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Lokales OBM Jung fordert nach Fassadenabsturz: "Der Eigentümer muss sofort handeln"
Leipzig Lokales OBM Jung fordert nach Fassadenabsturz: "Der Eigentümer muss sofort handeln"
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22:23 06.03.2017
Nach dem Scheibenabsturz wird der Schaden am City-Hochhaus von Experten inspiziert. OBM Burkhard Jung forderte am Montag den Eigentümer zu sofortigen Sicherungsmaßnahmen auf. Quelle: Modla / Imago
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Leipzig

Nach dem erneuten Absturz von Teilen der Glasfassade am Leipziger City-Hochhaus vergangenen Samstag drängt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auf eine schnelle Lösung. "Der Eigentümer muss sofort handeln. "Er hat eine Sicherungspflicht. Er ist in der Haftung, wenn dort etwas passiert. Wir als Kommune müssen im Wege der Ersatzvornahme nur einschreiten, wenn der Eigentümer seinen Eigentümerpflichten nicht nachkommt", sagte Jung am Montag der LVZ.

Die Stadtverwaltung drängt auf Gespräche mit dem Eigentümer des Hochhauses und mit dem Hersteller der Fassadenteile. Wie Sprecher Matthias Hasberg gegenüber LVZ.de erklärte, wollen sich die Vertreter der Kommune noch in dieser Woche mit den Verantwortlichen an einen Tisch setzen. „Es geht sicher so nicht weiter, dort laufen täglich Menschen entlang, die Uni-Mensa befindet sich ja auch in der Nähe“, so Hasberg. Eine dauerhafte Sperrung des Areals komme nicht in Frage.

Experten des Bauordnungsamtes hatten den erneuten Schaden noch am Wochenende begutachtet. Am Samstagnachmittag hatte sich in luftiger Höhe eine etwa 60 mal 100 Zentimeter große Scheibe gelöst und war auf den Vorplatz gefallen – zum Glück ohne, dass jemand verletzt wurde. Ein abschließendes Ergebnis der Untersuchungen liege zwar noch nicht vor, aber die Vermutung nahe, dass Wind, Sonne und Temperaturschwankungen den Fassadenteilen über Gebühr zu schaffen machen.

Aufregung am Augustusplatz: Am Sonnabend sind zwei Scheiben aus dem 18. Stock des Leipziger City-Hochhauses gefallen. Die Polizei musste den Bereich nahe der Uni-Mensa weiträumig absperren.

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„Klar ist, dass alle Bauteile DIN-gerecht sind. Die Frage ist, ob sie auch korrekt eingebaut wurden“, so Hasberg weiter. Nach ähnlichen Abstürzen in der Vergangenheit – zuletzt im April 2015 – habe der Eigentümer bereits eine Überprüfung der Konstruktion angekündigt. „Es hieß, die Kontrollen und die Sicherheit werden verschärft. Wir gehen davon aus, dass das auch gemacht wurde“, sagte der Stadtsprecher am Montag.

Zumindest aktuell besteht offenbar keine akute Gefahr mehr, denn nach einer Sperrung des betroffenen Areals am Wochenende ist die Fläche wieder vom Bauordnungsamt freigegeben worden. Dass es künftig trotzdem erneut zu Absperrungen kommen kann, ist nicht ausgeschlossen. Die Stadtverwaltung will solch ein Szenario als Dauerlösung mitten in der Innenstadt zumindest nicht hinnehmen, wollte denkbare Konsequenzen – wie etwa einen kompletten Austausch der Fassadenteile am Gebäude – allerdings nicht weiter kommentieren.

Das City-Hochhaus in Leipzig wurde zwischen 1968 und 1972 nach Plänen des Berliner Architekten Hermann Henselmann errichtet und wird im Volksmund aufgrund seiner früheren Funktion auch Uni-Riese oder Weisheitszahn genannt. Zwischen 1999 und 2002 ist das Gebäude im Auftrag der Landesregierung komplett saniert worden. Seit 2007 gehört es der US-Investmentbank Merrill Lynch, vertreten durch regionale Partner. Das Hochhaus misst mehr als 142 Meter und hat 34 Etagen.

Von mpu

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