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Lokales Ohne Abschluss aus der Schule: Leipzig ist in Sachsen Schlusslicht
Leipzig Lokales Ohne Abschluss aus der Schule: Leipzig ist in Sachsen Schlusslicht
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01:00 24.07.2013
Schulsozialarbeiter wie hier Stev Pauli in der Mittelschule Markkleeberg erfüllen eine wichtige Aufgabe. Quelle: André Kempner

Deutschlandweit sei die Zahl derer ohne Abschluss zwischen 2009 und 2011 von 7,2 Prozent auf 5,8 Prozent gesunken. In Leipzig allerdings liege der Fall etwas anders. 2011 beendeten da immerhin knapp 14 Prozent der Hauptschüler ohne das Dokument in der Tasche die Schule, nachdem es 2009 noch mehr als 14 Prozent waren. Sachsenweit halte die Stadt damit den traurigen Spitzenplatz, hieß es.

Auch im bundesweiten Vergleich schneide die Messemetropole "sehr schlecht ab". "Das zeigt, dass hier sozial- und bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche noch stärker in den Fokus rücken müssen, damit sie nicht auf der Strecke bleiben", kommentiert der hiesige Caritas-Geschäftsführer Tobias Strieder die Sache und bricht gleichzeitig für jegliche Schulsozialarbeit eine Lanze. "Die jetzt vorliegenden Zahlen sollten die Stadtpolitiker davon überzeugen, die Schulsozialarbeit weiter auszubauen und im nächsten Jahr keinen Schritt zurückzugehen - auch wenn die Bundesförderung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket hier an 16 Schulen zum Jahresende auslaufen sollte", so Strieder.

Große Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern und Kreisen habe die Studie allerdings auch offenbart: Im Saarland etwa gehen mit knapp fünf Prozent die wenigsten Schüler ohne Abschluss ab; in Sachsen-Anhalt mit 11,6 Prozent die meisten. Dies mache unterm Strich deutlich, dass es noch viel Potenzial gibt, die Situation auch jeweils vor Ort zu verbessern. Die Caritas-Erhebung "Bildungschancen vor Ort" von 2012 habe diesbezüglich zugleich Erfolgsfaktoren benennen können: "Entscheidend ist demnach der politische Wille. Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure vor Ort müssen aktiv werden, um benachteiligte Jugendliche zu fördern", so Neher. "Wo ein Bürgermeister, ein Schulamtsdirektor, die Leiterin eines Sozialamtes oder freie Träger sich das klare Ziel setzen, für benachteiligte Jugendliche etwas zu tun, dort schaffen auch mehr einen Abschluss."

Die Quoten-Zahlen hatte die Wohlfahrtsorganisation übrigens aus der Anzahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss eines Kreises jeweils im Verhältnis zu jenen Schülern berechnet, die in diesem Kreis ihre Vollzeitschulpflicht beendet haben. Die Basisdaten stammten aus der Regionaldatenbank der Statistischen Ämter, hieß es. 2012 wurden die Fakten in Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung ausgewertet sowie Einflussfaktoren für die Anzahl der Schulabgänger ohne Abschluss ermittelt.

@www.caritas-leipzig.de

Grüne für Stärkung von Sozialarbeit

Schulsozialarbeit ist unverzichtbar - das betonen Leipzigs Grüne. "Zur Zeit beantworten wir über 100 Karten von Kindern, die für ihre Schulsozialarbeiterin kämpfen", sagt Michael Schmidt, familienpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat.

Hintergrund: Der Leipziger Stadtrat hat beschlossen, dass es eine flächendeckende Einführung von Schulsozialarbeit an Leipzigs Grundschulen geben soll. Allerdings: An 16 Schulen werden die nötigen Stellen derzeit mit Hilfe des Bildungs- und Teilhabepaketes durch den Bund finanziert. Jene Stellen sind aber bis zum Jahresende 2013 befristet. Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) hat sich daher in einen Brief an Leipziger Bundestagsabgeordnete sowie an die Vorsitzenden der beratenden Bundestagsausschüsse gewandt und um die Weiterfinanzierung gebeten (die LVZ berichtete).

"Falls dies nicht erfolgreich ist, stehen wir dafür ein, dass übergangsweise Schulsozialarbeit aus unseren kommunalen Haushaltsmitteln abgesichert wird", so Schmidt. Ein entsprechender Antrag seiner Fraktion sei bereits im Rat eingereicht, die Stadtverwaltung habe sich dazu allerdings noch nicht positioniert.

43 Sozialarbeiter haben sich laut Schmidt in Leipzigs Schulen eine Position erarbeitet, die ihnen eine unabhängige und akzeptierte Arbeit ermöglicht. Ziel sei es, Benachteiligungen auszugleichen. Dazu werden niedrigschwellige Kontaktangebote, Einzelfallhilfe inklusive Krisenintervention sowie schulorientierte Gemeinwesenarbeit genutzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2013

Angelika Raulien/Mathias Orbeck

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