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Omas zum Leihen in Leipzig heiß begehrt - Projekte vermitteln „Ersatzgroßeltern“

Omas zum Leihen in Leipzig heiß begehrt - Projekte vermitteln „Ersatzgroßeltern“

Mit den Großeltern backen, auf den Spielplatz gehen oder ein Eis essen - für immer mehr Familien ein Problem, denn Oma und Opa wohnen weit weg. Zahlreiche Projekte in Sachsen wollen Abhilfe schaffen und vermitteln sogenannte Ersatz- oder Leih-Omas, auch in Leipzig.

Leipzig/Dresden. Wunschoma - auf diesen Begriff legt die Vorsitzende des Leipziger Vereins Sefa, Heidmarie Stahr, großen Wert. „Verliehen wird bei uns niemand, es geht eher um eine dauerhafte Beziehung“, sagte sie über den vor neun Jahren gegründeten Großelterndienst.

Insgesamt konnten bereits 552 Eltern eine Oma oder einen Opa finden. Derzeit sind etwa 75 Großeltern aktiv, sie betreuen rund 80 Familien. Bis zu sechs Stunden in der Woche greifen sie den Eltern unter die Arme - holen die Kleinen vom Kindergarten ab und gehen mit ihnen auf den Spielplatz. Die Aufgabe übernehmen sie ehrenamtlich, bekommen lediglich Fahrtgeld oder eine geringe Aufwandsentschädigung. Wunschomas in Leipzig sind heiß begehrt, 64 Familien warten noch auf Unterstützung.

Während in den Großstädten die Wartelisten für junge Familien meist lang sind, gibt es in den ländlichen Regionen jedoch oft nur eine geringe Nachfrage. In der Regel übernehmen die Paten-Großeltern die Kinderbetreuung als Ehrenamt, um vor allem junge Familien oder Alleinerziehende samt Nachwuchs für einige Stunden zu unterstützen.

Nicht jedes "Omadienst"-Projekt

in Sachsen ist von Erfolg gekrönt

In Pirna unterhält der Verein Famil ein Mehrgenerationenhaus, zu dem auch die Vermittlung von Großeltern gehört. Derzeit sind 15 sogenannte Leih-Omas registriert. „In der Regel können wir aber für alle Anfragen etwas vermitteln“, sagte Projektkoordinatorin Carolin Bettig. Je nach Absprache kümmern sich die „geborgten“ Omas ein bis zweimal pro Monat oder auch täglich um ihre Patenenkel. „Im besten Fall ist es für alle eine Win-Win-Situation“, ist Bettig überzeugt. Die Eltern werden entlastet, die Leih-Omas genießen den Spaß mit den Kindern und die Kleinen profitieren von der Zeit, die sich die Älteren nehmen - etwa beim Vorlesen oder Eisessen.   

Auch das Deutsche Rote Kreuz in Löbau unterhält einen Großelterndienst. Am Interesse der älteren Generation mangelt es nicht, mehr als zehn Omas und auch Opas stehen bereit - nur die Eltern samt Kindern fehlen. „Die Nachfrage ist leider nicht sehr groß“, erzählte Koordinatorin Hannelore Jentsch. In der Regel sind die Großeltern zwischen 55 und 65 Jahren alt und sie interessieren sich für das Patenamt vor allem aus einem Grund: Die eigenen Enkel sind meist weit weg und sie suchen nach einer neuen Aufgabe.

In Großenhain wurde das „Omadienst-Projekt“ in diesem Jahr sogar eingestellt. „Es scheiterte leider an der Nachfrage der Eltern“, erklärte Rita Mißbach vom Verein Kinderwelt. 2005 wurde das Projekt ins Leben gerufen, seitdem waren drei bis vier Ersatzomas im Einsatz. Im letzten Jahr aber habe es kaum noch Anfragen gegeben. „Wir sind eben eine Kleinstadt, da hilft man sich noch eher gegenseitig“, erklärt Mißbach das mangelnde Interesse.

dpa

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