünglich ja aus Dessau, leben aber seit längerem in Leipzig“, so Schröter weiter. Den Felsenkeller wollen er und seine Kollegen nun so revitalisieren, „wie es zum Standort am besten passt“.  

Das dürfte vor allem die Anrainer im Stadtteil freuen, die vor gut einem Jahr am Felsenkeller gegen die Supermarkt-Pläne protestierten. Letztlich, so Projektentwickler Seidemann am Mittwoch, seien die Umbaukosten hin zum Einzelhandel ohnehin viel zu kostenintensiv gewesen. Gänzlich vom Tisch sind die Einkaufspläne an der Kreuzung von Zschocherscher Straße und Karl-Heine-Straße aber noch nicht: „Das Intaktsetzungskonzept sieht in einem zweiten Schritt vor, auf dem weiteren Gelände des Felsenkellers auch über Einzelhandel nachzudenken, bevor in einem dritten Schritt die Gastronomie ausgebaut werden kann“, so der verantwortliche Planer.  

Der Felsenkeller wurde Ende des 19. Jahrhunderts im damaligen Leipziger Vorort Plagwitz errichtet und 1890 eröffnet. Der zweigeschossige Bau avancierte schnell zum Ausflugsziel und beherbergte neben einem großen Festsaal zwischenzeitlich auch ein Kino. Vor dem zweiten Weltkrieg wurde der Felsenkeller Treffpunkt der Arbeiterbewegung. Unter anderen sprachen hier Rosa Luxemburg, Clara Zetkin, Karl Liebknecht und Ernst Thälmann zu ihren Anhängern. Nach dem Krieg beschloss die Ost-SPD hier ihren Zusammenschluss mit der KPD zur DDR-Einheitspartei SED. Danach nutzte die Jugendorganisation FDJ das Gebäude bis zur Wende.

Matthias Puppe

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