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Lokales Noch nicht mal die Hälfte der Auwald-Eingriffe ausgeglichen
Leipzig Lokales Noch nicht mal die Hälfte der Auwald-Eingriffe ausgeglichen
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11:03 30.10.2018
Entlang des Luppedeiches zwischen Leipzig und Schkeuditz waren zur Gefahrenabwehr Bäume gefallen, um Schutzstreifen wie hier anzulegen. Ersatz steht zum Teil noch aus Quelle: André Kempner
Leipzig

Mit dem Hochwasser 2011/2012 waren als Gefahrenabwehr entlang der Luppe zwischen Leipzig und Schkeuditz Bäume auf den Deichen und den dahinterliegenden Schutzstreifen entfernt worden. Die Ausgleichsmaßnahmen dafür sind aber noch immer nicht vollständig umgesetzt, ergab jetzt eine Kleine Anfrage des bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Wolfram Günther.

Auf einer Strecke von 23 Kilometern seien damals Auwald-Bäume abgeholzt worden, erinnert sich Günther. Dafür und für den Deichausbau sei im Ausgleichsplan ein Wert von über sieben Millionen Punkten errechnet worden. „Davon sind bis heute 2,8 Millionen Punkte umgesetzte“, moniert er. Und dabei sei bei Eingriffen in europäischen Schutzgebieten wie der Aue vorgesehen, dass der Ausgleich noch vor den Abholzungen „oder zumindest kurz danach umgesetzt werden muss“, erklärt Günther. Insbesondere negativ falle ihm auf, dass Auwald-Wiedervernässungsprojekte am Möckernschen Winkel und im Ratsholz immer noch nicht umgesetzt seien. „Damit fehlen vor allem die beiden Projekte, die für die Wiedervernässung der Auen wichtig sind“, kritisiert Günther.

Umweltamt für Flächenvergabe zuständig

Für den Ausgleich verantwortlich ist die Landestalsperrenverwaltung, für die Flächenbereitstellung das Leipziger Umweltamt. Dessen Leiterin Angelika Freifrau von Fritsch bedauert die Verzögerungen, verweist aber auf eine Vielzahl von zu klärenden Fragen. „Die Landestalsperrenverwaltung und wir haben gemeinsam nach Flächen gesucht“, erzählt sie. Schließlich sei es im Interesse der Stadt, dass der Ausgleich für die Eingriffe auch hier vor Ort geschehe.

Allein elf Maßnahmen wurden von 2012 bis 2018 bereits umgesetzt, darunter Aufforstungsprojekte in der Hartholzaue in Lützschena, Hänichen und Gundorf. Zu den weiteren, bereits laufenden Maßnahmen zählt etwa auch die Entwicklung des Hutewaldes auf der Südwestseite des Cospudener Sees (die LVZ berichtete).

„Bei dem Projekt ,Dynamische Aue’ im Ratsholz im Süden sind wir in den letzten Zügen der Genehmigungsphase“, erklärt von Fritsch. Das Großvorhaben umfasse allein eine Million Ausgleichspunkte, betreffe eine Fläche von 13,8 Hektar. Es handele sich in etwa um das Areal, das für eine Uni-Versuchsreihe bislang im Frühjahr immer für einige Wochen künstlich unter Wasser gesetzt wurde, erklärt von Fritsch. Mit dem neuen Vorhaben werde die Fläche regelmäßig von kleineren Hochwassern vernässt.

Naturschützer und Wissenschaftler sind sich einig, dass der Auwald mehr Wasser benötigt. Im Norden wird dazu das Projekt Lebendige Luppe geplant.

Von Jörg ter Vehn

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