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Lokales Neun Tage, drei Städte: So lief die Reise durch die USA
Leipzig Lokales Neun Tage, drei Städte: So lief die Reise durch die USA
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00:48 09.03.2018
Vor Houstons Skyline: 22 Leipziger Bürger beteiligten sich an der Reise in die USA. Gemeinsam mit Stadtvertretern besuchten sie auch Washington und Boston.
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Leipzig

Neun Tage lang reiste eine 30-köpfige Delegation aus Leipzig durch die USA, machte Halt in Boston, Washington und Houston. Das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zum texanischen Houston gab den Anlass für die Reise (die LVZ berichtete). „Die Gesamtwetterlage zwischen den USA und der Europäischen Union ist gestört. Das merkt man bis in die kommunale Ebene hinein“, resümiert Gabriele Goldfuß, die das Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig leitet. „Wir müssen Gas geben. Die Verbindungen zu den amerikanischen Städten sind keine Selbstverständlichkeit.“

Höhepunkt der Reise war der Besuch der Partnerstadt. Für Goldfuß ist Houston eine dynamische Stadt. „Sie denkt nach vorn“, hat sie festgestellt. In den vergangenen 25 Jahren der Städtepartnerschaft sei vor allem kulturell viel passiert. Künftig soll es aber nicht nur um die Kultur, sondern mehr um die Bevölkerung und einzelne ethnische Gruppen gehen. Welche Erfahrungen machen sie, was bewegt sie? „Da können wir uns eine Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen beider Länder gut vorstellen“, ergänzt Timothy Eydelnant, US-Generalkonsul in Leipzig, der zur Delegation gehörte.

Leipzig inspiriert Boston

Zweiter Stopp: Boston. Und auch wenn es keine offizielle Städtepartnerschaft mit Leipzig gibt, so existiert doch eine enge Verbindung. Ein Kooperationsvertrag zwischen dem Gewandhausorchester und dem Boston Symphony Orchestra wurde unterzeichnet. Schon seit dem 19. Jahrhundert sind beide Städte musikalisch mitein- ander verbunden. „In Boston gibt es eine kleinere Version des zweiten Leipziger Gewandhauses, das einst im Musikviertel stand“, berichtet Goldfuß. Schon damals holten sich Bostoner Musiker Inspiration in Leipzig. Und auch künftig möchte sich die große amerikanische Stadt etwas abgucken. Der „Freedom Trail“, eine vier Kilometer lange Besichtigungsroute, die 17 historische Sehenswürdigkeiten verbindet, soll touristisch attraktiver werden. Vorbild könne die Leipziger Notenspur sein.

Miteinander kooperieren wollen künftig auch die Universitäten von Leipzig und Boston. Im medizinischen Bereich soll es ein gemeinsames Projekt zur Erforschung von Fettleibigkeit geben. Leipzigs Uni-Rektorin Beate Schücking war mit vor Ort, um das Band enger zu knüpfen. Die Universitätsbibliotheken beider Städte wollen die Digitalisierung ihrer Medien verbessern.

Wirtschaftskontakte knüpfen

In Washington ging es darum, politische und wirtschaftliche Kontakte zu knüpfen und die Ansiedlung Leipziger Unternehmen in den USA voranzutreiben. „Leipzig ist wirtschaftlich im Kommen“, sagt Goldfuß. Ein gutes Beispiel sei das Unternehmen Spreadshirt, das bereits Standorte in Amerika hat und sein Engagement nun auf neue Niederlassungen in Kentucky, Pennsylvania und Nevada ausdehnt. Ebenso wie die Strombörse EEX mit Sitz in Leipzig, die die US-amerikanische Nodal Exchange aufkaufte. Vor allem im Bereich der Start-ups in Leipzig soll künftig eine Verbindung zum amerikanischen Markt geschaffen werden. Dabei will die Stadt unterstützend agieren, „damit unsere Wirtschaft im Ausland Fuß fassen kann“, so Goldfuß weiter.

Im U.S. Diplomacy Center des US-Außenministeriums in Washington begutachtete die Delegation ein Teilstück der Berliner Mauer, das vom Leipziger Künstler Michael Fischer-Art bemalt und mit Unterschriften von deutschen Politikern und Bürgerrechtlern signiert worden war.

Politische Situation kein Hindernis

Den Elan der USA-Reise will Referatsleiterin Goldfuß weitertragen und auf kommende Projekte ausweiten. Bereits im Juni finden die Boston-Tage in Leipzig statt. Am 4. Juli folgen der jährliche Empfang im US-Konsulat, im September die 2. Boston-Tage sowie ab dem 26. Oktober eine Houston-Woche. „Es ist eine spannende Phase, auch wenn das Verhältnis beider Länder politisch gestört ist“, so Goldfuß. Eine Beziehung zwischen den amerikanischen Städten und Leipzig sei aber unabhängig von der politischen Großwetterlage möglich, ergänzt US-Generalkonsul Eydelnant. Und auch Russland und die Ukraine vergesse man in Leipzig nicht. „Das eine machen, das andere nicht lassen“, nennt das Netzwerkerin Goldfuß.

Von Stephanie Helm

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