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Lokales Neues Logo und nächtliche Leuchtkunst: Höfe am Brühl haben jetzt vier Sterne
Leipzig Lokales Neues Logo und nächtliche Leuchtkunst: Höfe am Brühl haben jetzt vier Sterne
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08:52 16.09.2016
Besucher Heiner Senden nutzte schon am Donnerstag die Service-Offensive in den Höfen am Brühl. Vor einem großen historischen Foto ließ er sich die Schuhe putzen.  Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

 Portiers im dunklen Frack öffneten am Donnerstag die Glastüren des Einkaufszentrums. Historisch kostümierte Barbiere oder Schuhputzer boten gratis ihre Dienste in den Höfen am Brühl an. „Auch in den nächsten Tagen wollen wir mit verschiedenen Aktionen darauf aufmerksam machen, dass sich der Service bei uns noch mal deutlich verbessert hat“, erklärte Centermanagerin Andrea Eggers den extra geladenen Medien. Über eine Million Euro habe der Eigentümer Unibail-Rodamco Germany in diesem Jahr investiert, um die Höfe in die Premiumklasse seiner 24 deutschen Center zu führen.

Nach den Pasing Arcaden in München, Minto in Mönchengladbach und dem Ruhr-Park Bochum sei der Standort im Leipziger Zentrum nun der vierte, der einen aufwendigen Test bestanden hat, sagte Ulrich Wölfer. Er ist Sprecher der Geschäftsleitung von Unibail-Rodamco Germany, einer Tochter des größten börsennotierten Immobilienkonzerns in Europa – mit Sitz in Frankreich. Demnach erhielten nur Center, die einen Katalog mit 684 Kriterien erfüllen, vom Konzern ein Vier-Sterne-Label verliehen. Vorher prüfe die unabhängige Schweizer Gesellschaft SGS den ganzen Katalog. „Es gab mehrere Center, die unsere Zertifizierung im ersten Anlauf nicht geschafft haben.“

Anders die Höfe am Brühl, wo sich mit dem am Donnerstag verliehenen Vier-Sterne-Label auch das Logo sowie der Internet-Auftritt änderten. „Für das neue Logo wurde extra eine neue Schrift entwickelt. Sie heißt Liabinu, also wie Unibail, nur rückwärts“, so Eggers. In der Nacht zum Freitag sollten alle Schriftzüge an den Fassaden des 2012 eröffneten Centers ausgetauscht werden. Das alte Logo symbolisierte noch die vier großen Höfe in dem über 200 Millionen Euro teueren Neubau.

Ein 15-köpfiges Team hatte die Zertifizierung seit Monaten vorbereitet, sagte sie. Fast 700 000 Euro seien in allerlei Verbesserungen geflossen. So gibt es nun einen überdachten Fahrradraum mit Druckluftpumpe am Tröndlinring, eine Sky-Fußball-Lounge samt Tischkicker im Obergeschoss, dreisprachige Hostessen an der Rezeption, auf Wunsch einen Einkaufsbegleiter, zwei neue Tesla-Schnelllade-Stationen im Parkhaus (plus zehn für alle Elektroautomodelle), 105 XXL-Parkplätze für größere Fahrzeuge, zwei E-Bike-Stationen, eine Hundestation neben den Toiletten im Untergeschoss, Buggy- und Rollstuhl-Verleih, Baby-Lounge mit Flaschenwärmern, Kinderstühle in allen 23 Restaurants und vieles andere mehr.

Bereits im Mai wurden eine Lichtinstallation und vier Lounge-Bereiche im Obergeschoss eingeweiht, was einen „mittleren sechsstelligen Betrag“ gekostet hatte, so Eggers. Auch das Unterhaltungsangebot wuchs. So gebe es jetzt den „Höfe-Donnerstag“, an dem Zumba-Kurse, Gesundheitstalk, Führungen oder Stilberatungen gratis angeboten werden.

Ziel der Service-Offensive sei es, den Kunden mehr als nur Einkaufsmöglichkeiten zu bieten, erklärte Wölfer. „Wir wappnen uns gegen den Internet-Handel, über den heute 20 bis 25 Prozent der Gesamtumsätze laufen.“ Die Zahl der Höfe-Besucher solle von 13 Millionen im vergangenen Jahr auf 14 Millionen steigen. „Bei den Umsätzen liegen wir schon fast zehn Prozent über 2015“, so Eggers.

Am 23. Oktober soll endlich ein Licht-Projekt der Leipziger Künstlergruppe FAMED starten, die 2012 den Wettbewerb zur Kunst am Bau gewonnen hatte. „An jedem Donnerstag um 23 Uhr werden die am Center installierten Lichter als metaphorische Verbindung zwischen Vergangenem und Zukünftigem phasenweise für einige Minuten ab- und wieder angeschaltet“, teilten die Höfe dazu mit.

Von Jens Rometsch

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