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Lokales Fleißige Leipziger Opernbienen: Erste Ausbeute beträgt 90 Kilo Honig
Leipzig Lokales Fleißige Leipziger Opernbienen: Erste Ausbeute beträgt 90 Kilo Honig
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18:01 22.08.2017
Imkerin Ulrike Richter (links) und „Bienenbeauftragter“ Remy Fichet schauen sich die Produktionswaben an.  Quelle: André Kempner
Leipzig

Seit einem Jahr lässt die Oper Leipzig die Bienen tanzen – im Juni 2016 wurde auf dem Dach des Musentempels ein Bienenvolk angesiedelt. Jetzt ist es zum ersten Mal Zeit für die Honigernte.

Imkerin Ulrike Richter (52) aus Rehbach sowie Remy Fichet (37), Produktionsleiter des Leipziger Balletts und Bienenbeauftragter der Oper, entnahmen am Dienstag die Waben, lösten das Deckelwachs, schleuderten und siebten den Honig, ließen die dickflüssige goldene Masse in große Eimer fließen und füllten sie schließlich in kleine Gläser ab.

Rund 90 Kilo Honig beträgt die Ausbeute des ersten Jahres. Die „Sommerblüte vom Dach des Leipziger Opernhauses“ gibt es ab sofort an der Opernkasse zu kaufen, ein kleines Glas (125 Gramm) kostet vier Euro.

Umzug Anfang des Jahres

Wobei die Bezeichnung „vom Dach des Leipziger Opernhauses“ nicht ganz richtig ist: Anfang des Jahres mussten die Bienen wegen der Dachsanierung vom Augustusplatz wegziehen. Seitdem leben sie auf dem Dach der Theaterwerkstätten in der Dessauer Straße. Die Sanierung wird voraussichtlich zwei Jahre dauern.

Aber auch am neuen Standort geht es ihnen gut, sie haben sich gut vermehrt. „Wir haben mit rund 2000 Bienen angefangen, jetzt sind es um die 100.000“, berichtete die Imkerin. Im Umkreis von etwa fünf Kilometern fanden die schwarz-gelben Insekten Klee-, Raps-, Robinien-, Linden- und Apfelblütennektar sowie jede Menge Nektar aus Kleingarten- und Balkonblumen.

Zufriedenstellende Ausbeute

„Im Prinzip kann man damit zufrieden sein“, schätzt Ulrike Richter ein, „aber insgesamt war es kein so gutes Bienenjahr. Erst war es lange kalt und dann ziemlich trocken, das macht sich bemerkbar.“ Zwischen April und Juli schaute sie jede Woche nach den Opern-Bienen, damit sie keine unkontrollierten Schwärme bilden.

Die Bienen der Leipziger Oper waren fleißig: Ganze 90 Kilogramm Honig beträgt die Ausbeute des ersten Jahres.

Remy Fichet stand ihr als „Praktikant“ zur Seite, öffnete alle Wege, klärte hausinterne Dinge, half beim Transportieren. Der Franzose brachte die Idee des Imkerns von der Pariser Oper mit, wo seit den siebziger oder achtziger Jahren Bienen auf dem Dach summen. „Das ist fantastisch, so nah an der Natur zu sein“, sagt er über sein Hobby.

Aus Sicht der Bienen ist der Sommer jetzt vorbei: „Sie bereiten sich auf den Winter vor, die Königin legt nicht mehr so viele Eier.“ Im Winter stellt sie das Brüten ganz ein und rückt mit ihrem – dann kleiner gewordenen – Volk zu einer „Wintertraube“ zusammen.

Von Kerstin Decker

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