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Lokales Obsternte im Gondwanaland - Früchte reifen kiloweise in der Zoo-Tropenhalle
Leipzig Lokales Obsternte im Gondwanaland - Früchte reifen kiloweise in der Zoo-Tropenhalle
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23:59 19.04.2013

Sofern nicht schon Besucher mit Langfingern zugegriffen haben.

Meist halten die Zoobesucher nur nach den Tieren Ausschau, doch die Pflanzen in der Tropenhalle sind genauso interessant. Kaugummibaum, Zahnbürstenbaum, Gurkenbaum, Leberwurstbaum, Eiscremebohnenbaum oder Lippenstiftbaum sind Gewächse, die in Leipzig höchst selten zu sehen sind. Zu jedem gibt es interessante Zusammenhänge. So werden die Samen des Fischkillerbaums in Asien zerstoßen und in seichte Gewässer gestreut - damit werden die Fische betäubt und können gut abgesammelt werden. Aus dem Kapok-Baum werden Fasern für Rettungsringe und Schwimmwesten gewonnen. Die Früchte des Gurkenbaums werden zum Säuern à la Zitrone verwendet, aber sie dienen auch als Medizin gegen Kopfschmerzen und Migräne.

Leipzig. Die Tropenhalle Gondwanaland ist ein großer Garten für exotische Früchte und Gewürze. Kiloweise reifen Papayas, Bananen, Ananas, Physalis oder Feigen. Gefressen werden sie von den Tieren, aber auch die Tierpfleger kosten gern mal. Sofern nicht schon Besucher mit Langfingern zugegriffen haben.
Bäume aus Asien, Afrika und Amerika wachsen im Gondwanaland friedlich nebeneinander, obwohl sie eigentlich auf verschiedene Kontinente gehören. Am Ende des Rundgangs kommt jeder Besucher durch einen speziellen Nutzpflanzengarten. Dort kann man sich anschauen, wo und wie Papayas und Mangos, Bananen, Sternfrucht und Physalis reifen, aber auch Kardamom, Ingwer, Pfeffer, Vanille, Zimt oder die Parfümpflanze Ylang-Ylang.

Da in den Leipziger Tropen konstantes Klima herrscht, ist unterm Foliendach das ganze Jahr Erntezeit. Mehr als hundert Kilo Bananen, mindestens 50 Kilo Papayas und ungezählte Mengen Rosen-, Wasser- oder Sternäpfel werden pro Jahr von den Mitarbeitern geerntet. Für die überreiche Ernte gibt es jede Menge Abnehmer. "Fast alles wird von unseren Zootieren gefressen", sagt Christian Matthias Ludwig, der im Gondwanaland den grünen Daumen hat. Die Affen lieben Papayakerne, fast jedes Tier greift bei reifen Bananen zu, auf grüne Bananen stehen die Okapis. Elefanten fressen gleich die ganze Bananenpflanze beziehungsweise den Grünschnitt. Vögel holen sich kleine Feigen oder picken vollreifes Obst an. Manches Obst wird am Baum belassen, damit die Zoolotsen es bei ihren Führungen erklären können.

Aber auch die Tierpfleger lassen es sich nicht nehmen, alles zu kosten und zu probieren. Bis hin zum Pfeffer, den Christian Matthias Ludwig daheim in der Gewürzmühle zerkleinert hat. Allerdings geht die Neugier auch mit manchen Besuchern durch und verleitet sie dazu, lange Finger zu machen. "Alles, was bis dreieinhalb Meter hoch hängt, ist gefährdet. Meist wird es schon unreif gepflückt", bedauert der 34-jährige Techniker für Gartenbau. Geschützt vor Klau sei lediglich, was auf unzugänglichen Inseln wächst - wie Ananas auf der Faultierinsel.

Spezielle Führungen zu den Pflanzen gibt es noch nicht, aber es wird darüber nachgedacht, sie zu einem späteren Zeitpunkt anzubieten. Ein Geheimnis allerdings werden die Lotsen nicht lüften - welche Pflanzen aphrodisierende Wirkung haben und welche sich als Grundlage für Betäubungsmittel eignen würden. Denn auch die gibt es im großen Garten Eden Gondwanaland.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.04.2013

Decker, Kerstin

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