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Open-Air-Partys in Leipzig: Grüne machen Druck bei Freiflächen und einfacher Genehmigung

Open-Air-Partys in Leipzig: Grüne machen Druck bei Freiflächen und einfacher Genehmigung

Sie sind meist spontan und stoßen nicht immer auf ungeteilte Begeisterung: Open-Air-Sommerpartys und unangemeldete Freiluftkonzerte haben derzeit wieder Hochsaison.

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Sie sind meist spontan und stoßen nicht immer auf ungeteilte Begeisterung: Open-Air-Sommerpartys und unangemeldete Freiluftkonzerte haben derzeit wieder Hochsaison.

Quelle: dpa

Leipzig. Doch die Veranstalter bewegen sich in Leipzig in einer rechtlichen Grauzone. Eine vereinfachte Genehmigungspraxis – wie es sie seit April in Halle gibt – fehlt. Die Grünen im Stadtrat erhöhen nun den Druck auf die Verwaltung, sich ein Vorbild an der Nachbarstadt zu nehmen und für nichtkommerzielle Veranstalter Freiflächen zur Verfügung zu stellen.

„Leipzig würde davon enorm profitieren“, ist Jürgen Kasek überzeugt. Der Grünen-Sprecher argumentiert, dass Open-Air-Partys und Freiluftkonzerte den Reiz der Stadt im Sommer ausmachen und die „Szene bereichern“, wie er sagt. Doch er weiß, dass es auch eine andere Seite der Medaille gibt: Nicht selten kommt es zu Lärmbeschwerden, die einen Polizeieinsatz nach sich ziehen, weil in Leipzig kein Ort existiert, wo legal bei Tag und Nacht gefeiert werden darf. Trotz seit drei Jahren andauernder Verhandlungen zwischen der Stadt und der Initiative der Global Space Odyssee (GSO) konnte bislang kein Kompromiss gefunden werden.

Vorbild Halle: Online-Anmeldung bis 24 Stunden vorher

Dabei macht die Stadt Halle seit April vor, wie es funktionieren kann: Spontane Partys mit höchstens 500 Teilnehmern können hier bis zu 24 Stunden vorher mit einem Online-Formular in einem verkürzten Genehmigungsverfahren angemeldet werden. Notwendig sind lediglich Angaben zu Ort, Zeit und Art der Veranstaltung sowie der erwarteten Besucherzahl. Die Anmelder müssen sich zudem an Auflagen wie Lärmbegrenzungen bis 103 Dezibel und der Beseitigung von Müll bis zum Folgetag, 10 Uhr, halten. Für Partys mit mehr als 500 Teilnehmern kann laut Stadtverwaltung bei freier Kapazität ein Areal an der Peißnitzbühne genutzt werden.

„So etwas muss auch in Leipzig das Ziel sein“, fordert Kasek und drängt die Verwaltung zum Handeln – damit es spätestens 2014 eine Lösung gibt. Bislang werde bei allen Anmeldungen in der Veranstaltungsbehörde eine Einzelfallentscheidung gefällt – ein komplizierter Prozess, den sich viele Veranstalter sparen. „Für sie ist es einfacher, die Anlage in den Kofferraum zu packen und in den Wald zu fahren, als sich mit der Bürokratie der Behörden auseinanderzusetzen“, meint der Rechtsanwalt.

Polizei muss illegale Partys auflösen

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Bis in die Nacht feierten rund 100 Menschen am Samstag eine ausgelassene Open-Air-Party am Leipziger Südplatz. Wegen Lärmbeschwerden musste gegen 4 Uhr die Polizei eingreifen.

Quelle: Privat

Bei der Suche nach einer geeigneten Freifläche für legale Partys trete die Stadt auf der Stelle, kritisiert der Grünen-Sprecher. Zwar wurden diverse Areale geprüft, wegen Lärm- und Umweltschutzbedenken aber verworfen. Allein den Lindenauer Hafen hatte die Stadt im Frühjahr für bis zu fünf Veranstaltungen pro Jahr in die Diskussion gebracht – aber nur tagsüber. Für Kasek und Linken-Stadträtin Juliane Nagel, die sich ebenfalls seit Jahren für die Szene einsetzt, ein fauler Kompromiss. Sie fordern Freiräume für Events auch in den Abendstunden und halten dabei den alten Güterbahnhof in Plagwitz für eine geeignete Option. Die Gespräche dazu hätten bisher aber noch zu keinem Ergebnis geführt.

Stattdessen organisiert sich die Szene selbst und sucht sich ihre eigenen Plätze für Spontan-Partys. Erst im Mai hatte die Polizei eine illegale Veranstaltung mit rund 800 Teilnehmern im alten Postbahnhof aufgelöst. Allein am vergangenen Wochenende mussten die Ordnungshüter in einer Nacht zu mehr als 40 Einsätzen wegen Party-Lärms ausrücken. Dabei haben die Organisatoren eines Mini-Festivals am Sonntag gezeigt, dass es auch ohne Beschwerden gehen kann: Bei ihren Singer/Songwriter-Konzerten im Leipziger Süden kamen sogar einige neugierige Anwohner zum Zuhören vorbei. Den Müll nahmen am Ende des Nachmittags alle Besucher wieder mit.

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Leipzig. Der Ort war bis zuletzt geheim, die Auftritte der sechs Indie-Acts spontan. Am Ende strömen mehrere hundert Musikfans zu dem Mini-Festival im Leipziger Süden und feiern am Sonntagnachmittag eine große Open-Air-Party im Wald. Organisiert hatten sich die Bands und ihre Fans per Facebook und E-Mail. Ein Szene-Phänomen, das sich in Leipzig immer mehr etabliert.

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Robert Nößler

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