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Lokales OBM Jung „Wir wollen einen Neuanfang beim Lichtfest“
Leipzig Lokales OBM Jung „Wir wollen einen Neuanfang beim Lichtfest“
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10:57 26.10.2018
Tausende Menschen versammelten sich auch in diesem Jahr wieder um die aus unzähligen Kerzen geformte „89“ auf dem Augustusplatz. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Zehn Jahre lang war Jürgen Meier für die künstlerische Leitung des Lichtfestes am 9. Oktober verantwortlich. Zuletzt gab es jedoch immer wieder Kritik an seiner Arbeit, wurden gar Forderungen nach seinem Rücktritt laut. Nun will die Stadt den Posten neu vergeben.

„Wir wollen einen neuen Anfang suchen“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) gegenüber der LVZ. Und er kündigt zugleich an: „Wir werden die künstlerische Leitung künftig ausschreiben.“ Er habe Meier daher für sein großes Engagement in den vergangenen zehn Jahren noch am Abend des diesjährigen Lichtfestes gedankt.

Die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), die das Event zur Friedlichen Revolution veranstaltet, sei für diesen Weg aufgeschlossen, so Jung weiter. Denkbar sei etwa, die künstlerische Leitung nicht von Jahr zu Jahr neu, sondern gleich für mehrere Jahre im Paket zu vergeben. LTM hat mit den Vorbereitungen fürs Lichtfest 2019 allerdings längst begonnen. Sonst würde es wohl nicht stattfinden können, hieß es.

Neuer Beirat setzt inhaltliche Schwerpunkte

Eigentlich soll sich mit der inhaltlichen Ausrichtung der Lichtfeste künftig ein vom Stadtrat initiierter Beirat befassen. Für die Vorbereitungen des großen Lichtfestes zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution, das im kommenden Jahr wieder nicht mehr auf den Augustusplatz beschränkt sein wird, sondern wie in den Jahren 2009 und 2014 den gesamten Innenstadtring einschließt, läuft inzwischen jedoch die Zeit davon. Der Beirat, das „Kuratorium Tag der Friedlichen Revolution 1989“, müsste längst arbeiten. Doch noch sind nicht alle Mitglieder benannt. Deshalb wurde die für diesen Mittwoch geplante Besetzung des Gremiums kurzfristig auch von der Tagesordnung des Stadtrates genommen. Es fehlten noch die personellen Vorschläge der Initiative „Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober 1989“, die zusammen mit LTM diesen Tag organisiert. Sie wird mit sechs Personen in dem Beitrat vertreten sein, dazu kommen noch ein Mitglied jeder der sechs Ratsfraktionen sowie sechs Personen, die vom Stadtrat benannt werden, und der Oberbürgermeister.

„Zeichen der Kooperationsbereitschaft“

Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, will Jung am 13. November zusammen mit Stadträten informell an einem Treffen der Initiative „9. Oktober“ teilnehmen, kündigt er an. „Das wäre ein Zeichen der Kooperationsbereitschaft der Initiative“, sagt Michael Koelsch vom Vorstand der Stiftung Friedliche Revolution, der ebenfalls von Zeitdruck spricht. Im August 2017 hatten mehrere Bürgerrechtler in einem offenen Brief die Bildung eines Kuratoriums abgelehnt. Wie berichtet, befürchteten sie, dass dadurch die gewachsene „nachhaltige Struktur“ zur Erinnerung an die Friedliche Revolution zerstört wird. Inzwischen haben sich aber die Wogen geglättet.

Ideenwettbewerb zum 30-jährigen Jubiläum

Die Stadt hat bereits einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, der sich an bildende Künstler der Freie Szene in Leipzig richtet. Gesucht werden die besten zehn Konzepte, die bis 16. November eingereicht werden können. Koordiniert wird dies vom Halle 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst auf den Areal der Baumwollspinnnerei. „Das ist ein Baustein fürs Lichtfest, den ich für sehr wichtig halte“, sagt Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke). Allerdings: Wie und ob die Beiträge ins Lichtfest integriert werden, steht unter Vorbehalt der Empfehlung durch das Kuratorium „Friedliche Revolution“. Ziel der Ausschreibung sei es aber, mindestens ein eingereichtes Projekt zu integrieren. Geplant ist weiterhin, Künstler aus den Partnerstädten zu beteiligen, die Installationen auf dem Ring vorschlagen können. Für die Veranstaltungen zum 9. Oktober 2019 will die Stadt insgesamt 450 000 Euro beisteuern. Das Lichtfest wird mit 1,12 Millionen Euro veranschlagt, wobei auch Zuschüsse von Bund, Freistaat und Stiftungen sowie Eigenmittel von LTM sowie Spenden von Sponsoren in der Kalkulation enthalten sind. Nach den Worten von OBM Jung habe der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ihm signalisiert, sich dafür einzusetzen, dass Leipzig bei der Finanzierung Unterstützung findet. Einen Staatsempfang soll es neben dem traditionellen Friedengebet und der „Rede zur Demokratie“ am 9. Oktober 2019 auch geben.

Von Klaus Staeubert und Mathias Orbeck

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