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Lokales Neues Parkkonzept für Leipzigs Waldstraßenviertel steht
Leipzig Lokales Neues Parkkonzept für Leipzigs Waldstraßenviertel steht
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09:03 01.06.2018
So soll der neue Stadionvorplatz aussehen: Mitten auf dem Areal entsteht eine zentrale Eingangszone mit einem RB-Fanartikel-Shop. Rechts und links davon werden Stellflächen und Fahrradbügel angeordnet (Skizze). Im Waldstraßenviertel sind neue Parkscheinautomaten vorgesehen (kleines Foto rechts oben). Sie werden mit Solarenergie be- trieben. Quelle: Grafik: Patrick Moye/ Foto: Stadt Leipzig
Leipzig

 Die Stadtverwaltung macht jetzt mit ihrem neuen Verkehrskonzept für das Sportforum ernst: Wenn der Rat im August grünes Licht gibt, wird im Waldstraßenviertel die bereits getestete „Sperrzone“ umgesetzt und bei Veranstaltungen mit mehr als 20 000 Besuchern eine sogenannte Bewohnerschutzzone eingerichtet. Fest etabliert werden soll ein Anwohnerparken mit Parkausweisen. Dieses Pilotprojekt soll später auch auf Quartiere südlich der Jahnallee, zum Beispiel auf das Bachviertel, ausgedehnt werden. Außerdem schafft die Stadt für 496 000 Euro exakt 78 neuartige Parkscheinautomaten an. Auch der Stadionvorplatz wird umgestaltet und der Westplatz sowie der Waldplatz erhalten neue Regel-Technik. Spätestens bis Mitte 2019 soll alles fertig sein.

„Sperrkreis“ bleibt dauerhaft

Mit Bau-Bürgermeister Dorothee Dubrau (parteilos) und Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) erläuterten gestern im Neuen Rathaus gleich zwei Spitzen der Verwaltung die Details. Die neue „Bewohnerschutzzone“ werde bereits seit 2016 unter dem Namen „Sperrkreis“ getestet, hieß es. Wie bisher werde drei Stunden vor und eine halbe Stunde nach Spielbeginn die Einfahrt für Bewohner, Lieferfahrzeuge und Taxis nur noch von der Straße am Sportforum über die Goyastraße kommend als Rechtseinbieger in die Waldstraße sowie über die Kreuzung Leibnizstraße/Hinrichsenstraße möglich sein. Alle weiteren in das Gebiet führenden Straßen würden während der Schutzzonenzeit für die Ein- und Ausfahrt gesperrt. Die Ausfahrt sei lediglich über die nördliche Waldstraße am Knoten Zöllnerweg/Leutzscher Allee und im Süden über Waldplatz und Friedrich-Ebert-Straße möglich.

Dauerhaft werden im Waldstraßenviertel zwei Bewohnerparkgebiete ausgewiesen, deren Grenze westlich der Leibnizstraße verläuft. Westlich der Waldstraße wird es einen „Riegel“ von Parkplätzen geben, die von abends und nachts (von 17 bis 8 Uhr) für Anrainer als Inhaber eines beim kommunalen Ordnungsamt zu erwerbenden Anwohnerparkausweises reserviert sind. Tagsüber hingegen kann dort jeder parken, etwa Beschäftigte und Kunden der im Viertel ansässigen Läden, Gewerbebetriebe und Praxen.

Anwohnerparkausweis kostet 30,70 Euro

Im östlich angrenzenden Gebiet ist das Parken kostenpflichtig und montags bis freitags von 8 bis 23 Uhr auf maximal zwei Stunden beschränkt. Dort sollen Bewohner ohne Parkausweis und alle übrigen Stellplatz-Suchenden parken. Anwohner mit Parkausweis hingegen müssen dort nichts bezahlen. In der angrenzenden Jahnallee kann künftig nur noch mit Parkscheiben geparkt werden. Gezahlt werden muss dort nichts.

Wer seinen Hauptwohnsitz im Viertel hat, kann den Anwohnerparkausweis erwerben, der aktuell pro Stellplatz und Jahr 30,70 Euro kostet. Ein Ausweis für ein Jahr und drei Monate ist für 38,37 Euro verfügbar, für ein Jahr und sechs Monate kostet er 46,05 Euro. Für ein Jahr und neun Monate werden 53,72 Euro verlangt. Die Verwaltung rechnet mit rund 4000 Anträgen. Familien, die zwei Autos besitzen und im Waldstraßenviertel wohnen, können auch zwei Parkausweise erwerben. André Jaroslawski vom Bürgerverein Waldstraßenviertel begrüßte das Vorhaben. „Wir stehen hinter dem Projekt“, erklärte er.

Neuer Stadionvorplatz

Bei der Neugestaltung des Stadionvorplatzes entstehen vor allem Bewohnerparkplätze, aber auch Stellflächen für Poli- zei und Rettungswesen, die Großveranstaltungen absichern. Auch Fahrradbügel werden installiert.

Bürgermeister Rosenthal will gegen Verstöße vorgehen. Künftig würden Kontrollen werktags von 7 bis 22 Uhr stattfinden, an Samstagen von 9 bis 17.30 Uhr. Abgeschleppt werden Autos, die länger als drei Stunden ohne Parkschein stehen oder im eingeschränkten Halteverbot ohne Bewohnerparkausweis angetroffen werden. Die Abschleppkosten liegen zwischen 60 und 360 Euro zuzüglich Gebühr und Auslagen.

Der ursprünglich erwogene Bau eines neuen Parkhauses am Stadion steht aktuell nicht an. Es gebe kein Betreiber-Interesse, hieß es. Autofahrer, die unbedingt am Stadion parken wollen, könnten den Parkplatz am Cottaweg ansteuern, dort gebe es „noch Luft nach oben“.

Auch der Bau einer sogenannten Feuerbachschleife für die Straßenbahn ist noch nicht spruchreif. Die Überarbeitung des Verkehrskonzeptes für die von RB angekündigte Vergrößerung des Stadions läuft noch.

Von Andreas Tappert

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