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Lokales Öffentliche Ordnung in Gefahr: Leipzig macht Junggesellenabschiede antragspflichtig
Leipzig Lokales Öffentliche Ordnung in Gefahr: Leipzig macht Junggesellenabschiede antragspflichtig
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08:11 01.04.2015
Junggesellenabschied in der Leipziger City: Die Stadt will die Amüsier-Gesellschaften stärker regulieren. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Die Stadt Leipzig sieht sich deshalb zu einer rechtlichen Neubewertung gezwungen. Zum Monatsbeginn gelten die Feiern als „Sondernutzung des öffentlichen Raums“ und müssen entsprechend beantragt werden.

„Wir sind uns bewusst, dass wird damit Neuland betreten“, erklärt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). „Aber um die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, sind wir gezwungen, solche Späße mit einer Passantenfreiwilligkeitsvorbehaltsbescheinigung verwaltungsseitig zu begleiten.“

Stadt führt Niveau-Prüfung durch

Von diesem Mittwoch an müssen Junggesellenabschiede vier Wochen im Voraus angemeldet werden. Die Stadt fordert zukünftig, die Anzahl der Teilnehmer, die Art der geplanten Spiele mit kurzem Drehbuch und Skizze sowie das Motto anzugeben. Pro Genehmigung wird eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 20 Euro fällig.

Wollen die Feiernden auch Passanten miteinbeziehen, muss eine entsprechende Anlage zum Antrag ausgefüllt werden, samt Darstellung des Umfangs und Inhalts der Spiele. Bei mangelndem Niveau behält sich die Verwaltung das Recht vor einzugreifen. Die Passantenfreiwilligkeitsvorbehaltsbescheinigung wird von der Stadt geprüft und muss im Original vorzeigbar mitgeführt werden.

Strenge Zeit- und Geschlechtervorgaben

"Der letzte Tag in Freiheit": Junggesellenabschiede werden oft wild gefeiert. Quelle: dpa

Für Bollerwagen, mitgeführte Schilder, Maskottchen in Lebensgröße und ähnliches werden in Zukunft Gebühren fällig. Der Betrag hängt von Größe, Gestalt und Material ab. Die besagten Voreheschließungsabschiedsveranstaltungen werden ab April zudem zeitlich eingegrenzt. Nur im Zeitraum zwischen Montag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr darf Abschied vom Single-Dasein genommen werden. Samstags sind Junggesellenfeiern im Zentrum der Messestadt von 14 bis 18 Uhr erlaubt.

Die Stadt teilte zudem mit, dass pro Stunde nur eine Abschiedsveranstaltung in der Innenstadt zulässig ist. Man strebe eine ausgewogene Berücksichtigung der Geschlechter an, weshalb bei der Genehmigung auf das zahlenmäßige Verhältnis von Damen- und Herrengruppen geachtet werde, hieß es abschließend.

LVZ

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