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Lokales Notsicherung am Capa-Haus in Leipzig-Lindenau: Stadt will Einsturz verhindern
Leipzig Lokales Notsicherung am Capa-Haus in Leipzig-Lindenau: Stadt will Einsturz verhindern
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09:24 01.02.2012
Blick auf den zerstörten Dachstuhl am Capa-Haus. Quelle: Copyright Stadt Leipzig
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„Sie stiegen ein Stockwerk über jener Wohnung, wo die berühmten Fotografien des Kriegsberichterstatters Robert Capa entstanden, in das Gebäude ein“, beobachtete Hoffmann. „Warum? Keine Ahnung. Es parkten aber drei Autos vor dem Haus, unter anderem ein großer BMW.“

Aufklärung gab es am Abend aus dem Rathaus. „Auf Veranlassung des Amtes für Bauordnung und Denkmalpflege musste kurzfristig eine Notsicherung vorgenommen werden“, teilte ein Stadtsprecher mit. „Der Eckbereich im dritten Obergeschoss ist einsturzgefährdet. Eine von außen anzubringende Stützkonstruktion aus Holzbalken soll den Eckbereich und die Holzveranda auf der Straßenseite sichern. Die Arbeiten werden von einem Hubsteiger aus erledigt.“

Ursache der Schäden seien die Niederschläge gewesen, die jahrelang durch das undichte Dach eindringen konnten. Zudem werde im Zusammenhang mit dem aktuellen Winterwetter davon ausgegangen, dass die statische Situation des Hauses durch zusätzliche Schneelasten verschlechtert werden könnte.

Die Notsicherung diene der Gefahrenabwendung und dem Schutz Dritter. Sie verhindere nicht, dass weiter Wasser eindringt und noch andere Gebäudeteile geschädigt werden. „Zur Rettung des Gebäudes wäre es erforderlich, unverzüglich das Dach abzudichten und die geschädigten Bauteile instand zu setzen. Die Veranlassung dieser Arbeiten obliegt aber dem Eigentümer“, so der Sprecher. Wie berichtet, ist die Eigentümerfirma aus der Schweiz pleite.

Nach LVZ-Informationen wurden die Grundschuldforderungen unlängst von der Landesbank Hessen-Thüringen an eine Firma mit Sitz in Luxemburg verkauft. Diese lässt das Capa-Haus am 10. Februar am Leipziger Amtsgericht zwangsversteigern. Mindestgebot: ein Euro. Falls sich ein Käufer findet, müsste er auch die Auslagen der Stadt für die Notsicherung erstatten.

Jens Rometsch

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