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Opfer keine Hilfe gewährt - "Ihr Verhalten ist erschütternd"

Opfer keine Hilfe gewährt - "Ihr Verhalten ist erschütternd"

Es wäre ihr egal gewesen, wenn das Opfer einer Gewaltorgie stirbt. Das gab Franziska S. bei der Polizei zu Protokoll. "Ich war naiv und dumm", sagte die Leipzigerin (21) nun am Dienstag am Amtsgericht.

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Franziska S. muss sich am Amtsgericht mit ihrer Bekannten Sarah T. (17) wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten.

Quelle: Ria Nowosti

Leipzig. Dort musste sie sich mit ihrer Bekannten Sarah T. (17) wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten.

Die beiden Angeklagten gehörten zu einer Clique, die sich regelmäßig in einer Paunsdorfer Wohnung zusammenfand. "Das war wie so ein kleiner Jugendtreff", berichtete Sarah. An einem Abend im April 2011 hatte die Gruppe plötzlich Stimmung gegen einen aus den eigenen Reihen gemacht, weil er angeblich ein Mädchen geschlagen habe. Ein männliches Trio misshandelte daraufhin Michel E. (25) außerhalb der Wohnung in der Kreuzdornstraße so massiv, dass er nicht mehr sprechen, nicht mehr laufen konnte. Seine Peiniger hatten immer wieder gegen seinen Kopf geschlagen und getreten. "Ich blutete aus Mund, Nase und Ohren", berichtete der Arbeitslose am Dienstag. Doch statt einen Notarzt zu alarmieren, legten die Beteiligten den völlig blutverschmierten Kumpel auf Order von Wohnungsinhaber Ronny M. (der 29-Jährige erschien unentschuldigt nicht zum Prozess) in die Badewanne und überließen ihn dort seinem Schicksal. Die Wohnung sollte nicht durch ihn verschmutzt werden. Alle Anwesenden - auch die beiden angeklagten jungen Frauen - legten sich schlafen.

"Wir hatten keinen Bock auf Polizei", lautete die Antwort eines damaligen Schlägers auf die Frage des Gerichts, warum kein Arzt alarmiert worden sei. Er sowie auch die beiden anderen Peiniger sind in einem gesonderten Verfahren rechtskräftig zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Sarah T. und Franziska S. erklärten unisono: "Der Akku des Handys war leer, deshalb konnte ich nicht anrufen." Für Richterin Martina Kadler-Orthen (wie auch die Staatsanwaltschaft) eine "reine Schutzbehauptung". Die Frauen seien "sehr verroht", ihr Verhalten "absolut erschütternd", so Kadler-Orthen. Sie hätten keinerlei Mitgefühl erkennen lassen. Wäre das Opfer ein Hund gewesen, hätten sie sicher Hilfe geholt, meinte die Richterin. Wegen unterlassener Hilfeleistung sollen die arbeitslose Sarah T. 50 und Franziska S. (derzeit in einem Kurs) 80 Stunden gemeinnützig arbeiten. In letztgenannte Jugendstrafe floss ein anderes Urteil ein. Gegen Ronny M. wurde ein Strafbefehl erlassen. Er soll 300 Euro zahlen.

Das Opfer kam mit Gehirnerschütterung und Brüchen damals doch noch in eine Klinik. Am Morgen nach der Straftat war ein weiteres Mädchen in der Wohnung aufgetaucht, dessen Mutter dann Alarm schlug.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.10.2013

Kreuz, Sabine

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