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Lokales Online-Geschäft steckt bei Leipziger Unternehmen noch in den Kinderschuhen
Leipzig Lokales Online-Geschäft steckt bei Leipziger Unternehmen noch in den Kinderschuhen
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00:21 14.08.2017
Nur jedes dritte Unternehmen in Leipzig setzt auf digitale Vertriebswege.  Quelle: Fotolia
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Leipzig

Nur jedes dritte Leipziger Unternehmen knüpft seinen wirtschaftlichen Erfolg an die Möglichkeiten des Internets. Viele Firmen vergeben sich dadurch Chancen. Das geht aus einer Befragung zur Bedeutung von E-Commerce und digitaler Vermarktung unter knapp 600 vorrangig kleinen Betrieben mit bis zu 49 Beschäftigten hervor, deren Ergebnisse das Amt für Wirtschaftsförderung jetzt veröffentlichte.

Die Untersuchung nahm damit das Hauptstandbein der Leipziger Wirtschaft in den Fokus. Denn 97,2 Prozent der hier registrierten Unternehmen beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter. Ende 2015 waren in der Stadt 25 184 Betriebe registriert.

19 Prozent der befragten Firmen betreiben bereits heute Online-Shops, um ihre Waren und Leistungen zu veräußern, oder andere Formen der digitalen Vermarktung. 15 Prozent gaben an, dies zu planen.

Für zwei Drittel der Betriebe ist das Online-Geschäft bislang jedoch keine Option. Sie kommen vor allem aus der Bauwirtschaft, dem verarbeitenden Gewerbe und dem Handwerk. Die meisten Firmeninhaber sehen in digitalen Vertriebswegen für sich keinen unternehmerischen Nutzen. Einem Viertel der Befragten fehlen dafür einfach die personellen Ressourcen.

Damit dürften viele von ihnen allerdings auf Umsatz und Gewinn verzichten. Denn knapp 60 Prozent der Unternehmen, deren Umsätze sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt haben, sehen den entscheidenden Grund für ihren Erfolg gerade in ihren digitalen Vertriebswegen. Den Aufwand dafür haben sie jedoch häufig unterschätzt, räumen sie rückblickend ein.

Für die Untersuchung wurden im April vergangenen Jahres vorrangig Unternehmen des Handwerks, der Bauwirtschaft und Kreativbranche, des Handels und Dienstleistungsgewerbes befragt. „Die Absicht, einen zusätzlichen Vertriebsweg zu nutzen und zugleich direkten Kontakt zum Kunden schließen zu können, steht für die Unternehmen an erster Stelle“, resümieren die Autoren Uta Johannes, Matthias Schwab und Jens Sommer-Ulrich. Jedes fünfte Unternehmen ziele mit seinem digitalen Angebot auf ausschließlich regionale Kunden. 44 Prozent der Unternehmen richteten ihre Angebote nur an den Endverbraucher, zehn Prozent allein an Geschäftskunden.

Die Entscheidung für oder gegen das Online-Geschäft hängt dabei stark von der Branche ab. Neben dem Handel sind die Kreativwirtschaft (zum Beispiel Filmproduktion und Design) sowie dienstleistungsorientiertes Handwerk wie Friseure, Kosmetiker, Uhrmacher, Schuhmacher, Schneider oder Textilreiniger Vorreiter in Sachen digitale Vermarktung. Unter den Kreativen haben bereits 36 Prozent digitale Vermarktungsprojekte realisiert, bei den dienstleistungsorientierten Handwerkern immerhin 20 Prozent, im Handel sind es 56 Prozent der Unternehmen. In diesen drei Gruppen befinden sich auch die meisten Unternehmen, die den Schritt zum Online-Geschäft noch wagen wollen.

Im Handel hat das Internet bereits in den vergangenen Jahren zu einem ausgeprägten Strukturwandel geführt. Immer mehr Produkte werden hier über Computer, Tablet oder Smartphone ge- und verkauft. Letztes Jahr haben laut E-Commerce-Report 2017 bereits 82 Prozent der deutschen Internetnutzer auch online etwas gekauft. Statistisch, so die E-Commerce Foundation in ihrem aktuellen Bericht, gibt jeder Online-Shopper im Jahr durchschnittlich 882,71 Euro aus. Zum Vergleich: Beim europäischen Spitzenreiter Großbritannien sind es 1265,83 Euro, beim Schlusslicht Italien 169,98 Euro. Für dieses Jahr erwarten Experten eine Umsatzsteigerung im Online-Geschäft gegenüber 2016 um 39 Prozent auf 73 Milliarden Euro. In den letzten zwei Jahren lag das Wachstum bei jeweils zwölf Prozent. Der Internethandel macht mittlerweile 13 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes aus. 11,2 Milliarden Euro entfallen dabei allein auf Bekleidung, gefolgt von Elektroartikeln.

Von Klaus Staeubert

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