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Organspende-Skandal: Kommission sieht keine Hinweise auf Bestechung an Uni-Klinik Leipzig

Organspende-Skandal: Kommission sieht keine Hinweise auf Bestechung an Uni-Klinik Leipzig

Der Fall hatte zum Jahreswechsel bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Am Uni-Klinikum Leipzig sind jahrelang Akten gefälscht worden, damit Patienten schneller an eine Spenderleber kommen - jetzt steht fest, dass die betreffenden Ärzte zumindest nicht aus finanziellen Gründen gehandelt haben.

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Am 1. Juni ist Tag der Organspende. Derzeit warten allein in Deutschland rund 12.000 Menschen auf ein Spender­organ.

Quelle: dpa

Leipzig. "Es konnten keine Anhaltspunkte dafür gefunden werden, dass die Ärzte persönliche Vorteile erlangten. Eine Korruption kann ausgeschlossen werden", erfuhr die LVZ aus Kreisen der unabhängigen Untersuchungskommission, die momentan an ihrem Abschlussbericht arbeitet.

Die Prüfer entkräften zudem einen weiteren Vorwurf: "Privatpatienten wurden nicht besser gestellt." Dieser Verdacht war aufgekommen, da Krankenhäuser mit privat Versicherten einen höheren Umsatz erwirtschaften können. Der Führung des Uni-Klinikums hätte allerdings ein überproportionaler Anstieg bei den Leber-Transplantationen auffallen müssen, kritisiert die Kommission aus Experten der Bundesärztekammer, des Kassenärztlichen Spitzenverbandes und der Krankenhausgesellschaft.

Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungsverfahren ein

Demnach steht aber auch fest: An der Uni-Klinik Leipzig haben 38 Patienten eine bevorzugte Behandlung durch das Transplantationszentrum erhalten. In diesen Fällen lagen keine Dialyseprotokolle vor, obwohl diese gegenüber Eurotransplant ausgewiesen worden waren. Die drei betreffenden Ärzte haben damit gegen die gesetzliche Regelung zu den Wartelisten verstoßen. Die Arbeitsverträge mit zwei Ärzten sind inzwischen aufgelöst worden, der Klinikdirektor "ist von seiner Tätigkeit in der Krankenversorgung freigestellt worden", so das Uni-Klinikum. Nach Informationen der LVZ hat die Staatsanwaltschaft Leipzig das anfängliche Prüf- in ein offizielles Ermittlungsverfahren umgewandelt.

"Wenn man jeden Tag mit sterbenskranken Menschen zu tun hat, ist das Verhalten dieser Ärzte menschlich vielleicht nachvollziehbar - aber keinesfalls zu billigen", sagt der Kommissionsvorsitzende Professor Hans Lilie. "Es gibt Regeln für die Wartelisten und an diese müssen sich alle Beteiligten halten." Nach Erkenntnissen der Prüfer haben bundesweit etwa zehn der 800 Transplantationsmediziner gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2013

Andreas Debski

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