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Lokales Notübernachtungen für Obdachlose werden in Leipzig teurer – mehr als 17.000 Fälle pro Jahr
Leipzig Lokales Notübernachtungen für Obdachlose werden in Leipzig teurer – mehr als 17.000 Fälle pro Jahr
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12:57 22.04.2013
Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Statt wie bisher 2,56 Euro sollen künftig fünf Euro pro Übernachtung gelöhnt werden, die Nutzung von Waschmaschinen und Trockner steigt von 50 Cent auf einen Euro.

Grund für die Erhöhung ist laut Stadtverwaltung der geringe Kostendeckungsgrad beim Angebot für Wohnungslose. Pro Übernachtung müssen etwa 50 Euro aufgewendet werden, mit der Erhöhung des Obdachlosenanteils sollen nun Einsparungen in Höhe von etwa 41.000 Euro für den Stadthaushalt möglich werden. Bisher lag der Zuschussbedarf bei mehr als 765.000 Euro pro Jahr, heißt es aus dem Neuen Rathaus.

Nach Angaben von Evelin Balogh, Leiterin im Übernachtungshaus für wohnungslose Männer in der Rückmarsdorfer Straße, wird aber nur ein Bruchteil der Klienten tatsächlich tiefer in die Tasche greifen müssen. „Auf die Meisten hat das kaum Auswirkungen. Nur die, die auch ein Einkommen haben, müssen den Anteil selbst bezahlen. Für alle Anderen, die beispielsweise ALG II bekommen, trägt das Jobcenter die Übernachtungskosten“, so Balogh.

Im Vergleich zu anderen Kommunen rangiert die Messestadt mit der Gebührenerhöhung noch im unteren Mittelfeld. In Chemnitz kostet eine Übernachtung aktuell drei Euro pro Person, ebenso in Bitterfeld-Wolfen oder in Magdeburg. In Dresden werden bereits sechs Euro von Obdachlosen verlangt und in Pirna müssen Wohnungslose bei Inanspruchnahme der Notunterkunft sogar 15,35 Euro bezahlen.

In den drei kommunalen Unterkünften wurden 2011 insgesamt mehr als 17.000 Übernachtungen gezählt. Wie Evelin Balogh berichtet, sei nicht die allgemeine Wohnungssituation Grund für Obdachlosigkeit in Leipzig. „Es gibt Menschen, die in Problemlagen geraten, die zum Beispiel Mietschulden nicht mehr bezahlen können und nach einer Zwangsräumung zu uns kommen“, so Balogh. Mehr als die Hälfte aller Suchenden findet in den 50 Betten im Leutzscher Haus für wohnungslose Männer temporäre Unterkunft. Das Pendant für Frauen in der Scharnhorststraße verfügt über 24 Plätze, die Notschlafstelle für Drogenabhängige in der Chopinstraße über zehn Plätze.

Matthias Puppe

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