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Lokales Offenbar fahrlässige Brandstiftung: Dach in neuer Leipziger Wohnanlage zerstört
Leipzig Lokales Offenbar fahrlässige Brandstiftung: Dach in neuer Leipziger Wohnanlage zerstört
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22:01 14.02.2017
Brandschäden am ehemaligen Militärlazarett Quelle: André Kempner
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Leipzig

Nach dem Großbrand im neuen Wohngebiet „Parc du Soleil“ an der Max-Liebermann-Straße 15 in Möckern (die LVZ berichtete) steht noch immer nicht zweifelsfrei fest, wodurch das Feuer ausgelöst wurde. Die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei waren am Dienstag bis in die Nachmittagsstunden vor Ort.

Klar ist: Im Dachbereich, aus dem am Montag kurz nach 18 Uhr Flammen schlugen, wurden nach Erkenntnissen der Polizei an diesem Tag noch Schweißarbeiten durchgeführt. Für die Ermittler besteht deshalb eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dabei durch Unachtsamkeit der Brand entstanden sein könnte.

Es wäre nicht das erste Mal: So wurde im September 2013 bei Bauarbeiten am 1915/1916 erbauten Messehaus „Drei Könige“ direkt gegenüber vom Karstadt-Kaufhaus durch Schweißarbeiten ein Schwelbrand im Dachstuhl ausgelöst. Sollte sich dies im aktuellen Fall ebenso bestätigen, würde wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Das Feuer am Haus zehn des noch unbewohnten „Parc du Soleil“ sorgte am Montag für einen mehrstündigen Großeinsatz der Feuerwehr. Als die Einsatzkräfte nach der Alarmierung kurz nach 18.15 Uhr eintrafen, brannte der Dachstuhl bereits in einer Ausdehnung von 50 mal 20 Metern. Das Bekämpfen der Flammen gestaltete sich als so aufwendig, dass später weitere Kräfte nachgefordert werden mussten. Im Einsatz waren bis tief in die Nacht Kameraden von mehreren Wachen der Berufsfeuerwehr sowie von den Freiwilligen Feuerwehren Lindenthal und Wiederitzsch. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Zur Höhe des entstandenen Schadens lagen noch keine konkreten Angaben vor.

Nach 25 Jahren Leerstand: GGH investiert 60 Millionen Euro

Bauherr in dem früheren Militär-Lazarett, das zwischen 1895 und 1908 entstanden war, ist die Gartenstadt-Gesellschaft Hellerau (GGH) aus Dresden. Wie berichtet, wandelt sie das 6,6 Hektar große Areal – nach über 25 Jahren Leerstand – derzeit in eine Wohnanlage um. 60 Millionen Euro werden dabei investiert. Allein in den 14 historischen Häusern hinter der Frontbebauung zur Max-Liebermann-Straße sind 176 Wohnungen vorgesehen.

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In Leipzig-Möckern hat am Montagabend der Dachstuhl eines Neubaus in voller Ausdehnunng gebrannt. Fotos: Holger Baumgärtner

Das vom Brand betroffene Haus zehn sollte 20 Eigentumswohnungen bieten und eigentlich im Frühjahr 2017 den Käufern übergeben werden, erklärte GGH-Sprecher Jan Breden. Gemeinsam mit den benachbarten Häusern neun und zwölf habe es zu jenem Bauabschnitt gehört, der schon am weitesten fortgeschritten ist. In dem bereits fertig eingedeckten Dachbereich hätten am Montag Schweißarbeiten an den Loggien stattgefunden. „Der Brand hat sich dann über die gesamte Dachfläche ausgebreitet. Die Höhe des Schadens können wir noch nicht einschätzen. Eine Klärung mit den zuständigen Versicherungen ist aber bereits angelaufen. Wir wollen die Schäden möglichst kurzfristig beheben.“

Glück im Unglück sei sicher gewesen, dass die 1,6 Kilometer lange, neue Ringstraße über das Gelände schon fertiggestellt wurde. So konnten die Einsatzwagen zügig und direkt bis zum Haus zehn gelangen. „Trotz der eingetretenen Situation sind wir froh, dass keiner der Arbeiter zu Schaden gekommen ist“, betonte Breden. Der schnelle Einsatz der Feuerwehr habe Schlimmeres verhindert, wofür den Rettungskräften großer Dank gebühre.

Frank Döring & Jens Rometsch

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