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Lokales Notenrad - diese Route braucht nun Fahrtwind
Leipzig Lokales Notenrad - diese Route braucht nun Fahrtwind
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20:25 13.07.2014
Edelstahlintarsien leiten die Besucher in Leipzig über die 5,1 Kilometer lange "Notenspur". Quelle: André Kempner

Die Notenspur führt seit Mai 2012 per Fuß durch die Leipziger City auf eine 5,3 Kilometer lange Route durch die Innenstadt zu Wohn- und Schaffensstätten berühmter Komponisten. Die beiden Nachfolgeprojekte Notenrad und Notenbogen sind konzipiert - doch mit der Umsetzung geht es, freundlich gesagt, eher schleppend voran. So sollte das Notenrad in Leipzigs Jubiläumsjahr 2015 öffnen - im Ämterdschungel fühlte sich aber niemand zuständig, sich im Etat 2014 um Geld zu kümmern, um die notwendigen Planungen anzuschieben und Fördermittel beim Land zu beantragen.

Da die Notenspur-Initiative um Werner Schneider nicht locker lässt, steht zumindest die Route fest, die nun ausgebaute Radwege und Wegweiser benötigt. 20 Stationen soll es auf der 40 Kilometer langen Notenrad-Tour geben, die am Alten Bachdenkmal beginnt und am Gewandhaus endet (siehe Karte). Dabei geht es zu musikgeschichtlich interessanten Orten außerhalb der City. Zu den Stationen gehören das Rittergut Kleinzschocher, in dem Bachs Bauernkantate uraufgeführt wurde, sowie die Gedächtniskirche Schönefeld, in der Clara und Robert Schumann heirateten. Oder zu Orten, die mit Lortzing, Reger, Schubert, Strauss, Zöllner, Mahler, Eisler und anderen verbunden sind. Welche Stadt hat das schon zu bieten?

"Die Leipziger Notenspur will sich um das Europäische Kulturerbe-Siegel bewerben, das macht die Umsetzung des Projektes noch dringlicher", sagt Werner Schneider. Hintergrund: Die Kultusministerkonferenz hat die Unesco-Bewerbung Leipzigs aussortiert, das Siegel als Alternative vorgeschlagen. "Innovative Ideen zu verschleppen, wäre kein Ruhmesblatt für Leipzig", sagt Schneider. Und hofft, dass Leipzig Impulsgeber bleiben kann. "Mit der Notenspur wurde eine touristische Attraktion geschaffen, die das Alleinstellungsmerkmal der Musikstadt Leipzig eindrucksvoll belegt", bekräftigt Volker Bremer, Chef der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH. Die "musikalische" Radpartie habe das Potenzial ebenfalls.

Die Konkurrenz schläft aber nicht. So wird gerade mit Unterstützung des Kultusministeriums Thüringen ein überregionaler Bachradweg entwickelt, der auch nach Leipzig und Köthen führt. Hintergrund: Die Deutsche Zentrale für Tourismus vermarktet Deutschland stärker als Kultur- und Radreiseland. Hinzu kommt: Leipziger Bürger sammeln Spenden fürs Notenrad, wollen auch ein Kletterorchester-Spielplatz auf der Strecke befördern. Ein gutes Signal wäre, meinen einige der Akteure, wenn die Stadtoberen den Fahrtwind aufnehmen und das Projekt nicht länger ausbremsen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.07.2014

Matthias Orbeck

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