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Lokales Oehme markiert Grab von Wagners Vater
Leipzig Lokales Oehme markiert Grab von Wagners Vater
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01:00 17.09.2013
Ursula Oehme markiert die Stelle, an der Carl Friedrich Wilhelm Wagner begraben ist. Sie hat sein Leben jahrelang erforscht und das Grab nachgewiesen. Quelle: Armin Kühne

Das ist der Vater von Richard Wagner. "Nun kann das Grab nicht mehr in Vergessenheit geraten", freut sich Ursula Oehme. Die Autorin und Kulturwissenschaftlerin hat jahrelang geforscht, um detaillierte Kenntnisse über den Vater des großen Komponisten, der 1770 am Ranstädter Steinweg geboren wurde, zusammenzutragen. Nun spricht sie "von ihrer Sternstunde".

Erste Erkenntnisse wurden im Buch "Richard Wagner und Leipzig", das im März 2013 erschienen ist, veröffentlicht. So hat Oehme die Lebensgeschichte von Richard Wagners Vater und Dokumente zu seiner Karriere und seinem Tod studiert. Auch das Dokument über den Tod Wagners, das sie im Stadtarchiv ausfindig machte, ist im Buch publiziert. "In den Nachwirren der Völkerschlacht vom 16. bis 19. Oktober 1813 steckte sich Richard Wagners Vater am Typhus an, damals Lazarett- oder Nervenfieber genannt", erläutert Oehme, die auch im Richard-Wagner-Verband Leipzig mitarbeitet und Führungen zu Wagner macht.

Der Vater Wagners wurde in der 1805 angelegten IV. Abteilung des Alten Johannisfriedhofes beigesetzt. Das ist in Grabbüchern 1805-1823 nachzulesen - mit exakter Nummer. In dieser Quelle steht auch, dass das Grab 1829 neu belegt wurde. Oehme hat anhand späterer Grabbücher die Neubelegungen verfolgt und Friedhofspläne verglichen - und mit Hilfe von Carla Calov vom Stadtarchiv Leipzig und Petra Friedrich vom Amt für Stadtgrün und Gewässer recherchiert.

Auch Friedhofsforscher Alfred E. Otto Paul, der regelmäßig zu Führungen auf dem Alten Johannisfriedhof einlädt, hat zu den Gräbern der Familie Wagner geforscht. "Ich habe das Grab nachgewiesen", sagt Paul. Im Vorfeld habe er beim Internationalen Richard-Wagner-Verband in Bayreuth angefragt, der von dessen Existenz nichts wusste. Dafür gebe es Zeugen.

"Die Leipziger Zeit hat dort lange keine Rolle gespielt", meint hingegen Oehme. Sie nimmt für sich in Anspruch, die exakte Stelle lokalisiert zu haben. Dass das Grab existierte, habe Walter Lange 1921 schon in seinem Buch "Richard Wagner und seine Vaterstadt Leipzig" beschrieben. Oehme wälzte nach eigenen Angaben seit Mai 2011 Quellen im Kirchlichen Archiv, im Stadtarchiv sowie im Stadtgeschichtlichen Museum, um den Vater Wagners der Vergessenheit zu entreißen. "Bis heute existiert für Wagners Vater im Gegensatz zu seiner Frau und seiner ältesten Tochter Rosalie, die in der V. Abteilung begraben wurden, kein Gedenkstein", so Oehme. Das will der Wagner-Verband künftig nachholen.

Oehme wird die Ergebnisse ihrer Arbeit vorstellen. Unter dem Titel "Richard Wagners Vater Carl Friedrich Wilhelm Wagner - ein Opfer der Völkerschlacht?" hält sie am Mittwoch ab 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Leipzig am Wilhelm-Leuschner-Platz einen Vortrag mit vielen Fotos und Dokumenten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2013

Mathias Orbeck

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