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Lokales Neues Verkehrskonzept für Zoo und Stadion: Stadt ist verwundert über Wawrzynskis Vorstoß
Leipzig Lokales Neues Verkehrskonzept für Zoo und Stadion: Stadt ist verwundert über Wawrzynskis Vorstoß
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18:51 07.07.2011
Bei Großveranstaltungen wie dem Mario-Barth-Gastspiel ist die Waldstraße verstopft. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Baubürgermeister Martin zur Nedden verwies am Donnerstag darauf, dass das Verkehrskonzept für diesen Bereich bereits in Arbeit sei. René Hobusch, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion im Stadtrat, rief dazu auf, die Äußerungen Wawrzynskis ernst zu nehmen.

„Mit Interesse und Erstaunen" habe die Stadt Leipzig die Forderungen des Polizeipräsidenten zu Verkehrsfragen im Bereich Zoo / Stadion / Arena zur Kenntnis genommen, heißt es in einer Mitteilung des Dezernates für Stadtentwicklung und Bau. Zur Nedden verweist darin auf die in Kürze stattfindenden Gespräche, in dessen Vorfeld alle Teilnehmer gebeten worden seien, die für sie wichtigen Themen mitzuteilen. „Eine entsprechende Rückmeldung der Polizei war bis heute nicht zu verzeichnen", so der Baubürgermeister.

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Zudem arbeite die Verwaltung „wie inzwischen mehrfach und bei unterschiedlichen Gelegenheiten erläutert" an konzeptionellen Überlegungen zur Abwicklung des Verkehrs im Umfeld von Zoo und Stadion. Dabei würden alle Akteure eingebunden, auch die Polizei. „Es verbieten sich angesichts der komplizierten Zusammenhänge unüberlegte Schnellschüsse", sagte zur Nedden weiter. Die Stadt sei sich der Bedeutung der Thematik durchaus bewusst.

Polizeipräsident Horst Wawrzynski hatte befürchtet, das dringend notwendige neue Verkehrskonzept für diesen Bereich könnte mit Rückblick auf die angespannte Situation am vergangenen Wochenende zu spät greifen. Die Stadt sei nicht ausreichend darauf vorbereitet, dass mit dem neuen Gondwanaland, attraktiven Großkonzerten in der Arena und dem in einigen Jahren möglichen Aufstieg von RB Leipzig in die Bundesliga regelmäßig 60.000 Besucher und mehr den Bereich um Zoo und Stadion frequentieren.

Er strebe deshalb eine langfristige Strategie bis 2020 und darüber hinaus an, so Wawrzynski. Dabei müsse geschaut werden, was nötig und finanzierbar sei und was geleistet werden könne, um ein vernünftiges Konzept auf die Beine zu stellen. „Der notwendige Straßenbau lässt sich nicht in ein, zwei Jahren erledigen", sagte der Polizeipräsident. Vor diesem Hintergrund sei jedoch zu befürchten, dass die Stadt über Jahre mit einem verkehrsplanerischen Ausnahmezustand leben müsse.

Auf diesem Standpunkt steht auch René Hobusch, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat. „Die Planung eines solchen Konzeptes ist die eine Seite der Medaille, die Umsetzung eine andere. Dafür brauchen wir Zeit und vor allem den Willen, Prioritäten im Haushalt zugunsten der Realisierung zu ändern", sagte Hobusch laut einer Fraktionsmitteilung vom Donnerstag.

Hobusch bezeichnete die weit in die Zukunft reichenden Gedankenspiele von Wawrzynski als sinnvoll und verwies in diesem Zusammenhang auf einen Antrag der FDP-Fraktion, in dem die Liberalen ein ganzheitliches Verkehrskonzept gefordert hatten. „Wenn wir an der einen Stelle der Stadt Entlastungen oder Umorganisationen vornehmen, gibt es immer den Domino-Effekt auf andere Bereiche. Daher sind individuelle Konzepte für einzelne Stadtteile zum Scheitern verurteilt", so Hobusch, der die FDP-Fraktion im Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau vertritt.

Obwohl am vergangenen Wochenende trotz Gondwanaland-Eröffnung und Mario-Barth-Gastspiel das befürchtete Verkehrschaos im Umfeld von Zoo und Stadion ausgeblieben war, halten Polizeipräsident Wawrzynski und Michael Jana, Leiter der Leipziger Straßenverkehrsbehörde, die Situation für kaum übertragbar. „Die Situation war nicht repräsentativ", so Jana. „Wir waren gut vorbereitet, aber es ist noch nicht die Belastung eingetreten, die wir erwarten." Deshalb sei vorgesehen, die Ereignisse in der nächsten Woche auszuwerten und erneut zu beraten.

In einer der nächsten Beratungen von Stadt, Veranstaltern und Polizei wird es um die Nutzungskonzepte für Flächen in den Vierteln rund um die Red-Bull-Arena gehen. Dann sollen auch die Bürgervereine aus den Stadtteilen in die Gespräche über ein neues Verkehrskonzept für Großveranstaltungen im Stadion einbezogen werden.

Ines Christ/Frank Döring/Andreas Tappert

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