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Neues Leipziger Sportprogramm in der Kritik

Fußballer und Icefighters enttäuscht Neues Leipziger Sportprogramm in der Kritik

Das kommunale Sportamt und externe Fachleute haben in zweieinhalb Jahren Arbeit Leipzigs „Sportprogramm 2024“ aufgestellt. Es soll die Bedingungen für den Breiten- und Leistungsport verbessern. Bei der Bürgerbeteiligung im Rathaus gab es Kritik.

In Leipzig gibt es viele Eislauf-Fans. Vor einigen Jahren wurde deshalb übergangsweise eine der alten Großmarkt-Hallen – der sogenannte Kohlrabizirkus – an der Zwickauer Straße in eine Eisfläche verwandelt.

Quelle: LVZ

Leipzig. Viele Sportvereine hadern mit dem neuen Leipziger Sportprogramm, das unter anderem die großen Bauvorhaben in den nächsten acht Jahren festlegt und im September im Stadtrat beschlossen werden soll (die LVZ berichtete). Bei einer Bürgerbeteiligung im Ratsplenarsaal des Neuen Rathauses war am Montagabend Kritik von Leipziger Fußballvereinen zu hören. Die Botschaft: Die Stadtverwaltung habe ihr „Versprechen“ gebrochen, dass für sie in dem neuen Programm 15 Kunstrasenplätze enthalten sein werden. Diese würden auch dringend benötigt, weil viele Vereine an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten, hieß es. In acht Fußballklubs gebe es bereits einen Aufnahmestopp für Kinder; darüber hinaus sei der Engpass auch mit Blick auf die zu integrierenden Flüchtlinge problematisch, die bevorzug Fußball spielen.

Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) erklärte, er könne sich nicht nur am Bedarf orientieren, sondern müsse auch das Budget im städtischen Haushaltplan berücksichtigen. „Die 15 Plätze hat ihnen niemand versprochen, auch ich nicht“, entgegnete er. „Wir haben vereinbart, dass wir miteinander ins Gespräch kommen und dass wir alles versuchen werden, um die Plätze zu schaffen.“

Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes ergänzte, die Stadt müsse „zwischen Wünschenswertem und Machbarem“ abwägen und insbesondere dem Schulsport Priorität einräumen. Die benötigten Kunstrasenplätze könnten entstehen – aber nur mit „kreativen Lösungen“, wie sie der Verein Rotation 1950 praktiziert habe. Dort hatten Mitglieder freiwillig mehr Beitrag gezahlt und sich beim Bau mit Eigenleistungen engagiert. Auch Sponsoren hatten bei der Finanzierung geholfen.

Gleichzeitig sprach sich Kirmes für eine stärkere Nutzungsintensität auf den vorhandenen Plätzen aus. „Wenn wir den Fußball unbegrenzt in die Sporthallen lassen, dann findet dort keine andere Hallensportart mehr statt“, erklärte die Amtsleiterin.

Auch darauf gab es Widerspruch. Ein Mölkauer Vereinsvorsitzender berichtete, dass sich dort in der Zeit von 17 bis 20 Uhr bereits sechs Fußball-Mannschaften ein Feld teilen und dringend mehr Kapazitäten benötigt würden. „Mölkau ist ganz klar ein Problemfall“, räumte Kirmes ein. Denn für den Platz gebe es ringsum keine Erweiterungsflächen; es müsse vielmehr ein ganz neuer Standort entwickelt werden. „Wir sind mit den Vereinsvorständen in der Diskussion, aber es ist nicht ganz leicht“, so die Fachfrau.

Auch das Leipziger Eishockeyteam Icefighters versuchte, den Bau einer Eishalle ins Gespräch zu bringen. Leipzig sollte dabei über die Stadtgrenze hinaus nach Verbündeten Ausschau halten, hieß es. Zum Beispiel in Nordsachsen. Rosenthal stellte klar, dass sich Leipzig weder vorstellen könne, eine Eishalle zu bauen noch sie zu betreiben – auch die Nachbarkreise seien dazu nicht bereit. Anders wäre es, wenn die Icefighters einen privaten Investor hätten. „Dann setzen wir uns an einen Tisch und schauen, was wir tun können“, so der Bürgermeister.

Viele der rund 50 Teilnehmer befanden auch, dass das von der Stadt im
neuen Sportprogramm angesetzte Jahresbudget von rund 800 000 Euro viel zu gering sei. Mitglieder des städtischen Fachausschusses Sport signalisierten daraufhin, dass sie sich für mehr Geld stark machen wollen. „Natürlich wird das eine schwierige Diskussion“, sagte Stadtrat und Ausschusschef Christopher Zenker (SPD). Aber aus seiner Sicht sei noch eine „ordentliche“ Erhöhung möglich.

Von Andreas Tappert

Leipzig, Neues Rathaus 51.3396955 12.3730747
Leipzig, Neues Rathaus
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