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Ökolöwe übt Kritik an Sachsens Hochwasserschützern

Ökolöwe übt Kritik an Sachsens Hochwasserschützern

Der Streit um Leipzigs Hochwasserschutz ist neu entbrannt: Nachdem die Landestalsperrenverwaltung (LTV) vor Dammbrüchen im Süden von Leipzig gewarnt und dafür die Blockade von Sanierungsarbeiten durch Naturschützer verantwortlich gemacht hat (die LVZ berichtete), werfen die Gescholtenen jetzt der LTV "unverantwortliche Panikmache" vor.

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Holger Seidemann vom Vorstand des Leipziger Umweltbunds Ökolöwe

Quelle: André Kempner

Auf den Neuaufbau des verschlissenen Nahleauslasswerkes sollte verzichtet werden, heißt es.

Der Leipziger Umweltbund Ökolöwe kritisiert, dass ihm die Landestalsperrenverwaltung keine "Einsicht in die Gefahrennachweise an verschiedene Deichabschnitten" gewähre. Er wirft der Landesbehörde eine "strategische Manipulation der öffentlichen Meinung" vor, um ihre "rein wasserbauliche Auffassung von technischem Hochwasserschutz gegen alle beteiligten Verbände und Behörden durchzusetzen". Das Ergebnis sei ein "oft überzogener technischer Hochwasserschutz an vielen Deichabschnitten".

"Die Strategie der Landestalsperrenverwaltung ist hier nicht sonderlich subtil und wiederholt sich immer wieder", meint Holger Seidemann, Vorstand des Ökolöwen. "Erst beschwört sie ohne konkrete Beweise Gefahren herauf und lässt sich anschließend als Retter in der Not feiern. Ihr Ziel ist es, dass offizielle Verfahren mit Variantenabwägung zu umgehen und dadurch Kosten zu sparen."

Nach Ansicht des Ökolöwen "verdreht" die LTV die Tatsachen. Das Leipziger Amt für Umweltschutz habe deren Arbeiten an den Deichen gestoppt, als diese ohne Anschauung des sensiblen Naturschutzgebietes, ohne Kommunikation und rechtswidrig mit dem Bau begonnen habe. Auch die inzwischen zum Schutz der Deiche von der LTV angelegten Deichstraßen seien "ohne zwingenden Grund und trotz erheblicher Schäden im Naturschutzgebiet" entstanden. "Die LTV hat die für die Wasserbauer bequemste und billigste Variante durchgesetzt", so Seidemann.

Auch der Verein Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald kritisiert das Vorgehen der Hochwasserschützer. Im Jahr 2011 habe die LTV "7000 zum Teil sehr alte und wertvolle Bäume" auf Leipzigs Deichen "quasi im Handstreich gefällt", heißt es in einer Erklärung. Zu dem aktuellen Vorgehen auf den Deichen im Leipziger Süden gebe es "Alternativen, mit denen die LTV gleichermaßen wirkungsvoll und dabei wesentlich weniger rücksichtslos gegen die angrenzenden und nun massiv geschädigten Schutzgebiete" hätte vorgehen können. Vereinsvorsitzender Wolfgang Stoiber plädiert auch dafür, den geplanten Abriss und Neuaufbau des verschlissenen Nahleauslasswerkes in letzter Minute zu stoppen. Das am Zusammenfluss von Nahle und Neuer Luppe an der Ecke Gustav-Esche-Straße/Auensee stehende Hochwasserschutzbauwerk "verfestigt ein technisch überholtes Hochwasser-Schutzkonzept, das den Leipziger Auwald von der natürlichen Wasserversorgung abschneidet", so Stoiber. "Wir wissen, dass die Planungen für den Neubau schon weit fortgeschritten sind. Aber wir wollen, dass die Bauherren von der Landestalsperrenverwaltung die Arbeiten ruhen lassen und sich mit uns Naturschützern an einen Tisch setzen, um über andere Konzepte und andere Lösungen für den Hochwasserschutz zu reden."

Der Verein will auch erreichen, dass sich die Stadt Leipzig im Streit um den Neubau positioniert. "Die Stadt meint, sie habe keinerlei Möglichkeiten, den Bau zu verhindert", kritisiert Stoiber. "Doch dieses Bauwerk hat erhebliche Auswirkungen auf den Auwald. Und der Auwald geht die Stadt sehr wohl etwas an."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.12.2013
Tappert, Andreas

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