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Oper Leipzig erhält modernste Bühnen-Technik – Saisonstart im Zelt

9 Millionen Euro für Kulturhäuser Oper Leipzig erhält modernste Bühnen-Technik – Saisonstart im Zelt

Wenn auf den großen Leipziger Bühnen nicht gespielt wird, gehört das Feld den Handwerkern. Rund 9 Millionen Euro fließen laut Kulturdezernat in diesem Sommer in neue Technik, Brandschutz und die Sanierung von Schauspiel, Gewandhaus und Oper. Am Augustusplatz hält modernste Technik Einzug.

Umbau bis Ende Oktober: Die Oper Leipzig bekommt modernste Drehbühnen-Technik.

Quelle: Dirk Knofe / Leipzig report

Leipzig. Für rund 3,5 Millionen Euro werden im Opernhaus am Schwanenteich der Antrieb der Bühnen-Drehscheibe erneuert und die Mechanik zum Heben des Orchestergrabens umgebaut. Das ist so aufwändig, dass die Arbeiten bis Ende Oktober dauern werden. Die Saison wird im Spiegelzelt eröffnet.

Im Bauch der Oper schläft das Monster. Es trägt normalerweise die Last der Kulissen und läuft im Kreis, an guten Tagen mit bis zu 1,2 Metern pro Sekunde: Die Drehbühne mit ihren versenkbaren Podesten ist ein Dreh- und Angelpunkt für Inszenierungen. 2003 wurde die Bühnenuntermaschinerie zu großen Teilen erneuert. „Bis auf die Schienen“, sagt Baumeister Volker Längrich. Doch auf denen läuft die gesamte Mechanik, die aus der Froschperspektive, achteinhalb Meter unter der Bühne, wie ein riesiges Uhrwerk aussieht.

Ungewöhnliche Einblicke in den Bauch der Oper Leipzig: In der Spielzeitpause und bis Ende Oktober wird im Haus am Augstusplatz für 3,5 Millionen Euro Technik erneuert. So wird der Antrieb der Drehbühne komplett modernisiert und die Mechanik zum Heben des Orchestergrabens verstärkt. Foto: Dirk Knofe

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Gefährliche Schienenbrüche

In der vergangenen Spielzeit stockte es. Es gab Schienenbrüche, die immer wieder geschweißt wurden. Wenn es ruckelt, kann das gefährlich für die Künstler werden, die sich auf dem riesigen Rund von 17,5 Metern Durchmesser bewegen. „Die volle Geschwindigkeit ist aber nur für die Umbaupausen wichtig. Da haben wir für zwei Inszenierungen die Leistung reduziert“, erklärt Längrich. Keine Dauerlösung.

Das Antriebssystem mit seinen motorengetriebenen Rädern läuft seit 55 Jahren. Jetzt wird es gegen modernste Technik ausgetauscht. „Tangentialantrieb“, sagt Experte Längrich und erklärt, dass die Drehbühne künftig über Zahnrad und Kette bewegt wird, „ähnlich einem Fahrradantrieb, nur mit riesigem Ritzel.“ Der Ring ist bereits mit „Zähnen“ bewehrt, jetzt wird die tonnenschwere Maschinerie darüber Stück für Stück abgestützt, um die neuen Schienen zu legen. Auch die elektronische Steuerung wird erneuert, alles bis Ende Oktober  justiert. Das Fahren der Drehbühne ist Millimeterarbeit, bestätigt Längrich.

Volker Längrich, Baumeister und Leiter Gebäudemanagement an der Oper Leipzig

Volker Längrich, Baumeister und Leiter Gebäudemanagement an der Oper Leipzig

Quelle: Dirk Knofe

Platz im fahrbaren Orchestergraben

Ein paar Gänge und Treppen weiter begutachtet der Baumeister, was sich am Orchestergraben tut. Der Souffleurkasten in der Mitte ist verschwunden. „Das war ein Wunsch von Musikern und künstlerischer Leitung“, erklärt Baumeister Volker Längrich. Wegen der Kiste in der Mitte der Orchesterversenkung konnten sich die Künstler an den Seiten nicht richtig gut hören. Jetzt gibt es eine mobile Lösung, die weggeschoben werden kann.

Das ist nur ein Detail, denn vor allem wird auch die über 2,65 Meter höhenverstellbare Musikerplattform „sicherheitstechnisch ertüchtigt“.  Der Schubkettenantrieb wird verstärkt, dazu kommt eine Podest-Erweiterung für den Flügel. Bisher gab es in dem 22 Meter breiten und sieben Meter tiefen Orchestergraben einfach keinen Platz für das Instrument. „Das stand dann eben auf der Bühne“, sagt Längrich.

Charleys Tante im Spiegelzelt

Was sonst noch in den Tiefen des Hauses passiert: Lüftungskanäle müssen brandschutztechnisch umgebaut und die Sanitärbereiche erneuert werden. Für alle sichtbar ist die Sanierung der Nordfassade, am Langhaus und am Bühnenturm. Knapp eine Million Euro verschlingen diese Bauarbeiten.

Am 24. August kommt ein Großteil der Opern-Künstler aus den Sommerferien zurück. „Bis dahin muss der Bühneneingang fertig sein“, sagt Längrich. Dort verlegen die Arbeiter Kopfsteinpflaster, eine Reihe neuer Fahrradbügel steht schon. Auf den Probebühnen beginnt dann die Vorbereitung der neuen Opernsaison. Die Drehbühne bleibt aber bis zum November gesperrt.

Deshalb startet die Saison am 11. September mit „Charleys Tante“ in dem 500 Plätze fassenden Spiegelzelt vor dem Opernhaus. Erst zum Opernball am 31. Oktober strömen die Besucher wieder ins große Haus. Und während im Bauch noch das Monster schläft, sind die Podeste im Saal für das rauschende Fest schon aufgebaut.

So werden Leipzigs Kulturhäuser fit gemacht

Oper Leipzig
Drehbühnen-Antrieb und Umbau Orchesterversenkung – 3,5 Mio. Euro
Fassadensanierung – 989.000 Mio. Euro
Brandschutz und Sanitärbereiche – 100.000 Mio. Euro
Umgestaltung Bühneneingang – 60.500 Mio. Euro
Musikalische Komödie
Erweiterungsbau Dreilindenstraße 24 wird fertig – 2,2 Mio. Euro
Theaterwerkstätten
Fernster und Fassade – 300.000 Euro
Gewandhaus
Brandschutz: Sicherung von Flucht und Rettungswegen (Türen und Schottungen erneuert), Entrauchungsanlagen und Rauchabzug Konzertsäle – 800.000 Euro
Energetische Fenstersanierung – 569.000 Euro
Umbau Künstlergarderoben – 335.000 Euro
Schauspiel
Wartungskosten allgemein (Bühnentechnik, Beleuchtung, Brandschutz etc.) – 100.000 Euro
Weitere Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen an Technik, Beleuchtung und Gebäude – 184.000 Euro

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Oper Leipzig
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